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Jannik Sinner zeigte einmal mehr, was für ein Phänomen er ist. © APA/getty / AL BELLO

4 Stunden lange Achterbahnfahrt: Sinner im Viertelfinale!

Was für eine Achterbahnfahrt der Gefühle für Jannik Sinner. Der Sextner Youngster hat in seinem Achtelfinale der US Open einen knapp vier Stunden langen Thriller für sich entschieden und steht in der Runde der besten 8!

Puh, was war das für ein Match! Jannik Sinner (ATP 13) steht in New York im Viertelfinale – musste in seinem Achtelfinale aber die verschiedensten Gefühlslagen durchleben. Mit dem Überraschungsmann Ilya Ivashka (ATP 73) lieferte sich der Pusterer einen knapp vier Stunden langen Tennis-Thriller, bei dem er im fünften Satz schon wie der sichere Verlierer aussah. Doch ausgerechnet dann spielte Sinner sein bestes Tennis und krallte sich doch noch den Sieg. Genau das ist der Unterschied zwischen einem sehr guten und einem Weltklassespieler. Am Ende lautete das Ergebnis 6:1, 5:7, 6:2, 4:6, 6:3 aus Sicht des Südtirolers.


Sinner hat somit in allen vier Grand Slams mindestens ein Mal das Viertelfinale erreicht – und das mit 21 Jahren. In der Runde der besten 8 trifft der Youngster nun auf das spanische Wunderkind Carlos Alcaraz. Die Nummer 4 musste im Achtelfinale gegen Marin Cilic (ATP 17) ebenfalls über fünf Sätze gehen, gewann aber mit 6:4, 3:6, 6:4, 4:6, 6:3. Das Match steigt voraussichtlich in der Nacht auf Donnerstag (MESZ).

Kampfgeist und Nervenstärke

Für Sinner heißt es jetzt aber erst einmal runterkommen. Denn das Match gegen Ivashka im Louis-Armstrong-Stadion war eine Nervenschlacht, in der es nicht weniger als 18 Breaks gab, elf davon für Sinner. Der Belarusse, der für sein großes Kämpferherz bekannt ist, zeigte, dass er nicht umsonst ins Achtelfinale eingezogen ist und dabei Spieler wie Hubert Hurkacz (ATP 10) und Lorenzo Musetti (ATP 30) eliminieren konnte. Allerdings ist auch zu sagen, dass Sinner nicht seinen besten Tag erwischte. Der Südtiroler hatte vor allem mit seinem Service zu kämpfen: Er machte 14 Doppelfehler, zudem gingen nur 46 Prozent der ersten Aufschläge ins Feld. Dass er trotzdem eine Runde weiter kam, spricht für die Qualitäten und den Kampfgeist des Jungstars.

Sinner steht im Viertelfinale. © APA/getty / AL BELLO


In den ersten beiden Games baute Sinner gegen den Grödner Challenger-Sieger von 2020 gleich vier Doppelfehler ein, spielte ansonsten aber stark und sicherte sich den Satz mit 6:1. Im zweiten Durchgang brachte sich der 21-Jährige mit insgesamt sieben Doppelfehlern immer wieder aus dem Rhythmus, was Ivashka auszunutzen wusste und den Satz mit 7:5 gewann. In der Folge baute auch der Osteuropäer Fehler ein und Sinner fand – trotz nicht astreinen Spiels – wieder auf die Siegerstraße (6:2). Doch auch dieses Mal hatte Ivashka eine Antwort parat. Obwohl der Sextner drei Breakchancen hatte, überließ er den Satz dem Belarussen (6:4). Sinner hatte vor allem mit dem Aufschlag zu hadern, er wirkte ziemlich genervt und hatte nicht die Körpersprache, die man von ihm kennt.

Plötzlich ist Sinner wie ausgewechselt

Das war zunächst auch im fünften und entscheidenden Satz so. Als Sinner zu Null das Break zum 1:3 kassierte, zeichnete sich die Niederlage ab. Was der Südtiroler dann aber bot, war erste Sahne. Wie auf Knopfdruck präsentierte sich der 21-Jährige ausgewechselt.

Ilya Ivashka spielte stark, doch am Ende war Sinner zu gut. © APA/getty / AL BELLO


Plötzlich spielte er die unmöglichsten Punkte, wie einen No-Look-Cross-Passierball, der alleine das Eintrittsgeld wert war. Mit der Hilfe der wenigen verbleibenden Zuschauer, die nach Mitternacht (Ortszeit) noch im Louis-Armstrong-Stadion verweilten, pushte sich Sinner und bekam mit jedem Punkt mehr Selbstvertrauen. Endlich spielte er konstantes Weltklasse-Tennis – und da hatte Ivashka nicht den Hauch einer Chance. Nach 3.47 Stunden stand Jannik Sinners Sieg schließlich fest.

Die Viertelfinals

Nick Kyrgios (ATP 25) – Karen Khachanov (31)
Matteo Berrettini (14) – Casper Ruud (7)
Jannik Sinner (13) – Carlos Alcaraz (4)
Andrey Rublev (11) – Frances Tiafoe (26)

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