5 Formel 1

Der Unfall von Romain Grosjean hat die Formel erschüttert. © APA/afp / BRYN LENNON

„Was macht er da?“ Der Feuer-Crash bewegt die Formel 1

Der Feuer-Unfall von Romain Grosjean hat die Formel 1 schockiert. Anschließend gab es hitzige Diskussionen.

Formel-1-Sportchef Ross Brawn hat eine umfassende Aufarbeitung angekündigt. „Zwischen jetzt und dem nächsten Rennen werden sehr viele Untersuchungen vorgenommen werden. Ich bin mir sicher, dass dann entsprechend gehandelt wird“, sagte der Brite nach dem Crash des Haas-Piloten am Sonntag in Bahrain.


Kurz nach dem Start war Grosjean in die Leitplanke gekracht. Dabei brach sein Wagen entzwei, der Fahrer konnte sich aus dem in Flammen aufgegangenen Wrack selber befreien. Brawn beschäftigte vor allem die Frage, wie sich das Monocoque in die Leitplanke bohren konnte und der Wagen Feuer fing.

„Der Halo hat ihm heute das Leben gerettet“
Ross Brown

„Der Halo hat ihm heute das Leben gerettet“, sagte er über den ringförmigen Bügel. Seit 2018 ist diese Vorrichtung aus Titan, die über den Kopf des Fahrers gespannt und mittig fixiert ist, in der Formel 1 Pflicht. Halo ist Englisch und heißt übersetzt Heiligenschein.

So sah der Haas-Bolide von Romain Grosjean nach dem Inferno aus. © APA/afp / TOLGA BOZOGLU


Der Südtiroler Teamchef von Haas, Günther Steiner, sagte dem TV-Sender Sky am Sonntagabend, dass Grosjean nach einem gemeinsamen Telefonat bei klarem Verstand sei. Auf die Frage, ob der Halo seinem Schützling das Leben gerettet habe, entgegnete Steiner: „Sicher hat er geholfen. Wir können ihn nicht mehr wegdenken. Man kann nicht genug tun für die Sicherheit.“
Grosjean meldet sich zu Wort
Anschließend postete Grosjean mit dick bandagierten Händen aus dem Krankenbett eine Videobotschaft auf Social Media und bedankte sich bei allen, die ihm Nachrichten übermittelt hatten. „Ich war vor einigen Jahren nicht für den Halo, aber es ist die großartigste Sache in der Formel 1“, sagte er. Er sei okay und habe Verbrennungen an den Händen davongetragen, sich aber nicht lebensbedrohlich verletzt. Er blieb die Nacht im Spital in Manama.

Romain Grosjean hatte Glück im Unglück. © APA/afp / MLADEN ANTONOV


Der Halo sorgte bekanntlich in der Vergangenheit für Diskussionen, weil er unter anderem nicht zur Attraktivität eines Formel-1-Wagens beitrage. Diese Debatten gehören wohl nun endgültig der Vergangenheit an.
Involvierter Kwjat geschockt
Alpha-Tauri-Pilot Daniil Kwjat war sogar direkt an der Entstehung dieses Unfalls beteiligt: Grosjean hatte kurz zuvor von links nach rechts über die Strecke gelenkt und war dabei mit dem AlphaTauri von Kwjat kollidiert, deshalb von der Fahrbahn abgekommen und kurz darauf eingeschlagen. „Das war ein beängstigender Moment“, sagte Daniil Kwjat. Im ersten Moment nach der Berührung habe er nur einen Gedanken gehabt, räumte Kwjat ein: „Zunächst war ich sehr verärgert, weil er so rübergezogen ist. Ich fragte mich, was er da macht.“

„Ich bin dankbar, dass ihn die Leitplanke nicht geköpft hat“
Lewis Hamilton

Dann aber habe er im Rückspiegel das Inferno gesehen. „Meine Gedanken haben sich sofort gedreht“, sagt Kwjat. „Ich habe nur gehofft, dass es ihm gut geht.“ Dem schloss sich auch Lewis Hamilton an. Nach seinem Sieg hatte er laut eigenen Angaben nur einen Gedanken: „Ich bin so dankbar, dass Romain in Sicherheit ist“, sagte Hamilton, der noch einmal die Gefährlichkeit des Sportes betont: „Wir riskieren unser Leben für das, was wir lieben. Ich bin dankbar, dass ihn die Leitplanke nicht geköpft hat. Es hätte so viel schlimmer ausgehen können.“

„In 12 Jahren habe ich so etwas noch nicht gesehen“
Formel-1-Arzt Ian Roberts

Als Erste an der Unfallstelle gewesen waren Formel-1-Arzt Ian Roberts sowie der Lenker des Medical Cars, Alan van der Merwe. „In 12 Jahren habe ich so etwas noch nicht gesehen“, sagte Van der Merwe im TV. „Noch nie war ich Zeuge eines solchen Einschlags. Deshalb haben wir einige Augenblick gebraucht, um zu verstehen, was da passiert ist. Es hat sich wie eine Ewigkeit angefühlt.“

Van der Merwe war überzeugt, dass der aktuelle Sicherheitsstandard in der Formel 1 Grosjean vor schwersten Verletzungen verschont oder gar das Leben gerettet habe. Halo, Leitplanke und Gurte, alles habe offenbar gut funktioniert.
Vergleich mit Unfall von Niki Lauda
Mercedes-Teamchef Toto Wolff gab sich nachdenklich. „Ich will gar nicht darüber nachdenken, wie dieser Unfall noch vor einigen Jahren ausgegangen wäre“, meinte der Österreicher. Der Unfall sei durchaus mit jenem von Niki Lauda auf dem Nürburgring vergleichbar. Auch Laudas Auto sei damals in zwei Teile zerrissen worden.


Autor: dl

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