
Paris-Roubaix zählt zu den Klassikern. © APA/afp / JEFF PACHOUD
Die „Hölle des Nordens“ ruft wieder
Zweimaliger Weltmeister, Europameister, viermaliger Tour-de-France-Sieger: Rad-Star Tadej Pogacar hat in seiner Karriere schon so gut wie alles gewonnen. Nur wenige Siege bei den großen Rennen und Rundfahrten fehlen. Darunter aber die Königin der Klassiker, die dem aktuell wohl besten Profi noch in der reichhaltigen Trophäensammlung fehlt.
10. April 2026
Von: dpa/det
„Es ist kein Geheimnis, dass Paris-Roubaix eines der großen Ziele für diesen Teil der Saison ist. Die wenigen Rennen, die ich bisher gefahren bin, sind perfekt gelaufen, daher ist die Motivation groß, der Druck aber gering“, sagte Pogacar vor seiner zweiten Teilnahme bei dem Klassiker.
Von den fünf bedeutendsten Rad-Klassikern – den sogenannten Monumenten – hat der 27-Jährige vier mitunter mehrmals gewonnen. Aber die „Hölle des Nordens“ fehlt ihm noch. Seine Form könnte kaum besser sein, erst am vergangenen Sonntag gewann er die Flandern-Rundfahrt. Ohnehin hat der slowenische Ausnahmekönner seit seinem WM-Triumph im September vergangenes Jahres jedes Rennen gewonnen, bei dem er am Start stand.
Was macht das Rennen so anspruchsvoll?
Paris-Roubaix gehört auch ohne Berge zu den anspruchsvollsten Herausforderungen im Radsport. Schließlich geht es von den 258,3 Kilometern insgesamt 54,8 Kilometer verteilt auf 30 Sektoren über das harte Kopfsteinpflaster Nordfrankreichs. Die mittelalterlichen Landwege sind teils matschig und dreckig – gerade bei Regen eine explosive Mischung. Berühmt sind die Bilder von malträtierten und mit Staub bedeckten Radprofis.Nördlich von der französischen Hauptstadt Paris aus schlängelt sich das Rennen von Compiègne Richtung Roubaix nahe der Stadt Lille und endet im geschichtsträchtigen Vélodrome, einer alten Radrennbann auf Beton.
Schlägt Tadej Pogacar zu? © ANSA / OLIVIER MATTHYS
„2021 war ich bei dem nassen Rennen mit dabei, als es komplett geregnet hat. Das war völlig gestört, weil man da eigentlich überhaupt keine Kontrolle mehr hatte“, sagt der einstige Roubaix-Sieger John Degenkolb der Deutschen Presse-Agentur.
Warum ist das Kopfsteinpflaster so tückisch?
„Die Vibrationen, die der Körper dort aushalten muss, die sind wirklich stark“, sagte Degenkolb und sprach von einem „absoluten Härtetest für Mensch und Maschine“. Mit breiteren Reifen, weniger Luftdruck und einer anderen Lenker-Einstellung versuchen die Profis, der Tortur zu trotzen.Beim Klassiker geht es wild zu. © APA/afp / STEPHANE MANTEY
Auf dem Kopfsteinpflaster haben vor allem Profis mit guter technischer Beherrschung klare Vorteile. Der niederländische Vorjahressieger Mathieu van der Poel, der schon dreimal in Roubaix erfolgreich war, gilt erneut als Topfavorit auf den Sieg.
Was hat es mit den Duschen in Roubaix auf sich?
Die Duschen im Vélodrome von Roubaix haben Legendenstatus. Die in den 1940er-Jahren gebauten und spartanischen Sanitäranlagen sind immer wieder Quelle atemberaubender Fotos, wenn sich die Radprofis nach einem harten Tag von Schlamm und Staub befreien. Jedem Sieger ist darin ein Messingschild gewidmet. „Neben all diesen großen Namen einfach seinen eigenen Namen da zu sehen, ist schon etwas Besonderes“, schwärmt Degenkolb, der auch elf Jahre nach seinem Triumph das eigene Schild zielsicher findet.Favoriten?
Den Sieg dürften voraussichtlich Pogacar und van der Poel unter sich ausmachen. Bei seiner ersten Teilnahme im vergangenen Jahr wurde Pogacar auch unter anderem wegen eines Ausrutschers Zweiter hinter van der Poel. Durch die vielen möglichen Szenarien auf dem Kopfsteinpflaster mit Stürzen und Defekten kann aber alles passieren.Profil bearbeiten
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