
Jannik Sinner steht vor der nächsten schwierigen Aufgabe. © APA/afp / GLYN KIRK
Borges will Sinner ärgern: „Der Druck liegt bei Jannik“
Nach seinem wackeligen Auftaktsieg in Wimbledon bekommt es Jannik Sinner am Mittwoch (14.30 Uhr MESZ) mit Nuno Borges zu tun. Der Portugiese kommt ohne Druck und mit durchaus gefährlichen Waffen.
30. Juni 2026
Von: tu
Jannik Sinner hat zum Auftakt von Wimbledon zwar das Debakel verhindert, wirklich überzeugen konnte der Titelverteidiger gegen Miomir Kecmanovic aber nicht. Der Sextner musste über fünf Sätze gehen, wirkte phasenweise nervös und hatte mit einem Sturz sowie einem blutigen Schuh zu kämpfen. Am Ende stand zwar der Sieg, doch vor der zweiten Runde ist klar: Sinner muss sich steigern.
Dort wartet am Mittwoch auf dem Centre Court Nuno Borges, die Nummer 48 der Welt. Der 29-jährige Portugiese setzte sich in der ersten Runde souverän gegen den US-amerikanischen Qualifikanten Tristan Boyer durch und kommt damit deutlich entspannter in das Duell mit dem Weltranglistenersten. Borges weiß, dass er klarer Außenseiter ist – und genau darin sieht er seine Chance. „Die ganze Last liegt auf Jannik. Ich muss versuchen, ohne Erwartungen zu spielen. Alles kann passieren“, erklärte Borges vor dem Match.
Borges könnte Sinner gefährlich werden. © ANSA / NEIL HALL
Borges ist kein Showman, sondern ein harter Arbeiter mit solidem Aufschlag, druckvoller Vorhand und flacher Rückhand, die auf Rasen gefährlich werden kann. Der Portugiese spielte einst College-Tennis in den USA, studierte Kinesiologie und schaffte erst spät den Durchbruch: 2024 erreichte er zwei Slam-Achtelfinals und gewann in Bastad gegen Rafael Nadal seinen ersten ATP-Titel.
Sinner der klare Favorit
Gegen Sinner gab es bisher ein Duell. 2022 trafen die beiden in Sofia aufeinander, damals setzte sich der Südtiroler auf Hartplatz in zwei Sätzen durch. Viel hatte Borges in dieser Partie nicht zu melden, doch seither hat sich der Portugiese deutlich weiterentwickelt. Trotzdem spricht die Ausgangslage klar für Sinner: Borges hat gegen Top-10-Spieler bislang meist schlechte Karten gehabt, während der Pusterer trotz des Fehlstarts in Wimbledon weiterhin als großer Favorit gilt.Sinners körperliche Verfassung spielt eine große Rolle. © APA/afp / GLYN KIRK
Für Sinner wird es nun darum gehen, von Beginn an mehr Ruhe in sein Spiel zu bringen. Gegen Kecmanovic leistete er sich ungewöhnlich viele Wackler, kämpfte sich aber mit 31 Assen und starker Physis zurück. Sollte der 24-Jährige seinen Rhythmus schneller finden, ist er gegen Borges klar im Vorteil. Lässt er den Portugiesen jedoch lange im Match, könnte es auf dem heiligen Rasen erneut unangenehm werden.
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