E Rennrad

Remco Evenepoel (r.) als U17-Nationalspieler in einem Match gegen Italien. Ein Gegner aus dieser Partie (Raoul Bellanova) spielt jetzt bei Inter.

Vom Fußball-Talent zum Superstar auf dem Rad

Der Vuelta-Triumph von Remco Evenepoel (22) erlöste eine ganze Radsport-Nation. Seit 44 Jahren hatte kein Belgier mehr eine große Rundfahrt gewonnen. Dabei stand Evenepoel vor fünf Jahren noch vor einer Karriere als Fußballer.

Remco Evenepoel ist noch jung, aber schon ein Superstar in der Radsport-Szene. Der Vuelta-Gesamtsieg ist sein bisher größter Erfolg. In Belgien wird Evenepoel schon mit der ewigen Legende Eddy Merckx verglichen. Dabei wollte er ursprünglich gar nicht Radfahrer, sondern Fußballprofi werden.


PSV, Anderlecht und Mechelen waren die Jugend-Stationen von Evenepoel als Fußballer. 5 Junioren-Länderspiele hat er als Linksverteidiger für Belgien bestritten, ehe er den Anderlecht-Verantwortlichen im Winter 2017 nicht mehr gut genug war. Es würde für ihn nicht zum Profi reichen, wurde Evenepoel, der zuvor sogar Kapitän der U17 war, mitgeteilt. Aus Frust über diese Nachricht hing das junge Fußball-Talent die Schuhe gleich ganz an den Nagel und begann mit dem Radfahren.

Horror-Unfall: Bei der Lombardei-Rundfahrt verletzte sich der Belgier nach einem Brückensturz schwer. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

Nur eineinhalb Jahre später feierte Evenepoel seinen ersten großen Erfolg auf dem Drahtesel. Im September 2018 kürte er sich zum Junioren-Weltmeister im Zeitfahren und im Straßenrennen. Es folgten Siege bei den Großen (u.a. das extrem anspruchsvolle Eintagesrennen Clasica San Sebastian) und er wurde Vizeweltmeister im Zeitfahren. Der Weg zur goldenen Karriere wurde 2020 jäh gestoppt. Bei der Lombardei-Rundfahrt stürzte Evenepoel über eine Brücke. Die Folge: Beckenbruch und Lungenquetschung. Die gesamte Radsport-Welt bangte um die Fortsetzung der Karriere. Evenepoel pausierte fast ein gesamtes Jahr und hatte nach seinem Comeback große Schwierigkeiten, wieder in Tritt zu kommen.

In der Weltspitze angekommen: Remco Evenepoel. © APA/afp / OSCAR DEL POZO

Mittlerweile ist Evenepoel aber dort, wo ihn Radsport-Experten schon lange sehen – nämlich an der Weltspitze. Der Vuelta-Gesamtsieg wurde freilich auch begünstigt durch die Aufgabe von Topfavorit Primoz Roglic (er hat schon drei Mal die Vuelta gewonnen). Und doch: Wer es innerhalb kürzester Zeit vom Fußballer zum Radsport-Superstar schafft, der muss vor allem eines mitbringen: viel Talent.

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