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Tadej Pogacar ließ alle hinter sich. © ANSA / YOAN VALAT

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Tadej Pogacar ließ alle hinter sich. © ANSA / YOAN VALAT

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Pogacar siegt und holt Gelb

Am Montag bejubelte Rad-Superstar Tadej Pogacar seinen 22. Etappensieg bei der Tour de France mit weit ausgebreiteten Armen. Und holte sich als Belohnung auch noch das Gelbe Trikot von seinem großen Rivalen Jonas Vingegaard.

„In der Mitte des Rennens haben wir uns dazu entschieden, dass der Etappensieg möglich ist“, sagte er. „Ich bin sehr glücklich, dass wir die Tour so gestartet haben.“ Am Schlussanstieg nach Les Angles gewann der 27-Jährige den Sprint einer größeren Gruppe und verwies Vingegaard auf Platz zwei.


Am Vortag hatte der Vorjahressieger noch seinem Edelhelfer Isaac del Toro den Sieg überlassen, der dieses Mal für ihn am Ende der 195,9 Kilometer den Sprint anzog. „Wegen Isaac hatte ich heute etwas extra Power. Er hat heute mehr als hundert Prozent gegeben, das ganze Team eigentlich“, freute sich der viermalige Toursieger. Pogacar führt die Gesamtwertung nun an. Mit einem Abstand von weniger als einer Sekunde dahinter folgt sein dänischer Konkurrent.

Jonas Vingegaard musste seine Führung abgeben. © ANSA / YOAN VALAT

Jonas Vingegaard musste seine Führung abgeben. © ANSA / YOAN VALAT


Vier Bergwertungen und 3.850 Höhenmeter mussten die Fahrer bei der ersten Bergetappe überwinden, der zweitlängsten der Rundfahrt. Der letzte Anstieg war aber nur 1,7 Kilometer lang. Eine Ausreißergruppe führte das Rennen lange an, von der am Ende nur noch Alex Baudin übrig blieb. Der Franzose wurde rund zwölf Kilometer vor dem Ziel eingeholt. Pogacars Team leistete im Hauptfeld die Führungsarbeit.

Trotz Appell: Fans an den letzten Anstiegen

Das Rennen war bei Temperaturen um 30 Grad in den flachen Stücken zu Beginn hektisch. Viele Fahrer versuchten, auf der zweitlängsten Etappe der Rundfahrt in eine Ausreißergruppe zu kommen. Das Hauptfeld ließ eine große Gruppe um Mads Pedersen dann ziehen, kontrollierte aber den Abstand. Noch in Spanien gab es am Col de Toses erstmals bei dieser Tour einen Anstieg der ersten Kategorie zu erklimmen. Dort führten Norwegen-Fans vor der Durchfahrt die Ruder-Choreo vor, die ihre Landsleute gerade bei der Fußball-WM populär gemacht haben.

Die Hitze setzte den Fahrern zu. © ANSA / ANNE-CHRISTINE POUJOULAT / POOL

Die Hitze setzte den Fahrern zu. © ANSA / ANNE-CHRISTINE POUJOULAT / POOL


Im Anstieg fiel die Gruppe auseinander. Sechs Profis fuhren an der Spitze. Baudin holte sich die Punkte. Dann ging es erstmals in diesem Jahr nach Frankreich, wo die Etappe wegen des Waldbrandes angepasst werden musste. „Wir bitten die Öffentlichkeit, sich weder in der Nähe der Rennstrecke noch am Zielort aufzuhalten“, hatte Tour-Chef Christian Prudhomme am Vorabend appelliert. Er danke den Menschen, die an die Strecke kommen wollten „im Voraus für ihr Verständnis und ihre Nachsicht.“ Bei Verstößen drohte eine Geldstrafe.

Fast 4.600 Hektar wurden bereits von dem Feuer erfasst, das in einem schwer zugänglichen Gebirgsmassiv rund 70 Kilometer von Les Angles entfernt ausgebrochen ist. 10.000 Menschen wurden evakuiert. Ein Feuerwehrmann sowie ein Anwohner wurden schwer verletzt. Der Brand wurde durch Wind, große Hitze und vor allem durch eine außergewöhnlich hohe Lufttrockenheit angefacht.

Große Hitze droht

Auf der vierten Etappe könnte es eine Chance für Ausreißer oder robuste Sprinter geben. Die 181,9 Kilometer zwischen Carcassonne und Foix sind hügelig, aber ohne Bergwertungen der beiden höchsten Kategorien. Allerdings müssen sich die Profis auf große Hitze einstellen. Temperaturen über 40 Grad sind möglich.

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