E Rennrad

Sonny Colbrelli setzte sich im Zielsprint durch. © ANSA / CHRISTOPHE PETIT TESSON

Erster italienischer Sieg seit 22 Jahren: Colbrelli gewinnt Paris-Roubaix

Rad-Europameister Sonny Colbrelli hat die 118. Auflage von Paris-Roubaix gewonnen und damit für den ersten Sieg bei diesem Klassiker eines Italieners seit 22 Jahren gesorgt.

Der 31-Jährige setzte sich am Sonntag nach mehr als 6 Stunden bei seinem ersten Antreten bei diesem traditionsreichsten Eintagesrennen durch und entschied damit eines der fünf Monumente des Radsports für sich.


Nach der 257,7 km langen dramatischen, vor allem in den ersten Stunden von Regen und vielen Stürzen beeinträchtigten Kopfsteinpflaster-Tortur verwies Colbrelli in einem packenden Schlussspurt auf der alten Betonpiste im Velodrome von Roubaix den Belgier Florian Vermeersch (Lotto Soudal) und Top-Favorit Mathieu van der Poel aus den Niederlanden (Alpecin-Fenix) auf die Plätze. Die Akteure waren bei der Zielankunft vom Wetter und den Strapazen gezeichnet.

„Das ist ein Traum. Es ist mein erstes Paris-Roubaix und ich
gewinne. Dieses Jahr ist mein Jahr, ich bin sehr glücklich“, sagte
Colbrelli bei Eurosport, ehe er den schweren Pflasterstein als
Siegertrophäe für eines der fünf Monumente des Radsports in die Höhe
reckte. Der mehrfache Tour-de-France-Etappensieger und
Crossweltmeister van der Poel, der bereits beim olympischen
Moutainbike-Rennen durch einen Sturz das anvisierte Gold verpasste,
stand bedient auf dem Podium.

Groß war der Jubel bei Colbrelli. © APA/afp / ANNE-CHRISTINE POUJOULAT

Insgesamt gab es bei der diesjährigen Ausgabe des Radklassikers mehr als 20 Stürze – Paris-Roubaix wurde seinem berüchtigten Ruf wieder einmal voll gerecht. Das musste auch der der Nonsberger Gianni Moscon erfahren. Nach einer langen Solofahrt schien er auf dem Weg zum Sieg. Doch 30 Kilometer vor Schluss hatte Moscon erst einen Platten, wartete auf ein neues Rad und verlor Zeit, ehe er wenig später stürzte. Er wehrte sich lange, doch gut 17 Kilometer vor dem Ziel auf dem Carrefour de l'Arbre, einer der schwersten Kopfsteinpflasterpassagen, setzten van der Poel, Colbrelli und Vermeersch zur Attacke an. Moscon musste sich schlussendlich mit dem 4. Platz (+44 Sekunden) begnügen.

Der Nonsberger Gianni Moscon (vorne) lag lange in Führung (im Bild vor Van der Poel und Colbrelli. © APA/afp / ANNE-CHRISTINE POUJOULAT



903 Tage mussten die Radprofis und Fans auf die 118. Auflage warten, es war die längste Pause des Rennens seit dem Zweiten Weltkrieg. 2020 war das Rennen wegen der Corona-Pandemie ganz ausgefallen, in diesem Jahr musste der eigentliche Frühjahrsklassiker wegen der Virus-Verbreitung in den Herbst verlegt werden.

Bereits am Samstag hatte das Damenrennen stattgefunden – es war das erste Mal überhaupt, dass dieser Radklassiker auch für Frauen ausgetragen wurde. 116 Kilometer galt es zu bewältigen, 30 davon über die gefürchteten Pflastersteine. Die 32-jährige Britin Elizabeth Deignan bejubelte dabei nach einer eindrucksvollen Solofahrt einen prestigeträchtigen Premierenerfolg. Zweite wurde die Niederländerin Marianne Vos (Jumbo/+ 1.17 Min.). Rang drei ging an Deignans Teamkollegin Elisa Longo Borghini (ITA/1.47). Bei schwierigen Bedingungen mit teils nassem Untergrund, Wind und Regen in der Schlussphase gab es etliche Stürze.

Elizabeth Deignan beim Zieleinlauf. © APA/afp / ERIC LALMAND



Mit dabei war bei den Damen auch die Südtirolerin Elena Pirrone. Die 22-Jährige aus Steinmannwald hatte jedoch von Beginn an Materialprobleme und musste daher nach rund 50 Kilometern aufgeben.



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