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IOC-Präsidentin Kirsty Conventry hat dem Druck von Donald Trump nachgegeben. © APA/afp / FABRICE COFFRINI

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IOC-Präsidentin Kirsty Conventry hat dem Druck von Donald Trump nachgegeben. © APA/afp / FABRICE COFFRINI

Geschlechtertests und Olympia-Bann für Transfrauen

Unter dem Druck des nächsten Olympia-Gastgebers Donald Trump verlangt das IOC künftig einen einmaligen Geschlechtertest von Sportlerinnen für die Teilnahme an Frauen-Wettbewerben.

Transfrauen ist ein Start in den Frauen-Konkurrenzen von den Sommerspielen in Los Angeles 2028 an untersagt, wie das Internationale Olympische Komitee mitteilte. Die neue Richtlinie ist das Ergebnis einer von IOC-Präsidentin Kirsty Coventry eingesetzten Arbeitsgruppe zum „Schutz der Frauen-Kategorie“.


„Die Zulassung für alle Wettkämpfe in Frauen-Kategorien bei den Olympischen Spielen oder anderen IOC-Veranstaltungen, einschließlich Einzel- und Mannschaftssportarten, ist nun auf biologische Frauen beschränkt“, heißt es in den neuen IOC-Bestimmungen. Diese seien laut Coventry von medizinischen Experten ausgearbeitet worden.

Donald Trump hatte den IOC-Beschluss gefordert. © APA / PATRICK SMITH

Donald Trump hatte den IOC-Beschluss gefordert. © APA / PATRICK SMITH


Bei dem Geschlechtertest könne via Wangenabstrich oder Blutabnahme zuverlässig festgestellt werden, ob eine Sportlerin eine männliche Geschlechtsentwicklung durchlaufen habe. Der IOC-Beschluss kommt den Forderungen von US-Präsident Trump entgegen. Dieser hatte immer wieder versprochen, „Männer aus dem Frauensport herauszuhalten“.

Hitzige Debatte um Boxerin Imane Khelif

Auslöser für die Diskussionen und die nun verschärfte IOC-Politik war eine Geschlechterdebatte bei den Sommerspielen in Paris 2024, in deren Zentrum die Olympiasiegerinnen Imane Khelif und Lin Yu-ting standen. Beide waren zuvor vom Weltverband Iba von der WM ausgeschlossen worden, da sie auf der Basis eines nicht näher erklärten Geschlechtertests angeblich die Teilnahme-Kriterien nicht erfüllt hatten.
Boxerin Imane Khelif löste in Paris hitzige Debatten aus. © APA/afp / MOHD RASFAN

Boxerin Imane Khelif löste in Paris hitzige Debatten aus. © APA/afp / MOHD RASFAN

Bei Olympia durften beide starten. Der damalige IOC-Präsident Thomas Bach sagte unter Verweis auf die damals geltenden Regeln: „Es bestand nie ein Zweifel daran, dass sie Frauen sind.“ Khelif betonte zuletzt noch einmal: „Ich bin keine Transsexuelle, ich bin ein Mädchen.“ Transmenschen oder Transgender sind Personen, die sich nicht mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde. Khelif kündigte bereits vor der Neuregelung des IOC an, sich vor Olympia 2028 in Los Angeles einem Geschlechtertest zu unterziehen.

2021 in Tokio hatte die Teilnahme von Laurel Hubbard im Gewichtheben viel Aufsehen erregt. Die Neuseeländerin lebte 35 Jahre lang mit einer männlichen Zuschreibung, trat bei den Sommerspielen in Japan nach einer Geschlechtsanpassung aber im Frauen-Wettkampf an.

Schlagwörter: Sport Mix IOC Olympia 2028

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