
Tadej Pogacarist der große Favorit auf den Tour-Sieg. © APA/afp / HAROLD CUNNINGHAM
Überflieger Pogacar auf der Jagd nach fünftem Tour-Sieg
Nach einer neuerlich famosen ersten Saisonhälfte wird Tadej Pogacar nur schwerlich von seinem nächsten Sieg bei der Tour de France abzuhalten sein.
02. Juli 2026
Von: dpa/det
Der slowenische Titelverteidiger peilt seinen bereits fünften Triumph an. Am ehesten gefährden sollte ihn wieder der zweimalige Gewinner Jonas Vingegaard können. Mit Frankreichs neuem Hoffnungsträger Paul Seixas gibt es aber auch eine große Unbekannte, dem Supertalent trauen viele Experten bereits bei seinem Debüt Großes zu.
Die 113. Frankreich-Rundfahrt beginnt am Samstag in Barcelona ungewöhnlicherweise mit einem Teamzeitfahren. An den 21 Renntagen über 3.333 km bis nach Paris warten acht Gebirgsetappen mit fünf Bergankünften und ein Einzelzeitfahren zu Beginn der Schlusswoche. Der Showdown des Kletterspektakels mit insgesamt 54.500 Höhenmetern steigt im legendären Anstieg nach Alpe d'Huez, wo diesmal vor dem Finale auf den Champs-Elysees zwei Etappen in Folge enden.
Pogacar kann zu Allzeitgrößen aufschließen
Pogacar räumte heuer wie auch schon in den Vorjahren mehrere Frühjahrsklassiker ab, ehe er die Tour de Romandie und die Tour de Suisse nach Belieben dominierte. Der 27-Jährige war teilweise so überlegen, dass der Konkurrenz nur Kopfschütteln oder ungläubiges Staunen blieb. Nun soll bei der Großen Schleife der dritte Sieg in Serie folgen. „Die Tour de France ist jedes Jahr die größte Herausforderung der Saison und gleichzeitig das Rennen, das uns am meisten motiviert“, sagte Pogacar. Gewinnt er die Tour zum fünften Mal, würde er zu den Rekordhaltern Miguel Indurain, Eddy Merckx, Jacques Anquetil und Bernard Hinault aufschließen.Jonas Vingegaard will zurück auf den Tour-Thron. © ANSA / ansa
Seine Vorbereitung im Höhentraining verlief wunschgemäß. „Ich fühle mich gut, freue mich auf das Rennen und weiß, dass ich ein fantastisches Team um mich habe.“ Der Slowene kann sich in seiner UAE-Truppe auf schlagkräftige Adjutanten wie Isaac del Toro, Adam Yates oder Felix Großschartner verlassen. „Wir haben uns als Team hervorragend vorbereitet, jeder hat unglaublich hart gearbeitet“, sagte der bei 21 Tour-Etappensiegen haltende Weltmeister. Der Topfavorit sprach aber auch mögliche Hürden an. „Es wird starke Konkurrenten, schwierige Etappen und viele andere unvorhersehbare Momente geben.“
Dauerrivale Vingegaard wittert Chance
Vingegaard möchte den Slowenen stärker als im Vorjahr fordern und wie 2022 und 2023 möglichst auch schlagen. „Es ist drei Jahre her, dass ich die Tour gewonnen habe, und seitdem ist es eines meiner größten Ziele geblieben“, sagte der Däne. Viel Zuversicht schöpft er aus seinem überlegenen Sieg in Abwesenheit von Pogacar beim Giro d'Italia im Mai vor dem bei der Tour fehlenden Felix Gall. „Das hat uns einen enormen Schub gegeben und das Gefühl bestärkt, dass wir die Tour gewinnen können. Ich glaube an mich, und dieses Selbstvertrauen überträgt sich auf das ganze Team“, sagte Vingegaard.Der aufgrund einiger Glanzleistungen mit vielen Vorschusslorbeeren bedachte Seixas sollte ebenfalls ganz vorne mitmischen. Viele Franzosen träumen davon, dass der 19-Jährige sogar die sehr lange Durststrecke der Grande Nation mit dem letzten Sieg von Hinault 1985 beenden kann. „Du meine Güte, was für ein Fahrer. So einen wie ihn haben wir in Frankreich seit 50 Jahren nicht mehr gesehen, seit Hinault. Unglaublich“, schürte Tour-Direktor Christian Prudhomme die hohen Erwartungen an den Youngster aus dem Decathlon-Rennstall.
Seixas selbst gab sich betont zurückhaltend. „Ich setze mir kein konkretes Ziel, da ich mich auf unbekanntes Terrain begebe. Ich hoffe, eine wichtige Rolle zu spielen, mich weiter zu verbessern und auch Spaß zu haben.“
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