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Volle Ränge, Umarmungen, kein Sicherheitsabstand: Die Adria-Tour hat weitreichende Folgen. © APA/afp / ANDREJ ISAKOVIC

ATP hatte vor Adria-Tour gewarnt

Das Corona-Fiasko rund um die von Novak Djokovic organisierte Adria-Tour, lässt auch die höchsten Verbandsfunkionäre nicht kalt. Harsche Kritik kommt auch von Andy Murray.

Die Organisation der Tennisprofis (ATP) hat den Teilnehmern der Adria-Tour und anderer privat organisierter Turniere angemessene Sicherheitsmaßnahmen sowie die Einhaltung der Abstandsregeln empfohlen. Diese fanden offenbar kein Gehör.


Die Adria-Tour ist eine vom Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic, der am Dienstag ebenfalls positiv getestet worden ist, veranstaltete Serie, die in seiner Heimatstadt Belgrad begann und zuletzt im kroatischen Zadar gastierte. Dabei gab es keine strengen Hygieneregeln, laut Djokovic aber auch keine Verstöße gegen geltende Maßnahmen. Nach dem Bulgaren Grigor Dimitrov und dem Kroaten Borna Coric hatte am Montagabend im Serben Viktor Troicki ein dritter Teilnehmer erklärt, dass er positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

Gaudenzi hofft auf Umdenken bei Spielern
Der ATP-Vorsitzende Andrea Gaudenzi bedauerte die Fälle im Gespräch mit der New York Times (Dienstag-Ausgabe). „Ich weiß, dass es viel Kritik gab“, sagte der 46-jährige Italiener, fügte aber auch hinzu: „Man braucht keine Spieler und Menschen, die sich umarmen, damit jemand positiv getestet wird.“

Die Vorkommnisse könnten dazu beitragen, dass folgende Veranstaltungen sicherer würden, weil die Spieler williger seien, sich in einem begrenzten Raum aufzuhalten. „Es ist ein bisschen so, als wenn du Deinen Kindern sagst, dass sie einen Helm tragen sollen, wenn die das Fahrradfahren lernen“, sagte Ex-Profi Gaudenzi. „Sie sagen 'nein, nein, nein', dann fallen sie hin und tragen den Helm.“
Murray kritisiert Djokovic hart
Andy Murray hat Djokovic derweil für dessen unzureichenden Umgang mit den Corona-Regeln während der Adria-Tour kritisiert. „Ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu Novak. In der Nachbetrachtung macht das, was da passiert ist, aber keinen guten Eindruck“, sagte die einstige Nummer eins der britischen Tageszeitung The Times (Dienstag). „Es ist wichtig, dass Top-Athleten auf der ganzen Welt zeigen, dass wir das ernst nehmen und uns darüber im Klaren sind, dass wir Abstandsregeln einhalten“, sagte Murray.
„Ich hofffe, dass wir daraus lernen“
Andy Murray
„Ich hoffe, dass wir daraus lernen, weil letztendlich wird die ATP Tour nicht zurückkommen, wenn wir jede Woche Probleme haben und die Spieler machen, was sie wollen“, sagte Murray, der in dieser Woche bei einem Showkampf-Turnier in England erstmals seit sieben Monaten wieder ein Match bestreiten wird.

Die Herren-Tour soll am 14. August mit dem Turnier in Washington wieder beginnen. Ab dem 31. August sind die US Open in New York geplant. Dort sollen strenge Hygieneregeln gelten.

Autor: apa/dpa/fop

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