
Valentina Cavallar musste ein schlimmes Erlebnis durchstehen. © AFP / MARCO BERTORELLO
Ein Dopingtest neben der verstorbenen Mutter
Eine Profi-Radsportlerin aus Österreich sorgt mit einer schockierenden Geschichte für Empörung in der Sportwelt.
12. Oktober 2026
Von: apa/det
Nur wenige Stunden nach dem Tod ihrer Mutter hat sich Radprofi Valentina Cavallar einer Dopingkontrolle in den eigenen vier Wänden unterziehen müssen. Diese fand im Zimmer neben jenem statt, in dem ihre Mutter kurz zuvor gelegen war. Das offenbarte die 25-jährige Wienerin auf Instagram. Wegen des schweren Schicksalsschlags hatte die Bergspezialistin vom Team SD Worx-Protime ihre Saison vorzeitig beendet. Zuletzt war die Giro-Neunte bei der Tour de France im August im Einsatz.
„Meine Mutter im September zu verlieren, hat die Art und Weise, wie ich das Leben sehe, komplett verändert“, schrieb Cavallar. „Was diese Erfahrung noch schwerer machte, war, dass ich mich nur wenige Stunden nach dem Tod meiner Mutter zu Hause einer Dopingkontrolle unterziehen musste, die in dem Zimmer neben dem stattfand, in dem sie lag.“ Es sei „unglaublich schmerzhaft“ gewesen, sich unter diesen Umständen einer Dopingkontrolle unterziehen zu müssen, betonte die frühere Olympia-Ruderin.
Kontrolle „völlig fehl am Platz“
Außerdem sei die Kontrolle „völlig fehl am Platz“ gewesen und „respektlos meiner Familie gegenüber“, erklärte Cavallar, die bei den Sommerspielen 2021 im Leichtgewichts-Doppelzweier (14.) im Einsatz war und erst 2024 im Profiradsport einstieg. „Es zeigt, wie leicht wir vergessen, dass hinter jedem Sportler ein Mensch mit einem Leben, einer Familie und Gefühlen steht, die nicht einfach verschwinden, wenn die Verantwortungen des Profisports rufen.“Cavallar unterstrich, dass sie an sauberen Sport glaubt. „Aber ich glaube auch, dass Menschlichkeit, Mitgefühl und Respekt niemals vergessen werden dürfen.“ In diesem Jahr hatte sie mit starken Leistungen bei den Giro-Bergetappen überzeugt. Die Frauen-Vuelta beendete Cavallar auf dem zwölften Gesamtplatz, auf der Schlussetappe wurde sie Sechste.
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