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So jubelte Andreas Seppi nach seinem Sieg über Roger Federer. © AFP / MAL FAIRCLOUGH

Andreas Seppis letzter Tanz

In dieser Woche geht eine der größten Südtiroler Sportkarrieren aller Zeiten zu Ende. Andreas Seppi sagt nach über zwei Jahrzehnten beim Challenger-Turnier in St. Ulrich dem Tennis ade.

Weder die Veranstalter des ATP-Turniers in Florenz noch jene in Neapel gewährten Andreas Seppi auf dessen Abschiedstour eine Wildcard im Hauptfeld. Eine Entscheidung, die international Kopfschütteln auslöste und eine, die der unglaublichen Karriere von Italiens langjähriger Nummer 1 nicht gerecht wird. Immerhin kann der Kalterer dem Sport nun im einem Ort Lebewohl sagen, der nicht nur seine zweite Heimat ist, sondern mit dem er auch sportlich viele schöne Erinnerungen verbindet: Zwei Mal gewann er das Turnier in Gröden. Ob ein dritter Titel in dieser Woche hinzukommen wird, ist unklar. Fest steht aber, dass Seppi alles geben wird, um seine Karriere so lange wie möglich hinaus zu zögern.


Der 38-Jährige trifft am Dienstag um ca. 19 Uhr zum Auftakt des Turniers in St. Ulrich auf den Deutschen Yannick Hanfmann. Gegen den Sandplatz-Spezialisten, der zurzeit die Nummer 154 der Welt ist, ist der Routinier schon einmal angetreten: Im Jahr 2017 setzte sich Hanfmann beim Challenger-Turnier in Bergamo in zwei klaren Sätzen durch. Der 30-Jährige ist im Duell der leichte Favorit, obwohl er im Zeitraum nach den US Open ausschließlich auf südamerikanischen Sand gespielt hat. Aber Achtung: Seppi kennt die Bedingungen in St. Ulrich aus dem Effeff, zudem hinterließ er zuletzt in der Florenz-Quali gegen den späteren Halbfinalisten Mikael Ymer einen guten Eindruck. Angetrieben von den eigenen Fans ist ihm eine Überraschung zuzutrauen.

Eine Weltkarriere

Ungeachtet des Ausganges dieses Matches kann Seppi auf eine herausragende Karriere zurückblicken. Der zweifache Familienvater hat drei Turniersiege eingefahren, über 800 Matches auf ATP-Niveau bestritten – und vor allem an 67 Grand-Slam-Turnieren teilgenommen. Eine Statistik, die die Konstanz des Kalterers eindrucksvoll widerspiegelt. Seppi stand exakt 810 Wochen in den Top-100 der Weltrangliste. Er schlug Roger Federer und Rafael Nadal. Und: Er wird weltweit von Konkurrenten und Trainer als Beispiel, als Vorbild angesehen.

Andreas Seppi beendet nach dieser Woche seine Karriere. © GETTY IMAGES NORTH AMERICA / AL BELLO


Ivan Ljubicic, ehemaliger Weltklasse-Spieler und langjähriger Federer-Trainer, hat den Südtiroler kürzlich wie folgt beschrieben: „Andreas Seppi ist einer von denen, die man sich zum Vorbild nimmt und davon träumt, dass die eigenen Kinder so werden wie er“, schreibt der Kroate: „Ein Beispiel dafür, dass man 'normal' sein und darüber hinaus eine unglaubliche Karriere haben kann, ohne Drama, ohne künstliche Aufmerksamkeit. Grande Seppio, er verdient eine Menge Respekt.“ Wenn das Mal kein passendes Schlusswort ist.

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