E Rennrad

Stefano Stagni war der strahlende Gewinner der Maratona 2022 – nun steht er im Verdacht gedopt zu haben.

Motordoping bei der Maratona dles Dolomites?

„Was für die Marathon-Läufer New York ist, ist für uns Radamateure die Maratona dles Dolomites“, sagte der diesjährige Gewinner Stefano Stagni – jetzt steht er im Verdacht durch einen versteckten Motor im Rad geschwindelt zu haben.

Nach Rekordzeiten in den Anstiegen hält der Verdacht auf Motordoping in den sozialen Medien bei Stefano Stagni weiterhin an. Bewiesen konnte ihm das Motordopen allerdings nicht werden. Nun verteidigte sich der Sieger der Maratona: „Ich bin nicht so dumm, während einer Live-Übertragung im TV zu bescheißen!“


Nachdem italienische Erfolge im Profiradsport 2022 rar gewesen sind, erhielt ein Amateur die große Aufmerksamkeit in Italien: Nämlich der 27-jährige Elektronik-Ingenieur Stefano Stagni aus Ferrara. Der passionierte Amateur-Fahrer absolviert neben seiner Arbeit rund 20.000 Kilometer auf dem Rad im Jahr und war bis dato relativ unbekannt in der Szene. Dies änderte sich Anfang Juli schlagartig, mit seinem Triumph bei der Maratona dles Dolomites im Gadertal, dem prestigeträchtigsten Amateurrennen Italiens, fuhr er sich ins Rampenlicht.

Erfolg um jeden Preis?
„Im Ziel sind mir die Tränen gekommen, es war unglaublich. Nachher war ich völlig erschöpft, habe nur noch gegessen, gefeiert und zehn Stunden geschlafen“, freute sich Stagni nach seinem größten Erfolg. Nicht alle Beteiligten waren in derselben Stimmungslage wie Stagni - einige Insider äußerten einen Verdacht, dass nicht alles mit sauberen Dingen zugegangen sein konnte. „Nach dem Sieg habe ich auch einige Hassnachrichten bekommen“, erzählte Stagni bestürzt. Über 600 Personen haben eine Fahrt im Netz als irregulär markiert – eine Hassattacke findet der Italiener.


Jubel nach dem Erfolg bei einem der bedeuteten Radrennen der Welt.

Sogar der Algorithmus der weltweit führenden Trainingsapp Strava wertete seine Leistungen als „unmöglich“ ein und weigerte sich seine Aktivität zu zertifizieren. Die Kletterzeiten der berühmten Dolomitenpässe Giau und Falzarego seien von Stagni nicht mit normalen Mitteln zu erreichen, es seien Werte eines Tour-de-France-Profis, lautete die Begründung. Besonders ein kurzer Abschnitt in der zweiten Hälfte des Rennens, wo Stagni binnen kürzester Zeit das bis dato führende Duo einholte, beschäftigt die Ermittler. Nachdem im Internet ein Video aufgetaucht ist, indem Stagni während der steilen Schlussrampe, 3 Kilometer vor dem Ziel, einen Hebel am Lenker betätigt, der weder zum Schalten, noch zum Bremsen da ist, erhärtete sich der Verdacht auf einen versteckten Motor in der Nabe seines Hinterrads.
Verdächtiges Videomaterial macht die Runde
„Auf dem Video mag es vielleicht danach aussehen, aber so war es nicht“, beteuerte Stagni seine Unschuld. „Ich habe mich an Strava gewandt, meine Position erklärt und alle meine Daten offengelegt.“ Während seines Siegerinterviews mit RAI 2, wurde sein Rad schnell vom Gelände entfernt. „Weil ich mein teures Fahrrad nicht außer Sichtweite lassen wollte, habe ich es in Sicherheit bringen lassen. Wenn jemand auf eine Materialkontrolle bestanden hätte, hätte ich nichts dagegen gehabt“, versicherte Stagni.


6 Stunden Liveübertragung – Stagni im Fokus.

Auch die Organisatoren der Maratona reagierten nun auf den Vorwurf und kündigten für die kommenden Austragungen einen Scan und ein Röntgenbild der Räder an, wie es im Profipeloton seit einigen Jahren üblich ist. Stagni sagte gegenüber dem Corriere: „Italien ist ein Land wo jeder jedem misstraut. Der Fahrer, der als 200. ins Ziel kommt glaubt, dass die 199 vor ihm betrügen müssen. Ich kann mir guten Gewissens in die Augen schauen und versichern, dass ich sauber bin. Ich trete in die Pedale, um dabei Spaß zu haben!“




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