
Der Sturz von Debora Silvestri über die Leitplanke.
Sturz über Leitplanke überschattet Mailand-Sanremo
Beim Frühjahrsklassiker Mailand-Sanremo ist das Frauen-Radrennen von einem Horror-Sturz überschattet worden.
21. März 2026
Von: dpa
Die Italienerin Debora Silvestri stürzte auf der Abfahrt der Cipressa über die Leitplanke einige Meter in die Tiefe auf den Asphalt. Ihr Team Laboral Kutxa teilte später mit, dass sie in stabilem Zustand und auf dem Weg ins Krankenhaus sei. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es nähere Informationen geben.
Bei dem Vorfall waren zunächst einige Fahrerinnen, darunter Ex-Tour-Siegerin Kasia Niewiadoma-Phinney zu Fall gekommen. Silvestri hatte versucht auszuweichen und war dann über die Leitplanke gegangen.
Das gleiche Schicksal teilte eine weitere Fahrerin, die aber offenbar nicht so unglücklich aufgeprallt war und schnell wieder stehen konnte. Das Rennen gewann die zweimalige Weltmeisterin Lotte Kopecky im Sprint vor der Schweizerin Noemi Rüegg.
Pogacar triumphiert bei den Herren
Ebenso zu Sturz kam an diesem Tag Superstar Tadej Pogacar – der Slowene ließ sich davon aber nicht aufhalten. Der Dominator setzte sich am Samstag nach 298 Kilometern im Sprint gegen den Briten Tom Pidcock durch und gewann erstmals den Frühjahrsklassiker, der ihm in seiner Erfolgssammlung noch gefehlt hatte. Den dritten Platz holte sich der Belgier Wout van Aert.Tadej Pogacar trotze sogar einem Sturz. © ANSA / Roberto Bettini
Pogacar war gut 32 Kilometer vor dem Ziel in einer Kurve heftig zu Boden gegangen. „Als ich stürzte, dachte ich für eine Sekunde, alles ist vorbei. Es ist der wichtigste Teil des Rennens. Glücklicherweise war ich schnell wieder auf dem Rad. An meinem Rad und mir war nicht so viel kaputt. Die Beine waren noch in Ordnung“, sagte der viermalige Tour-de-France-Sieger, der eine beeindruckende Aufholjagd startete und an der Cipressa hinauf quasi am ganzen Feld vorbeiflog.
Der Ausnahmefahrer nahm sich nicht einmal Zeit zum Durchschnaufen, sondern ging direkt in den Attacke-Modus. Nur Vorjahressieger Mathieu van der Poel und Mountainbike-Olympiasieger Pidcock konnten ihm am vorletzten Anstieg noch folgen. Am Poggio, dem letzten Anstieg, musste dann auch Van der Poel abreißen lassen. Pogacar zog von der Spitze weg den Sprint an und kam einige Zentimeter vor Pidcock über die Ziellinie. „Die Emotionen sind nicht in Worte zu fassen. Es war so kompliziert heute“, sagte UAE-Teamchef Mauro Gianetti.
Paris-Roubaix fehlt Pogacar noch
In den vergangenen Jahren hatte der Slowene den Sieg in Sanremo immer knapp verpasst, gleich zweimal stand ihm dabei sein großer Rivale Van der Poel im Weg. Durch seinen ersten Triumph bei der „Classicissima“ hat Pogacar nun vier der fünf Radsport-Monumente mit den wichtigsten Eintagesklassikern gewonnen. Dem 27-Jährigen fehlt nur noch ein Sieg beim Kopfsteinpflaster-Klassiker Paris-Roubaix, der in drei Wochen auf dem Programm steht.Profil bearbeiten
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