5 Formel 1

Formel-1-Ikone Michael Schumacher. © AFP / PATRIK STOLLARZ

Seltener Einblick: Schumacher-Ehefrau spricht über Unfall-Drama

Corinna Schumacher kann die Tränen nicht zurückhalten. Die Erinnerung an den Schicksalstag vor fast acht Jahren, als Michael Schumacher schwer beim Skifahren verunglückte, bewegt die Ehefrau des Formel-1-Rekordweltmeisters tief.

„Ich habe nie dem lieben Gott einen Vorwurf gemacht, warum das jetzt passiert ist. Es war einfach richtig Pech. Mehr Pech kann man im Leben nicht haben“, sagt die 52-Jährige mit stockender Stimme in die Kamera. In der Netflix-Doku „Schumacher“, die ab 15. September abrufbar ist, gewährt sie erstmals Einblicke in das Leben der Familie nach der Tragödie in den französischen Alpen am 29. Dezember 2013.


Superstar Schumacher hatte damals bei einem Sturz trotz eines Helmes ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten und schwebte tagelang in Lebensgefahr. Seine Frau erinnert sich, ihr Mann habe kurz davor noch zu ihr gesagt: „Der Schnee ist nicht optimal, wir könnten ja nach Dubai fliegen.“ Dort habe er stattdessen Fallschirmspringen wollen, eine der Leidenschaften des früheren Rennfahrers.

Kleine Einblicke in das Leben
Es sind die letzten Minuten des fast zweistündigen Films, die zumindest ein bisschen die Sehnsucht vieler Schumacher-Fans nach neuen Informationen über den Motorsport-Helden stillt. „Wir leben zu Hause zusammen, wir therapieren, wir machen alles, damit es Michael besser geht und gut geht und dass er unseren Familienzusammenhalt auch einfach spürt“, sagt Corinna Schumacher. Teils bislang unveröffentlichte Aufnahmen vermitteln das Bild einer harmonischen Familienidylle vor dem Skiunfall.

Schumacher mit seiner Frau Corinna. © dpa / A3189 Oliver Multhaup


„Es ist ganz klar, dass Michael mir jeden Tag fehlt, und nicht nur mir, die Kinder, die Familie, sein Vater, alle, die um ihn herum sind. Jeder vermisst Michael“, sagt Corinna Schumacher, ehe sie hinzufügt: „Aber Michael ist ja da, anders, aber er ist da, und das gibt uns allen Kraft.“
„Ich würde alles aufgeben nur für das.“ Mick Schumacher hätte mit seinem Vater viel zu bequatschen.

Auch Schumachers Kinder, Tochter Gina-Maria (24) und Sohn Mick (22), beschreiben den weltberühmten Vater als Familienmenschen, mit dem sie viele Momente voller Spaß erlebten. „Ein bisschen unfair“ sei es, dass ihnen solche Augenblicke nach dem Unfall des Papas nicht mehr möglich seien, meint Sohn Mick. Er selbst hat es inzwischen als Rennfahrer in die Formel 1 geschafft, bestreitet dort gerade seine Debütsaison für das US-Team Haas. So viel zu bequatschen hätte er mit dem Vater, sagt Mick. „Ich würde alles aufgeben nur für das.“
Der Film als Geschenk
Das Loch, das das Ski-Drama in die Familie Schumacher gerissen hat, lässt sich in dieser Passage des Films deutlich erahnen. Wer aber jetzt auch noch Details zum Gesundheitszustand des Sportidols erwartet, wird enttäuscht. „Wir sind zu keinem Zeitpunkt der Schlagzeile nachgejagt, sondern haben uns langsam herangetastet und haben gemeinsam einen Weg gefunden. Das hätte sonst auch nicht funktioniert. Letztlich hatten wir am Ende selbst einen Beschützerinstinkt“, sagt Vanessa Nöcker, die gemeinsam mit Hanns-Bruno Kammertöns und Michael Wech Regie geführt hat.

Die Familie habe Michael Schumacher mit dem Film ein Geschenk machen wollen, sagt seine langjährige Beraterin Sabine Kehm. „Sie hat den Film einmal gesehen und mag ihn sehr und steht total dahinter – auch in den schwierigen Passagen“, versichert die Managerin, die heute auch die Motorsport-Karriere von Mick Schumacher begleitet.

Empfehlungen

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben.

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2021 Sportnews - IT00853870210
//add embeds for inline videos