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Hat gegen Djokovic an der Sensation gekratzt, steht aber dennoch in der Kritik: Lorenzo Musetti. © AFP / CHRISTOPHE ARCHAMBAULT

Becker rüffelt Jungstar Musetti: „Es geht um Charakter“

Lorenzo Musetti hat mit seinem Match gegen Novak Djokovic die Tennis-Fans begeistert. Allerdings kassierte der 19-Jährige auch Kritik – und das ausgerechnet von einer ehemaligen Branchengröße.

Musetti hat am Montag gegen Novak Djokovic an der Sensation geschnuppert: Die ersten beiden Sätze konnte er im Achtelfinale der French Open gegen den Tennis-Großmeister aus Serbien für sich entscheiden, dann brach er aber ein und musste sich doch noch geschlagen geben – wobei er im fünften Satz beim Stand von 0:4 aufgegeben hat. Offenbar plagte sich der Tennisspieler aus Carrara mit Schmerzen rum.


Diese späte Aufgabe konnte Boris Becker, seinerseits TV-Experte bei Eurosport Deutschland, nicht nachvollziehen. „Wenn man sich mit den Größten der Szene auseinandersetzt, dann muss man körperlich und geistig bereit sein. Und das verstehen die Jungen nicht. Es ist nicht nur Tennis spielen, es geht um Charakter und Persönlichkeit“, so die klaren Worte des sechsfachen Grand-Slam-Siegers.

Keine schlimme Verletzung
Zudem ergänzt Becker: „Ich hab jetzt keine ganz schlimme Verletzung gesehen. Er hätte noch zwei Games spielen können. Deshalb finde ich es nicht gut, bei 0:4 im fünften Satz aufzuhören. Da muss man auch den Respekt gegenüber dem anderen zeigen und sagen: Du hast mich heute geschlagen. Und dann gibt es ein 6:0. Es ist eine Reifeprüfung.“

Tennis-Ikone Boris Becker. © AFP / TOBIAS SCHWARZ


Musetti selbst bestätigte bei der Pressekonferenz nach dem Spiel, dass er nicht gröber verletzt ist. „Es ist keine Verletzung. Es waren nur ein bisschen Krämpfe und ein bisschen Schmerzen im unteren Rücken. Ich konnte keinen Punkt mehr gewinnen und so war es auch nicht wirklich dankbar für die Menge, die da war“, so die Nummer 76 der Welt.

Aussagen, die Beckers Kritik in gewisser Weise rechtfertigen. Allerdings sagte der ehemalige deutsche Tennisstar auch: „Musetti ist zusammen mit Jannik Sinner der beste Teenager auf der Tour und hat Djokovic große Probleme bereitet. Er macht alles gut und hat nicht die große Wunderwaffe.“

Schlagwörter: Tennis

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Kommentare (1)

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Hermann Zanier [melden]

Gerade Becker sollte das Maul nicht so aufreissen, er war selten ein gutes Beispiel für den Nachwuchs. Freilich kann man am Platz herumhumpeln und fertigspielen, aber gerade bei Leisten verletzungen kann das auch in die Hose gehen und bringt nichts. Herr Becker, wieder einmal eine Gelegenheit verpasst, das Maul zu halten!

08.06.2021 15:30

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