5 Formel 1

Max Verstappen kennt die Strecke in Katar nur vom Rennsimulator. © APA/getty / Mark Thompson

Unbekanntes Terrain und getrübte Vorfreude: Die Formel 1 in Katar

Erstmals macht die Formel 1 in Katar Station. Unumstritten ist das natürlich nicht. Auf die Fahrer wartet eine völlig unbekannte Strecke. Ein langfristiger Vertrag sorgt dafür, dass es bald jährlich in das reiche Emirat am Persischen Golf geht.

Den Schauplatz des nächsten Rennens kennt Max Verstappen nur vom Bildschirm. „Ich bin ein bisschen im Simulator gefahren, um die Kurven zu kennen. Aber es wird schön, es endlich real zu sehen“, sagte der WM-Spitzenreiter vor der Premiere im umstrittenen Katar.


Am Sonntag (15 Uhr) findet im Gastgeberland der Fußball-WM 2022 erstmals ein Grand Prix der Motorsport-Königsklasse statt. Dass keiner der Stars je auf dem Kurs seine Runden gedreht hat, sorgt beim drittletzten Saisonrennen für noch mehr Spannung im längst vergifteten Zweikampf zwischen Red-Bull-Pilot Verstappen und Titelverteidiger Lewis Hamilton.

Getrübte Vorfreude: Ausbeutung und Menschenrechts-Verletzungen
Die Vorfreude auf diesen Schlagabtausch ist getrübt. Katar, das kleine Land auf einer Halbinsel am Persischen Golf, steht seit Jahren aufgrund der Missachtung von Menschenrechten und der Ausbeutung von Arbeitsmigranten international heftig in der Kritik. Längst wird den Machthabern vorgeworfen, durch ein umfangreiches Engagement im Profisport zu versuchen, das ramponierte Image aufzubessern.

Lewis Hamilton gilt als Fahrer, der auch Missstände anprangert. © APA/afp / LARS BARON

Einen „bahnbrechenden Langfrist-Deal“ nennt das Abdulrahman Al-Mannai, der Präsident von Katars Motorsportverband. Katar und die Formel 1 – das gehört aus seiner Sicht zusammen. Der mächtige Entscheider hatte zudem bereits gesagt, dass es keinen Maulkorb für die Fahrer geben werde. Am Donnerstag wird sich bei den offiziellen Medienrunden zeigen, wer das tatsächlich nutzt. Vor allem Mercedes-Star Hamilton und der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel halten sich bei Themen wie Diskriminierung, Unterdrückung und anderen Missständen nicht zurück. „Ich denke nicht, dass wir in diese Länder gehen und ignorieren sollten, was dort passiert“, hatte der Brite Hamilton im Frühjahr beim Großen Preis von Bahrain gesagt.
„Der Mittlere Osten ist ein guter Ort für Rennen.“ Haas-Teamchef Günther Steiner aus Meran

Die Formel 1 ist überzeugt davon, mit dem Gang in die arabischen Länder das Richtige zu tun. Von Katar geht es weiter zur nächsten Premiere nach Dschidda in Saudi-Arabien und anschließend zum Saisonfinale in die Glitzerwelt Abu Dhabis. Kommendes Jahr steigt der Auftakt wieder in Bahrain, ehe es nach Saudi-Arabien geht. „Der Mittlere Osten ist ein guter Ort für Rennen“, sagte Günther Steiner, Teamchef des Haas-Rennstall, vor der Reise nach Doha. „Diese Länder sind aufstrebend und stecken viel Mühe rein, diese Events zu veranstalten.“ Außerdem sei es noch „warm, wenn es in Europa kalt wird“, sagte der Südtiroler Steiner: „Wenn die Leute einen Urlaub planen, ist es ein guter Ort, um dort hinzureisen.“

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