
Matteo Berrettini wurde aufgefordert, Spiele absichtlich zu verlieren. © AFP / GLYN KIRK
Berrettini-Schock: „Sie haben gedroht, meine Familie zu töten“
Matteo Berrettini sorgt bei den US Open mit einer erschütternden Enthüllung für Aufsehen. Der italienische Tennisstar berichtet von Todesdrohungen gegen seine Familie – offenbar ausgelöst durch verlorene Sportwetten.
02. September 2026
Von: fop
Nach seinem Auftaktsieg gegen Stan Wawrinka wurde Berrettini auf die zunehmende Verbindung zwischen Tennis und Wettgeschäft angesprochen. Seine Antwort ließ aufhorchen: Während der French Open in Paris habe sein Bruder Jacopo Nachrichten erhalten, in denen der Familie mit dem Tod gedroht worden sei.
Dabei sollen die Forderungen klar ausgesprochen worden sein. „Sie schrieben unter anderem: 'Matteo ist so schlecht. Sag ihm, er soll verlieren, ansonsten töten wir seine Familie'“, schildert der Römer.
Der Hintergrund soll klar gewesen sein: Menschen, die auf Berrettinis Matches gewettet hatten, wollten den Ausgang der Partien beeinflussen. Die Familie habe den Vorfall laut Berrettini umgehend der ATP gemeldet und Anzeige erstattet. Auch Telefonnummern und weitere Informationen seien weitergegeben worden.
„Das ist ein großes Problem“ Matteo Berrettini
Berrettini macht deutlich, dass ihn die Vorfälle nicht nur persönlich beschäftigen. Besonders um jüngere Profis sorgt er sich. „Wir sind 30 Jahre alt und erwachsen“, erklärte der Italiener sinngemäß. Für junge Spieler könne der psychische Druck durch solche Nachrichten noch wesentlich schwerer zu verkraften sein.
Berrettini sorgt sich um junge Profis
Das Problem sieht Berrettini insbesondere bei kleineren Turnieren. Auf der Challenger-Tour sei die Kontrolle rund um die Plätze schwieriger, gleichzeitig seien die Spieler stärker mit Personen konfrontiert, die hohe Summen auf ihre Matches setzen. Er fordert deshalb bessere Schutzmaßnahmen für die Profis und eine stärkere Organisation, die sich gezielt mit Bedrohungen und Wettmissbrauch beschäftigt.Matteo Berrettini steht dieser Tage bei den US Open in New York im Einsatz. © APA/afp / KENA BETANCUR
Berrettini selbst habe nach eigener Aussage noch nie gewettet und verspüre auch keinen Wunsch danach. Gleichzeitig sei ihm bewusst, dass das Wettgeschäft inzwischen fest zum Profisport dazugehört. Was für ihn jedoch völlig inakzeptabel ist, sind die Auswüchse: Wer wegen einer verlorenen Wette Spieler oder deren Familien bedroht, überschreitet eine klare Grenze.
Berrettinis Aussagen werfen damit erneut eine unangenehme Frage auf: Wie viel Einfluss darf das Wettgeschäft auf den professionellen Sport haben – und wie können Spieler davor geschützt werden, wenn aus Frust und finanziellen Verlusten plötzlich reale Bedrohungen werden?
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