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Dylan Groenewegen war am Sturz maßgeblich beteiligt. © SID / GIUSEPPE CACACE

Heftige Kritik an Rad-Rüpel: „Muss ins Gefängnis“

Nach dem Horrorsturz des niederländischen Radprofis Fabio Jakobsen bei der Polen-Rundfahrt hat der Radsport-Weltverband UCI Maßnahmen gegen den angeblichen Unfallverursacher Dylan Groenewegen eingeleitet. Dieser muss nun heftige Kritik einstecken.

Jakobsen war am Mittwoch bei der ersten Etappe der Polen-Rundfahrt im Zielsprint bei hoher Geschwindigkeit direkt in die Absperrgitter gekracht und reglos liegen geblieben. Der 23-Jährige war von seinem Landsmann Groenewegen abgedrängt worden.

Schwer verletzt, aber nicht in Lebensgefahr
Der Zustand sei „sehr schlimm. Wir beten weiter, dass er überlebt“, sagte Patrick Lefevere, Teamchef von Jakobsens belgischem Rennstalls Deceuninck-Quick Step, am Donnerstag im belgischen Radio, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete. „Alle Knochen in seinem Gesicht sind gebrochen“, berichtete Lefevere, nachdem der niederländische Straßenmeister zuvor fünf Stunden operiert worden war.

„Nachdem wir den Sturz gesehen haben, haben wir das Schlimmste befürchtet, aber jetzt wissen wir, dass die Situation ernst, aber stabil ist“, wurde Renndirektor Czeslaw Lang nach einem Besuch im Krankenhaus in einer Mitteilung der Organisatoren zitiert. „Nachdem ich mit dem Krankenhausdirektor gesprochen habe, bin ich etwas erleichtert.“ Jakobsen befindet sich im künstlichen Koma.

„Jakobsens Leben ist nicht mehr bedroht“
Rennärztin Barbara Jerschina

Anschließend hat eine Ärztin öffentlich Entwarnung gegeben. Jakobsen ist nach Angaben der Rennärztin Barbara Jerschina nicht mehr in Lebensgefahr. „Jacobsen hat eine Operation überstanden, sein Leben ist nicht mehr bedroht“, sagte Jerschina am Donnerstag nach Angaben der polnischen Nachrichtenagentur PAP. Neben dem 23 Jahre alten Niederländer würden noch drei weitere Radprofis in Krankenhäusern behandelt, sagte die für die Polen-Rundfahrt zuständige Medizinerin.
UCI und Lefevere attackieren Groenewegen
Lefevere hatte am Abend zuvor betont, dass Übeltäter Groenewegen eine Gefängnisstrafe verdiene. Diese Worte bedauere er nicht, sagte Lefevere und erklärte: „Wir werden Schritte unternehmen, um bei der UCI und der Polizei Anzeige zu erstatten. Das war ein krimineller Akt von Groenewegen. Er gehört in den Knast, dafür würde ich vor Gericht ziehen.“

„Die UCI verurteilt das Verhalten von Groenewegen aufs Schärfste“

Nun hat sich die UCI zu Wort gemeldet: „Die UCI verurteilt auf das Schärfste das gefährliche Verhalten des Fahrers Dylan Groenewegen, der Fabio Jakobsen wenige Meter vor dem Ziel in die Absperrung geschickt und damit einen Massencrash ausgelöst hat.“ Der Weltverband teilte mit, dass der Fall wegen des „unakzeptablen Verhaltens“ Groenewegens sofort für weitere Sanktionen an die Disziplinar-Kommission weitergeleitet worden sei. Groenewegen, der die Ziellinie als Erster überquerte und dann stürzte, wurde übrigens disqualifiziert.
Groenewegen als Rüpel bekannt
Der Übeltäter ist kein unbeschriebenes Blatt. So fiel der 27-Jährige vom Team Jumbo-Visma, der vier Mal eine Tour-de-France-Etappe gewinnen konnte, bereits im Oktober 2016 negativ auf, als er bei einem Sprint in Brüssel den Belgier Oliver Naesen in die Absperrung drückte. Anschließend bleib der Einspruch von Naesen ohne Gehör und Groenewegen wurde der Sieg zugesprochen.

Auch 2018 sorgte Groenewegen für Aufsehen, als er sich bei der 7. Etappe der Tour der France mit den Fans anlegte und sie mit einer Geste zum Schweigen bringen wollte.
Kritik an Veranstalter
Nach dem Horrorsturz wurde aber nicht nur Groenewegen, sondern auch die Veranstalter kritisiert. So schrieb der deutsche Radprofi Simon Geschke folgendes in den sozialen Netzwerken: „Jedes Jahr derselbe dumme Bergab-Sprint bei der Polen-Rundfahrt. Jedes Jahr frage ich mich, warum die Organisatoren denken, das sei eine gute Idee.“

Anschließend ergänzte der Tour-de-France-Etappensieger von 2015: „Massensprints sind gefährlich genug, man braucht kein Bergab-Finale mit 80 km/h.“

Autor: dl

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