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Martin Bergmeister beim Akklimatisierungstraining in Kalifornien © pm

Bergmeister nimmt härteste Rennen der Welt in Angriff

Das Race Across America wird heuer zum 38. Mal ausgetragen. Es gilt als das weltweit härteste Radrennen und laut einer Expertenkommission des Outside Magazins ist es der weltweit härteste Ausdauerwettkampf überhaupt. Der Brixner Martin Bergmeister wird das RAAM am Dienstag zum 2. Mal in Angriff nehmen.

Bereits 2016 ging Martin Bergmeister an der kalifornischen Küste an den Start und erreichte das Ziel an der Ostküste der USA nach rund 5.000 Kilometern und knapp 11 Tagen. „Heuer nehme ich das 2. Mal an diesem legendären Rennen teil. 2016, als Rookie, haben mein Team und ich viel Lehrgeld bezahlen müssen. Trotzdem ist es mir gelungen das Rennen erfolgreich zu finishen. Nach wie vor hat dieses einzigartige Rennen für mich trotz der immensen Strapazen einen fast unwiderstehlichen Reiz“, erzählt das 52-jährige Ausnahmeathlet.

Die Streckenlänge beträgt heuer 4.945 km. Dabei sind ca. 50.000 Höhenmeter zu bewältigen. Dafür stehen den 39 Teilnehmern in der Solo-Kategorie 12 Tage (= 288 Stunden) zur Verfügung, um als Finisher in die Wertung aufgenommen zu werden. Extreme klimatische Verhältnisse – Temperaturen zwischen 45/50 Grad in der Wüste Kaliforniens und Arizonas und 0 Grad in den Rocky Mountains – endlose Weiten und Pässe auf über 3.000 Meter Meereshöhe erwarten die Radfahrer auf dem Weg von der Westküste zur Ostküste der USA.

Und wie bereitet man sich auf ein solches Rennen vor? „Meine Vorbereitung konnte ich ganz nach Plan durchziehen. Im Dezember und Jänner, also an den Wochenenden habe ich einige Trainingseinheiten mit den Langlaufskiern und unter der Woche hauptsächlich auf der Rolle (Smarttrainer) absolviert. Aber da der Winter relativ mild und trocken war, bin ich jede Woche wenigstens einmal mit dem Rad auf der Straße unterwegs gewesen. Ab Februar habe ich immer auf der Straße trainieren können und so sind seit Jänner ca. 11.500 Trainingskilometer zusammengekommen“, sagt Bergmeister.

Ausfallquote von 50% beim RAAM
Wenn man die Ausfallquote von 50% beim RAAM berücksichtigt, dann ist das Finishen, das heißt innerhalb 12 Tagen das Ziel zu erreichen, allemal eine unglaubliche Leistung und ein riesen Triumph. „Deshalb ist mein primäres Ziel wieder als Finisher ausgezeichnet zu werden. Insgeheim hoffe ich natürlich, auch durch die wertvollen Erfahrungen, vor allem im organisatorischen und rennstrategischen Bereich, meine Endzeit von 2016 zu verbessern“, erzählt Bergmeister wenige Stunden vor dem Start. „Ein für mich wichtiger Aspekt des Ultracycling-Sportes ist, dass er eigentlich ein Teamsport ist. Der Athlet steht zwar im Rampenlicht, weil er eine fast unmenschliche Leistung erbringt, aber ohne ein bestens funktionierendes Team wird er das Ziel nie erreichen.“

„Jeder im Team muss mit gleicher Motivation und Leidenschaft dabei sein, wie der Sportler. Ich habe das Glück eine Familie und Freunde zu haben, die mich schon seit Jahren vor, bei und nach den Rennen unterstützen. Meine Söhne haben mich schon bei Rennen betreut und auf meine Freunde ist stets Verlass. Sie sind mit der gleichen Begeisterung dabei wie ich. Schon die organisatorische Vorbereitung für das RAAM wäre für mich ohne ihren großen Einsatz nicht zu bewältigen“, sagt der Brixner. Bergmeisters Crew beim RAAM 2019 besteht aus 9 Betreuern.

Als die größten Schwierigkeiten des Rennens gelten die große Hitze in den ersten Tagen und das Schlafmanagement, das durch das Zeitlimit beeinflusst wird. Die Ernährung und ein optimaler Kalorienhaushalt sind daher ebenfalls eine wichtige Voraussetzung. Im weiteren Verlauf des Rennens gilt die Einteilung der Schlafpausen als entscheidend. Aufgrund des Zeitlimits sind Bergmeister & Co. ständig unter Druck, weil die Stoppuhr auch während der Pausen weitertickt. Zu kurze Pausen können schwerwiegende Folgen haben wie z. B. einen Sekundenschlaf auf dem Rad.

Das Tagespensum, das sich Martin Bergmeister vorgenommen hat, liegt bei 421 Kilometern.

Autor: pm/dl

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