5 Formel 1

Muss sich weiter mit Beschuldigungen des Gegners abfinden: Lewis Hamilton. © APA/afp / LARS BARON

Nach Monza-Crash: Schwere Vorwürfe gegen Lewis Hamilton

Der Titelkampf in der Formel 1 ist so heiß wie schon lange nicht mehr. Lewis Hamilton und Max Verstappen schenken sich nichts und geraten dadurch auch gerne aneinander. Nach dem jüngsten Crash in Monza werden aus dem Red Bull-Lager Vorwürfe gegen den britischen Weltmeister erhoben.

Ähnlich wie beim Crash in Silverstone vor einigen Wochen, gibt es auch beim Unfall von Monza verschiedene Ansichten. Kein Fahrer möchte sich in der Rolle des Schuldigen sehen, beide fühlen sich als Opfer taktischen Kalküls im Kampf um die WM-Krone.


Die FIA konnte angesichts der Bilder aber ein eindeutiges Urteil über die Geschehnisse fällen und brummte Verstappen eine Gridstrafe von drei Plätzen auf. Zusätzlich werden dem Niederländer zwei Zähler von seinem Punktestand abgezogen. Neben den vergleichsweise harten Bestrafungen für seinen Schützling, sieht Red Bull-Berater Dr. Helmut Marko auch wegen einer angeblichen Inszenierung seitens Lewis Hamilton rot.

„An den Haaren herbeigezogen“ – Hamilton ein Simulant?
Besonders die Szenen nach dem Unfall sorgten bei Dr. Marko für Unmut. „Es war ein normaler Rennunfall, die ganzen Geschichten drumherum sind von Mercedes an den Haaren herbeigezogen.“ Der Österreicher bezieht sich dabei auf die Aussagen von Hamilton nach dem Rennen. Der siebenfache Weltmeister hat sich im Nachhinein über Kopf- und Nackenschmerzen beschwert. Für den anstehenden Grand Prix im russischen Sotschi wolle der Brite einen Spezialisten aufsuchen.

Der Motorsportberater sieht in den Aussagen von Hamilton nichts mehr als eine Übertreibung der Geschehnisse. „Verstappen war schon ausgestiegen, als Hamilton mit dem Retourgang versucht hat, aus dem Kiesbett zu kommen. Der Medical Car hat das gesehen und ist weitergefahren. Und dann wird eine Show abgezogen, dass der arme Hamilton plötzlich verletzt ist.“

Helmut Marko (2.v.r.) sieht Verstappen benachteiligt. © APA/afp / BEN STANSALL

Bereits am Tag darauf soll Lewis Hamilton an der Met-Gala in New York teilgenommen und bis in den Morgen gefeiert haben – trotz Nackenschmerzen.
Toto Wolff sieht ein taktisches Foul
Mercedes-Boss Toto Wolff sieht die Ereignisse natürlich aus einem anderen Blickwinkel. Er vermutet hinter dem Crash ein taktisches Foul seitens Verstappen. „Taktische Fouls sind halt so ein Thema, wenn du weißt, dass der andere vor dir liegt und das Rennen gewinnt, schmeißt du die Tür zu oder du versuchst es mit der Brechstange.“

Mit der Episode von Monza ist das Duell zwischen Verstappen und Hamilton um ein Kapitel reicher. Dass sich die Gemüter bis zum nächsten Aufeinandertreffen in Sotschi beruhigen, ist zu bezweifeln. Die Formel 1 erlebt jedenfalls einen Machtkampf wie schon lange nicht mehr.


Schlagwörter: Motorsport formel 1

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