E Rennrad

Martin Bergmeister hat 11.500 Trainingskilometer abgespult, jetzt geht's in die USA.

Ein Brixner beim härtesten Rennen der Welt: „Nur kein Sekundenschlaf“

Mit dem Rennrad quer durch die USA – von West nach Ost, 4.945 Kilometer in weniger als 12 Tagen. Was sich verrückt anhört, ist für Martin Bergmeister ein großes Ziel. Wenige Wochen vor dem härtesten Radrennen der Welt, dem Race Across America (RAAM), haben wir mit dem ehemaligen Profi-Fußballer ein Kurzinterview geführt.


Martin Bergmeister, Ihr Name ist vielen im heimischen Fußball, Skilanglauf und Radsport ein Begriff. Erzählen Sie uns kurz von ihrer sportlichen Laufbahn?


Martin Bergmeister: „Ich war schon in Kindesalter extrem sportbegeistert und habe, wie so viele im Land, als Jugendfußballer begonnen. Als Torhüter war ich einigermaßen talentiert, so habe ich es später als Profi bis in die Serie C ( Martina Franca und Trient, Anm. d. Red. ) geschafft, später stand ich noch beim SSV Brixen und beim SV Vahrn zwischen den Pfosten. Irgendwann hatte ich genug vom Fußball und habe dann begonnen, mich dem Langlauf zu widmen, wurde dort sogar Landesmeister, ehe ich das Rad für mich entdeckt habe. Anfangs bin ich nur im Sommer als Training für die Langlauf-Saison geradelt, doch schon rasch entwickelte sich eine richtige Leidenschaft, die mich bis auf die Langstrecken geführt hat.“

„Irgendwann hatte ich genug vom Fußball“

Am 11. Juni starten Sie zum zweiten Mal beim Race Across America, für viele gilt das Rennen als unmenschlich. Warum tun Sie sich die Strapazen an?

„Zum einen liebe ich es, im Freien Sport zu betreiben. Der Streckenverlauf, die verschiedenen Landschaftsbilder in den USA, das hat schon was. Der wirkliche Reiz ist aber der Kampf gegen sich selbst. Man braucht extreme Disziplin, eisernen Willen und Selbstkontrolle, um der körperlichen Herausforderung und dem Drang nach Schlaf gewachsen zu sein. Schafft man es aber, die eigenen Grenzen zu verschieben, setzt das große Glücksgefühle frei.“

„Ich will die ersten 30 Stunden durchfahren“

Sie sprechen den fehlenden Schlaf an. Wie schafft es der Körper, 12 Tage fast pausenlos im Sattel zu sitzen?

„Ich will die ersten 30 Stunden durchfahren, danach werde ich 2 bis 3 Stunden pro Nacht schlafen. Damit hoffe ich, die Gefahr des Sekundenschlafs auf dem Rad zu verringern. Ich brauche aber auch die Unterstützung meines Begleitfahrzeuges, dass mich wachhält und im Notfall zur Stelle ist. Der fehlende Schlaf ist jedoch nicht die einzige Schwierigkeit. Man bedenke, dass wir zunächst bei Temperaturen um 45 Grad die kalifornische Wüste durchqueren, bevor es in die Rocky Mountains geht. Dort, auf 3500 Metern, geht es in Richtung Gefrierpunkt. Danach warten die langen, monotonen Weiten im Landesinneren, die besonders mentale Stärke und Konzentration verlangen.“


Wie fühlen Sie sich körperlich?

„Ich habe seit Januar 11.500 Kilometer abgespult, bin wochenlang die Gegend um Brixen und Bozen bis runter zum Gardasee abgefahren. Ich habe mich mental auf den Kraftakt vorbereitet. Ich würde sagen: Ich bin bereit!“


Steckbrief Martin Bergmeister
Geburtsdatum: 27. September 1962
Größe: 1,80 Meter
Gewicht: 71 Kilogramm
Wohnort: Brixen
Familie: Verheiratet, 2 Söhne
Beruf: Beamter im Gesundheitsministerium
Essen: Italienische und Tiroler Küche regionaler Herkunft
Hobbys: Ausdauersport, Wandern, Garteln



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SportNews wird Martin Bergmeister ab 11. Juni beim RAAM hautnah verfolgen und von seinem „Höllenritt“ durch die USA berichten.

Autor: fop

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