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Gerhard Kerschbaumer hat sein Mountainbike vorerst beiseite gestellt (Fotos: Bianchi) "Die Lust zum Biken ist aber nach wie vor riesengroß", so der Verdingser

Kerschbaumer: „Ich will nicht im Mittelmaß versinken“

Olympia-Teilnahme verpasst, bei der WM ohne Spitzenplatz, im Weltcup läuft es auch nicht rund - Gerhard Kerschbaumers Saison steht bislang unter keinem guten Stern. Nun hat der Verdingser kurzerhand die Reißleine gezogen und legt eine mehrwöchige Pause ein. Im Interview mit SportNews erklärt der 24-Jährige die Gründe und spricht über seine Zukunftspläne.


Am Sonntag endete dein Auftritt bei der Mountainbike-WM mit dem 31. Platz. Einen Tag später kam dann deine Bekanntgabe via Facebook: „In der nächsten Zeit werde ich keine Rennen mehr fahren.“ Das klingt ein bisschen nach Kurzschlussreaktion…

Das kann man so nicht sagen, ich habe den Entschluss wohl durchdacht undin Absprache mit meinem Team getroffen.In diesem Jahr war die Teilnahme an den Olympischen Spielen eines meiner großen Ziele. Als es mit der Qualifikation für Rio nicht geklappt hat, hatte ich bei Weltmeisterschaft ein weiteres Großereignis, bei dem ich mich beweisen konnte. Da ich dort auch nur jenseits der ersten 30 landete, habe ich entschieden, einen Schlussstrich zu ziehen. Ich will nicht hinterherfahren, mein Ziel ist und bleibt die Weltspitze. Mit Ergebnissen im Niemandsland des Klassements kann ich nicht zufrieden sein, daher werde ich dem Weltcup vorerst fernbleiben.

Unmittelbar vor dem WM-Rennen bist du im Training gestürzt und hast dich leicht am Arm verletzt. Hatte die Verletzung vielleicht doch größeren Einfluss auf das Rennen als erwartet?

Ich bin zwar mit Schmerzen gefahren, allerdings will ich mein Resultat nicht auf die Verletzung schieben. Auch ohne den lädierten Arm wäre ich nicht viel weiter vorn gelandet. Deshalb kam auch die Entscheidung, jetzt eine Pause einzulegen. Ich will nämlich nicht im Mittelmaß versinken! Nun versuche ich, den Kopf etwas frei zu bekommen und greife dann wieder an. Die Lust auf den Sport ist nach wie vor riesengroß.

Das nächste Weltcuprennen nach Lenzerheide (an diesem Wochenende, Anm. d. Red.) findet erst im August in Kanada statt. Sehen wir dich dort wieder im Sattel?

Nein, auch auf den Bewerb in Mont-Sainte-Anne werde ich verzichten. Seit der WM habe ich mein Bike nicht mehr benutzt, auch bis Mitte der nächsten Woche werde ich nicht trainieren. Anfang September, wenn die Weltcup-Etappe in Andorra auf dem Programm steht, werde ich wieder in den Weltcup zurückkehren. Die Strecke dort taugt mir, dort kann ich meine Stärken ausspielen. Bis dahin werde ich noch ein paar andere Rennen absolvieren, um den Rhythmus wiederzufinden.

Dein Vertrag mit dem Team Bianchi i.idro DRAINläuft im Dezember aus. Gute Ergebnisse wären bekanntlich ideal für ein neues Arbeitspapier…

Das stimmt. Stand jetzt habe ich noch keinen Vertrag für die kommende Saison. Es gab zwar einige Gespräche,allerdings gibt es noch nichts Konkretes zu vermelden. In den kommenden Wochen konzentriere ich mich aber nicht auf das. Ich muss auf mich selbst schauen und Resultate liefern, dann sehen wir weiter.

Andere Athleten richten ihrenFokus auf Olympia - duhingegen bistin Brasilien nicht dabei. Mit dem Rennrad-Profi Peter Sagan geht ein alter Bekannter im Cross-Country-Rennen an den Start. Was traust du deinem ehemaligen Rivalen bei den Spielen in Rio zu?

Sagan ist ein Ausnahmetalent. Er hat die Klasse und die Technik, auch im Mountainbike-Bewerb vorne mitzufahren. Aufgrund der starken Konkurrenz glaube ich jedoch nicht, dass es für eine Medaille reicht. Aber ein Platz unter den ersten Zehn ist für ihn durchaus möglich.

Während Sagan vom Rennrad auf das Mountainbike wechselt, werden die Stimmen derer lauter, die dich bei den Rennen auf der Straße sehen wollen. Könnte diese Vorstellung bald Realität werden?

Es ist durchaus möglich, dass ich früher oder später aufs Rennrad wechsle. Allerdings wird das in nächster Zukunft nicht der Fall sein, denn vorher will ich im Mountainbike an meine früheren Leistungen anknüpfen. Ich bin mir noch einiges schuldig geblieben. Das alles gilt es, nachzuholen.

Autor: sportnews

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