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Veronika Stepanova (3.v.r.) holte in Peking mit der Langlauf-Staffel die Goldmedaille. Hier wurde sie von Vladimir Putin im Kreml geehrt.

So unterstützt eine russische Olympiasiegerin den Krieg

Bei den Olympischen Spielen in Peking hat Veronika Stepanova eine Goldmedaille gewonnen. Jetzt wurde die Langläuferin von Vladimir Putin dafür geehrt. Zeitgleich verteidigte die 21-Jährige den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Ex-Tennis-Ass Alexander Dolgopolov kritisierte Stepanova dafür.

Russische Sportler sind fast von allen internationalen Events ausgeschlossen worden. Das sorgt manchmal für Kritik, wie zuletzt von Novak Djokovic und Alexander Zverev. Die beiden Tennis-Stars hatten das OK-Team von Wimbledon kritisiert, weil diese den russischen Tennisspielern die Teilnahme verweigern. Der allgemeine Tenor der Kritik: Sportler aus Russland können nichts für den Krieg in der Ukraine und dass Sport nicht mit Politik vermischt werden soll.


Die Langläuferin Veronika Stepanova beweist das Gegenteil und zeigt, wie eng Sport und Politik beieinanderliegen. Am Dienstag wurden die erfolgreichen russischen Olympia-Teilnehmer im Kreml für ihre Leistungen in Peking gewürdigt. Stepanova, die Gold im Langlauf gewonnen hatte, ergriff dabei das Wort, verteidigte den russischen Krieg in der Ukraine und sprach ihre Unterstützung aus. „Russland ist auf dem richtigen Weg. Wir werden in der Ukraine gewinnen, so wie wir bei den Olympischen Spielen gewonnen haben“, so die 21-Jährige, die sich mit der Staffel zur Olympiasiegerin gekürt hatte – und anschließend mit einem Unterhosen-Statement aufhorchen ließ.

„Alles was ich im Kreml gesagt habe, sind meine Gedanke und meine Gefühle.“ Veronika Stepanova, Langläuferin

In den Sozialen Medien postete Stepanova anschließend ein Bild von der Zeremonie, das sie mit Vladimir Putin zeigt (die gedopte Eiskunstläuferin Kamila Valieva ließ sich u.a. mit Putin alleine ablichten). Dazu schrieb sie einen Text, indem sie ihre Worte verteidigt: „Ich bin stolz darauf, dass mir der Präsident unsere großartigen Landes die Auszeichnung überreicht hat. Alles was ich im Kreml gesagt habe, sind meine Gedanke und meine Gefühle. Wir haben Recht und wir werden gewinnen!“

Der ukrainische Tennis-Spieler Alexander Dolgopolov, der im Mai des vergangenen Jahres seine Karriere aufgrund von Verletzungen beendet hat, kritisierte Stepanova für ihre Aussagen. Zu einem Video, das die Russin bei ihrer Rede zeigt, schrieb Dolgopolov: „Sie sagen, die russischen Sportler haben nichts mit Politik zu tun. Sie sind alle unschuldig. Na klar“, so der ironische Kommentar des 33-Jährigen.

Alexander Dolgopolov kritisierte zuletzt immer wieder russische Sportler. © APA/afp / STR

Zuletzt hatte Dolgopolov bereits den russischen Tennisspieler Andrey Rublev kritisiert, nachdem sich dieser über den Wimbledon-Ausschluss beschwert hatte. Rublev hatte gesagt, dass er unpolitisch sei und nichts über den Krieg in der Ukraine wisse. Der Ausschluss vom Wimbledon-Turnier sei nicht demokratisch, so Rublev. Dolgopolov entgegnete dem Russen: „Wenn du schon so ungebildet bist, dass du nichts über den Krieg deines Landes in der Ukraine weißt, dann solltest du zumindest nicht über Demokratie sprechen. Eure Leute vergewaltigen Frauen und Kinder, exekutieren Leuten mit Schüssen in den Hinterkopf und sind einfach nur Barbaren. Also sei bitte still, anstatt wie eure Regierung zu lügen.“

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