E Rennrad

Grün gegen Gelb – van Aert setzt sich gegen Pogacar durch. © APA/afp / THOMAS SAMSON

Das Duell der Giganten geht an Wout van Aert

Wout van Aert holt sich bei der Tour de France seinen zweiten Etappensieg. Im harten Finale setzt sich der Belgier im Bergauf-Sprint gegen das Gelbe Trikot Tadej Pogacar und dessen Kumpel Michael Matthews durch.

Mit perfektem Timing im Sprint hat Wout van Aert das Schweiz-Gastspiel der Tour de France gewonnen und am Olympiastadion von Lausanne seinen zweiten Etappensieg gefeiert. Der Belgier setzte sich auf der achten Etappe am Samstag vor dem Australier Michael Matthews und Spitzenreiter Tadej Pogacar durch.


Im Gesamtklassement gab es nur kleine Veränderungen. Der Slowene Pogacar baute seinen Vorsprung durch eine Zeitgutschrift im Ziel aus und liegt 39 Sekunden vor dem Vorjahreszweiten Jonas Vingegaard. Der Däne hofft vor allem auf die längeren Anstiege in den Alpen in der kommenden Woche, um Pogacar zu attackieren. Dritter ist Geraint Thomas mit einem Rückstand von 1:14 Minuten. Der Waliser ist in einer so guten Verfassung wie vielleicht seit seinem Tour-Sieg 2018 nicht mehr.

Eine typische Ausreißer-Etappe – oder doch nicht?
Nach der ersten Bergankunft war man im Peloton gewillt, es etwas ruhiger angehen und Ausreißern eine Chance zu lassen. Doch die Etappe begann so hektisch wie in den Vortagen. Nach mehreren Attacken aus dem Peloton konnten sich drei Fahrer absetzten. Nach elf Kilometern ereignete sich auf einer geraden Straßen ein schwerer Sturz, in den neben Maximilian Schachmann auch Pogacar verwickelt war. Der 21-jährige US-Amerikaner Kevin Vermarke vom Team DSM musste mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch die Tour aufgeben. Die UAE-Mannschaft des Slowenen beruhigte das Tempo im Feld, bis ihr kurzfristig anderthalb Minuten zurückliegender Kapitän wieder aufgeschlossen hatte.

Das nach dem Sturz gedrosselte Tempo im Feld kam dem Ausreißer-Trio zu Gute. Der Italiener Mattia Cattaneo, der Belgier Frederik Frison und der Brite Fred Wright bestimmten lange das Geschehen der Etappe und fuhren maximal dreineinhalb Minuten Vorsprung heraus. Frison konnte seinen Fluchtgefährten zum Ende der Etappe nicht mehr folgen, etwas später verließen Cattaneo die Kräfte und Wright wurde am Schlussanstieg 3,5 Kilometer vor dem Ziel eingeholt. UAE zog den 4,5 Kilometer langen Anstieg mit maximal 12 Prozent Steigung Pogacar den Sprint an. Im Finale eröffnete zunächst Matthews , ehe van Aert ihn auf den letzten 50 Metern düpieren konnte.
Erste Coronafälle im Peloton
Vor dem Start der Etappe wurden die ersten Corona-Fälle der Tour vermeldet. Pogacars wichtigster Helfer für die Fläche, der Norweger Vegard Stake Laengen musste das Rennen nach einem positiven Test ebenso aufgeben wie der Franzose Geoffrey Bouchard. Ebenfalls positiv waren zwei Sportliche Leiter vom Team Quick-Step Alpha Vinyl. Vor dem Start der Rundfahrt in Kopenhagen mussten sechs Fahrer aufgrund von positiven Tests wieder abreisen. Am ersten Ruhetag am Montag gibt es verpflichtende Tests für alle Fahrer und Betreuer.

UAE hat einen wichtigen Helfer verloren – wird es weitere Positive im Team geben? © APA/afp / THOMAS SAMSON

„Vegard war am Freitagmorgen negativ bei unseren internen Tests. Am Abend klagte er über Halskratzen, und ein Schnelltest war positiv. Ein PCR-Test bestätigte das Ergebnis“, sagte UAE-Arzt Adriano Rotunno. AG2R teilte mit, man habe bei allen Fahrern und Betreuern alle drei Tage Schnelltests vorgenommen. Dazu gab es Tests der Organisatoren.
Der Weltverband UCI hatte wenige Tage vor dem Tour-Start die Corona-Regeln gelockert. So genügten statt PCR- nur noch Schnelltests, zudem muss ein Team nach zwei positiv getesteten Fahrern das Rennen nicht mehr verlassen. Eine neue Regel besagt zudem, dass ein Fahrer trotz eines positiven Tests im Rennen bleiben kann, wenn dieser symptomfrei und nicht ansteckend ist. Dies war beim Luxemburger Bob Jungels der Fall, einem Teamkollegen von Bouchard.

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