E Rennrad

Jonas Vingegaard mit Töchterchen Frida und ihrem Plüsch-Löwen. © ANSA / YOAN VALAT

Vingegaards Schwur: „Sind total sauber“

Die obligatorische Doping-Frage moderierte der designierte Tour-Sieger Jonas Vingegaard gekonnt ab. Um die Nerven seines Teamkollegen Wout van Aert war es dagegen nicht so gut bestellt.

Jonas Vingegaard hatte mit dieser Frage in der Stunde des Triumphs natürlich gerechnet. Und war bestens vorbereitet. Ob man denn seinen Leistungen bei der Tour de France trauen könne, wollte eine US-Journalistin wissen. „Wir sind total sauber. Jeder von uns. Ich kann für das ganze Team sprechen. Niemand von uns nimmt etwas Verbotenes“, sagte der designierte Sieger der 109. Frankreich-Rundfahrt und erklärte zugleich, was sein Team Jumbo-Visma denn besser mache als andere. „Wir sind aufgrund unserer Vorbereitung so gut. Wir haben Höhentrainingslager weiterentwickelt. Wir schauen auf das Material, die Ernährung, das Training. Das Team gehört in diesen Punkten zu den besten. Deshalb muss man uns glauben.“


Die Frage der Legitimität der Leistungen ist mit der jüngeren Geschichte des Radsports fest verwachsen. Sämtliche Tour-Sieger in diesem Jahrhundert bekamen sie gestellt, antworteten mal ausführlich, mal wortkarg. Oder eben patzig wie Vingegaards Teamkollege Wout van Aert. „Das ist solch eine Scheißfrage. Sie kommt jedes Mal, wenn jemand die Tour gewinnt. Weil wir so gut sind, müssen wir uns rechtfertigen? Ich verstehe das nicht“, sagte der Belgier, immerhin mehrfacher Etappensieger und designierter Gewinner des Grünen Trikots dieser Tour.

Vingegaard verteidigte gestern im Zeitfahren sein Gelbes Trikot. © ANSA / YOAN VALAT


Womöglich versteht Vingegaard die Frage besser – allein schon aus dem historischen Kontext heraus. Der 25-Jährige war noch nicht geboren, als Bjarne Riis 1996 als erster Däne die Tour gewann und in dem Land jenen Boom lostrat, den Deutschland ein Jahr später mit Jan Ullrich erlebte. 2007 brach Riis seinen Landsleuten schließlich das Herz, als er mit einer fast schon unverschämten Gleichgültigkeit Doping gestand.
Feierlichkeiten in Kopenhagen
Für Vingegaard wird es am Mittwoch einen Empfang auf dem Rathausplatz von Kopenhagen geben – wie einst für Riis. „Ich freue mich sehr auf die Woche. Es wird sicher sehr stressig, aber auch sehr aufregend“, sagte Vingegaard. Es liegt an ihm, seinen Worten bezüglich Doping in den kommenden Jahren Glaubwürdigkeit zu geben. Die Frage nach dem sauberen Tour-Sieger wird er nämlich immer wieder gestellt bekommen.

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