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„See you in Tokyo“ hatte es 2016 bei der Schlussfeier in Rio geheißen. © APA/afp / ERIC FEFERBERG

2 Jahre vor Olympia in Tokio: Südtirols mögliche Starter (1)

Am 9. August 2020 wird die Schlussfeier die Olympischen Sommerspiele von Tokio offiziell beenden. Voraussichtlich werden auch wieder Sportler aus Südtirol dabei sein. Für einige hat bereits der Qualifikations-Stress begonnen. Sportnews wirft in diesem zweiteiligen Beitrag einen ersten Blick auf mögliche Olympiastarter und auf die verschiedenen Qualifikationskriterien.

2016 waren 7 Athleten aus Südtirol bei den Spielen in Rio de Janeiro dabei – und sehr erfolgreich, denn sie kehrten mit 3 Medaillen nach Hause zurück: mit Silber und Bronze für Wasserspringerin Tania Cagnotto sowie mit Silber für Volleyballer Simone Giannelli.

Da in einigen Sportarten bereits jetzt, 2 Jahre vor den Spielen, Qualifikationswettkämpfe stattfinden, versuchen wir einen Einblick zu geben auf die Teilnahmechancen von Südtirolers Athleten bei Olympia 2020. Gleichzeitig versuchen wir, ein bisschen Licht zu werfen auf die recht komplexen und je nach Sportart völlig unterschiedlichen Quali-Kriterien.

Selbstverständlich kann in 2 Jahren viel passieren. Nachwuchskräfte können kometenhaft in die Weltspitze vordringen, während derzeitige Topleute wegen Rücktritt, Verletzungen oder Formschwäche womöglich gar nicht in Tokio dabei sein können. Nichtsdestotrotz versuchen wir eine Momentaufnahme.

Beginnen wir bei den Sportarten, die bereits 2016 Südtiroler Sportler am Start sahen:

Radsport/Mountain-Bike

Eva Lechner belegte in Rio Rang 18, während Gerhard Kerschbaumer , anders als 4 Jahre zuvor in London, sich gar nicht qualifizieren konnte. Beide könnten in Tokio dabei sein, wenn sie bis dahin ihre Vormachtstellung in Italien verteidigen. Kerschbaumer ist derzeit top, Lechner ein bisschen weniger. Sie ist auch die Ältere und wird 2020 35 Jahre alt sein.

Erstes Quali-Kriterium der Biker wird Italiens Platzierung in der UCI-Teamwertung vom 28.5.2020 sein, und zwar bei Männern und Frauen getrennt. Der Rang gibt Ausschlag, ob 1, 2 oder 3 Athleten pro Land am Start sein werden.

Sportschießen

Die Eppaner Sportschützin Petra Zublasing , die sich in Rio mit dem undankbaren vierten Rang im Dreistellungskampf begnügen musste, hat sicher auch Olympia 2020 im Visier, möglicherweise sogar mit einem Bewerb mehr, denn zusätzlich zum Dreistellungskampf und zum 10-m-Luftgewehr-Schießen könnte der Mixed-Bewerb zusammen mit ihrem Partner Niccoló Campriani hinzukommen.

Neben Zublasing haben auch Simon Weithaler und Barbara Gambaro kleine Chancen, sich für Olympia zu qualifizieren.

Für die Sportschützen gibt es bei mehreren Wettkämpfen Gelegenheit, Olympia-Startplätze zu erkämpfen: bei der WM 2018, bei einzelnen Weltcups 2019, bei speziellen Olympia-Quali-Wettkämpfen und auch über die Weltrangliste vom 20.4.2020.

Wasserspringen

Mit den 2 Olympiamedaillen von Rio hat sich Tania Cagnotto ihren Traum erfüllt, ihre Karriere gekrönt und wenig später ihren Rücktritt erklärt. Nachdem sie inzwischen Mutter geworden ist, hat sie auf Drängen ihrer Synchron-Partnerin Francesca Dallapé durchklingen lassen, dass sie vielleicht doch für den olympischen Paar-Bewerb 2020 ins Sportgeschehen zurückkehren könnte. Vermutlich würde sich auch ihr Väter Giorgio über Tanias Start in Tokio freuen, denn genau dort hatte er 1964 als 17-Jähriger sein Olympiadebüt gegeben.

Auch Maicol Verzotto hat als Synchron-Spezialist das Zeug, nach 2016 auch die Qualifikation für Olympia 2020 zu schaffen. Ein bisschen schwieriger dürfte es für Vladimir Barbu werden, aber beim Nachwuchs sind Leistungsexplosionen immer möglich.

Wichtig für die Vergabe der Olympiatickets der Wasserspringer wird die WM 2019, wo je 12 Einzel-Startplätze pro Disziplin und je 3 Synchron-Startplätze vergeben werden. Weitere Tickets gibt es dann beim nächstjährigen Weltcup.

Tennis


Karin Knapp ist zwar nicht mehr dabei, aber vielleicht schafft Andreas Seppi seine vierte Olympiateilnahme nach 2008, 2012 und 2016. Der Kalterer wäre 2020 zwar bereits 36 Jahre alt, das muss aber nicht viel heißen: Roger Federer, die aktuelle Nummer 2 der Welt, ist 37...

Für die 64 Startplätze des olympischen Tennisturniers wird vor allem die Weltrangliste vom 8. Juni 2020 entscheidend sein, denn 56 Plätze werden gemäß diesem Ranking vergeben – mit der Einschränkung von maximal 4 Spielern pro Land.

Volleyball

Bei den Mannschaftssportarten müssen für die Sportler gleich zwei Hürden beiseite geräumt werden: Zuerst muss das Team die Qualifikation schaffen und dann muss der Sportler in den Olympiakader nominiert werden.

Im Volleyball haben 2 Südtiroler zumindest für Teil 2 sehr gute Karten in der Hand: Der Bozner Simone Giannelli , der schon 2016 Olympiasilber gewann, ist unbestritten Italiens bester Aufspieler, während auch die Missianerin Raphaela Folie sich einen Stammplatz erkämpft hatte, bevor sie sich eine Knieverletzung zuzog, die sie bis Herbst außer Gefecht setzt. Sollte die Genesung optimal verlaufen, dürfte „Rapha“ sicher wieder in den Kader zurückkehren.

Die je 12 Olympia-Team-Startplätze für Männer und Frauen werden ab 2019 bei mehreren Qualifikationsturnieren vergeben.

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Im zweiten Teil dieser Olympiavorschau wird der Fokus auf jene Sportarten gelegt, in denen 2016 keine Südtiroler am Start waren.

Autor: ds

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