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Daan Vermeulen passierte als Erster das Grödner Joch. © hkMedia

Giro delle Dolomiti: Vermeulen und Dietl gewinnen die Königsetappe

Die dritte Etappe der Dolomiten Radrundfahrt 2018 stand im Zeichen der Umrundung des Sellastocks. Mit einer Streckenlänge von 155 Kilometern mit 3275 Höhenmetern wurde den 700 Radsportlern aus 33 verschiedenen Nationen am Dienstag alles abverlangt.

Auf dem zeitgestoppten Abschnitt von Corvara hinauf auf das Grödner Joch behielten der Belgier Daan Vermeulen und Monika Dietl aus Deutschland die Oberhand. Beide führen auch die jeweilige Gesamtwertung an.

Bevor es beim rund 9 Kilometer langen Bergzeitfahren zwischen Corvara und dem Grödner Joch um den Tagessieg ging, hatten die Radsportler zunächst das Sellajoch, das Pordoijoch und den Campolongo-Pass zu bewältigen. Herrliches Sommerwetter mit einer phantastischen Weitsicht trugen maßgeblich zur gelungenen Umrundung des Sellastocks bei. Einmal in Corvara angekommen, nahmen die Giro-Fahrer schließlich den Kampf gegen die Stoppuhr auf.

Der zweitplatzierte Edi Rizzi, Simon Kofler und Ex-Profi Manuel Quinziato. © hkMedia

Bei den Männern stellte der Belgier Daan Vermeulen Tagesbestzeit auf. Der 23-Jährige bewältigte das Grödner Joch in 23.18 Minuten. Damit war der Radsportler aus Gent, der am Sonntag auch den Giro-Auftakt auf den Jaufenpass gewonnen hatte, ganze 50 Sekunden schneller als Eduard Rizzi (Sportler Team). Der Sarner gab auf dem 9 Kilometer langen Aufstieg mit 600 Höhenmetern alles und wurde am Ende mit Rang zwei belohnt. Damit war Rizzi auch der beste „Azzurro“ der dritten Giro-Etappe. „Ich habe heute meine Taktik geändert und bin von etwas weiter hinten gestartet, um das Bergzeitfahren dann voll durchzuziehen. Mit dem zweiten Platz bin ich sehr zufrieden. Am Donnerstag und Freitag werde ich noch einmal voll attackieren“, so der Sarner selbstbewusst. Das Podium komplettierte Fabio Barone, der 1.13 Minuten auf Vermeulen einbüßte. Der Kolumbianer Jaime Corredor, am Dienstag noch Sieger der Obereggen-Etappe, musste sich dieses Mal mit Rang vier zufriedengeben. In der Gesamtwertung konnte Vermeulen seinen Vorsprung auf Corredor auf 5.40 Minuten ausbauen. Rizzi liegt im Klassement 18 Sekunden hinter Corredor auf dem dritten Rang.

Monika Dietl eine Klasse für sich

Monika Dietl feierte bei den Frauen einen lupenreinen Hattrick. Die 39-jährige Deutsche gewann auch die dritte Etappe. Dieses Mal setzte sich die Radlerin aus Freising in Bayern mit einer Zeit von 30.14 Minuten durch. Rang zwei und drei gingen an die Schweizerinnen Esther Frei (+39 Sekunden) und Mirjam Bebi (+1.37). Frei hatte sich auf den ersten beiden Teilstücken Bebi geschlagen geben und mit Rang drei begnügen müssen – am Dienstag schlug sie nun zurück. Beste Italienerin war am Dienstag Barbara Zambotti aus Fondo im Trentino, die fünfte wurde. Ilse Pfeifer aus Eggen belegte Platz 11. Dietl führt in der Gesamtwertung souverän und steuert auf den Giro-Sieg zu. Auch hier hat sich Frei auf den zweiten Platz verbessert, vor ihrer eidgenössischen Landsfrau Bebi. Beste Italienerin ist Zambotti (8.), unmittelbar vor Pfeifer.

Die Persönlichkeit: Manuel Quinziato

Auf der dritten Etappe war kein geringerer als Manuel Quinziato unterwegs. Der 38-jährige Bozner bestritt, unter anderem im Dress des renommierten US-amerikanischen Rennstalls BMC Racing Team, mehrmals den Giro d’Italia, die Tour de France und die Vuelta. 2011 war er als Edelhelfer am Tour-de-France-Sieg des Australiers Cadel Evans beteiligt, dem er als „Wasserträger“ wertvolle Dienste erwies. Auch bei Weltmeisterschaften war der Bozner überaus erfolgreich, wie etwa seine beiden Weltmeistertitel im Mannschaftszeitfahren (2014, 2015) belegen. Im vergangenen Jahr hat Quinziato, der im Laufe seiner Karriere außerdem für die Teams Liquigas, Saunier Duval-Prodir, Lampre und Lampre-Daikin fuhr, seine aktive Laufbahn beendet. Mittlerweile arbeitet der 38-Jährige als Radsport-Manager.
„So lange saß ich noch nie im Sattel“
Der Bozner, der den Giro delle Dolomiti als Botschafter unterstützt, genoss das freie Fahren und die Umrundung des Sellastocks sichtlich. „Es hat mir ungemein getaugt und ich muss echt sagen, so lange wie heute saß ich wahrscheinlich noch nie im Sattel. Wie ich schon bei der Etappen-Vorstellung gesagt habe, sind die Dolomiten-Pässe sicherlich einer der schönsten Orte, um mit dem Rad zu fahren. Die Natur ist einmalig und das Panorama sowieso. Unterwegs hatte ich viel Zeit, um mit den Teilnehmern zu plaudern. Natürlich wurde ich um Tipps gebeten, vor allem ein russischer Radler hat mich regelrecht gelöchert. Es war ein sehr schöner Tag“, sagte ein sichtlich entspannter Manuel Quinziato.

Der Giro delle Dolomiti 2018 wird am Donnerstag mit der Etappe auf das Stilfser Joch fortgesetzt – ein weiterer Klassiker, auf den die Teilnehmer seit Wochen brennen.
Giro delle Dolomiti 2018 - Ergebnisse 3. Etappe (Sellaronda)
Männer:
1. Daan Vermeulen BEL 23.18 Minuten
2. Eduard Rizzi ITA/Sportler Team +50 Sekunden
3. Fabio Barone ITA +1.13 Minuten
4. Jaime Corredor BEL +1.21
5. Manuel Giacomelli ITA +1.24

Frauen:
1. Monika Dietl GER 30.14 Minuten
2. Esther Frei SUI/RV Winterthur +39 Sekunden
3. Mirjam Bebi SUI +1.37 Minuten
4. Gina Koch GER +2.07
5. Barbara Zambotti ITA/Somec-MG.K VIS-LGL +2.46
Giro delle Dolomiti 2018 - Gesamtwertung
Männer :
1. Daan Vermeulen 1:49.41 Stunden
2. Jaime Corredor 1:55.21
3. Eduard Rizzi 1:55.29
4. Manuel Giacomelli 1:55.52
5. Vebjørn Rønning NOR 1:57.34

Frauen:
1. Monika Dietl 2:23.00
2. Esther Frei 2:28.36
3. Mirjam Bebi 2:28.43
4. Gina Koch 2:31.50
5. Carola Skarabela GER 2:36.35
8. Barbara Zambotti 2:40.10
9. Ilse Pfeifer 2:43.53

Autor: pm/fop

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