Q Sport Mix

Das Feuer bei den Paralympischen Spielen brennt. © APA/afp / CHARLY TRIBALLEAU

Mit einer faszinierenden Show: Paralympics feierlich eröffnet

Mit einer farbenfrohen, einfühlsamen und künstlerisch-verspielten Eröffnungsfeier haben die wohl außergewöhnlichsten Paralympischen Spiele aller Zeiten begonnen.

Unter dem ermutigenden Titel „We have wings“ („Wir haben Flügel“) boten die japanischen Darstellerinnen und Darsteller, darunter Behinderte, am Dienstag eine bunte Show, die etwas von einem fröhlichen Zirkus hatte. Die Zeremonie vor coronabedingt leeren Zuschauerrängen, aber in Anwesenheit von Kaiser Naruhito und Ehrengästen wie IOC-Präsident Thomas Bach, strahlte Wärme aus und sollte nicht nur Behinderte, sondern der ganzen pandemiegeplagten Welt Hoffnung und zugleich Mut zum Wandel machen.


„Ich kann es nicht glauben, dass wir tatsächlich hier sind“, sagte Andrew Parsons, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), mit Blick auf die einjährige Verschiebung: „Von morgen an beginnen die paralympischen Athleten wieder, die Welt zu verändern.“ Auch Japan als Gastgeber hofft, dass die Paralympics einen gesellschaftlichen Wandel im eigenen Land hin zu Inklusion einleiten und Diskriminierung überwunden wird.

Kaiser Naruhito gibt Startschuss
Parsons bedankte sich vor den rund 3400 Athletinnen und Athleten, Offiziellen und Ehrengästen sowie rund 2400 anwesenden Journalisten wiederum bei den Gastgebern auf Japanisch mit den Worten „Arigatou Japan, arigatou Tokio“ – danke Japan, danke Tokio. Um 22.08 Uhr Ortszeit erklärte Kaiser Naruhito die XVI. Sommerspiele für eröffnet.

Andrew Parsons, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees, und Japans Kaiser Naruhito (r.). © APA/afp / PHILIP FONG

Das von der Polizei abgeriegelte Olympiastadion, vor dem es bei der Eröffnung der Olympischen Spiele zu Protesten gekommen war, verwandelte sich in einen quirligen „Para-Flughafen“. Über der Arena stieg ein Feuerwerk auf, bevor die Para-Athletinnen und Para-Athleten aus 159 Nationen zu einheizender Musik „landeten“. Als erstes zog das Flüchtlingsteam unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln in das fast leere Olympiastadion ein. Als „Zeichen der Solidarität“ mit den afghanischen Para-Athleten, die wegen der Machtübernahme der Taliban nicht nach Tokio kommen können, wurde als fünfte die Flagge Afghanistans von einem Freiwilligen ins Stadion getragen. n
Italienisches Mega-Aufgebot
Die italienische Mannschaft, die mit 115 Athleten so groß ist wie nie, wurde angeführt von Fecht-Star Bebe Vio und Schwimmer Federico Morlacchi. Südtiroler sind in Tokio keine am Start. Die letzte heimische Paralympics-Teilnehmerin war Claudia Schuler 2012 in London ( hier spricht sie im Interview über die anstehenden Spiele in Tokio).

Die italienische Delegation beim Einmarsch im Olympiastadion. © ANSA / Bob Martin for OIS HANDOUT

Dass Menschen auch mit Behinderungen über sich hinauswachsen können, erzählte die Eröffnungsfeier wie in einem Märchen. Protagonistin war ein Mädchen im Rollstuhl in Gestalt eines kleinen Flugzeugs, das nur einen Flügel hat. Es hatte den Traum vom Fliegen aufgegeben. Doch dann sieht sie seltsame Gestalten wie aus einem japanischen Manga-Comic um sich, die trotz mancher körperlicher Behinderungen vor Leben nur so strotzen und zu fetziger Rockmusik tanzen und herumwirbeln. Von ihnen inspiriert und angefeuert, beginnt das kleine Flugzeug zu spüren, dass es auch fliegen kann. Dies ist die Botschaft der Paralympics.

Um 22.50 Uhr Ortszeit wurde schließlich das paralympische Feuer in einem mit Wasserstoff gefüllten Behälter entzündet, der die Sonne symbolisiert.

Schlagwörter: Sport Mix Paralympics Tokio

Empfehlungen

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben.

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2021 Sportnews - IT00853870210