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Carlos Alcaraz hat jetzt auch die Australian Open gewonnen. © APA/afp / FIONA HAMILTON

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Carlos Alcaraz hat jetzt auch die Australian Open gewonnen. © APA/afp / FIONA HAMILTON

Carlos Alcaraz und das kleine Känguru

Da saß er nun, der jüngste Spieler in der Geschichte des Tennis, der alle vier Grand-Slam-Turniere gewonnen hat.

22 Jahre und 272 Tage alt war Carlos Alcaraz, als er gegen Novak Djokovic im Endspiel der Australian Open den Titel holte, womit er jetzt schon im Besitz aller vier Trophäen der wichtigsten Events in seiner Sportart ist. Was soll da noch kommen? Was soll ihn da noch antreiben? Die Antwort ist für Alcaraz ganz einfach. „Ich hasse es zu verlieren“, sagte der Spanier. „Das ist meine Motivation. Zu versuchen, so wenig zu verlieren, wie ich kann.“


Bislang ist ihm das in seiner immer noch jungen Karriere unfassbar gut gelungen. Sieben Grand-Slam-Titel hat der Weltranglisten-Erste bereits gewonnen. Und so, wie der Spanier aktuell zusammen mit dem Südtiroler Jannik Sinner das Männer-Tennis dominiert, werden noch viele dazukommen. „Es ist historisch und legendär, was du leistest“, sagte der 38 Jahre alte Djokovic – mit 24 Grand-Slam-Titeln schon längst eine Tennis-Legende.

Alcaraz mit der Siegertrophäe. © ANSA / ROB PREZIOSO

Alcaraz mit der Siegertrophäe. © ANSA / ROB PREZIOSO


Wenn Alcaraz so lange spielt wie Djokovic, ist es nicht vermessen zu prognostizieren, dass der Spanier dem Serben den Titel als Rekord-Grand-Slam-Champion im Laufe seiner Karriere abluchsen wird. „Er wird noch in vielen Endspielen stehen“, prophezeite Djokovic. Für die große spanische Zeitung El País ist schon jetzt klar: „Alcaraz gehört bereits zu den Besten.“ Die Sportzeitung As befand: „Ein irrationaler Triumph.“

Debatten um Trainertrennung

Dabei hatte es vor Beginn dieses Tennis-Jahres einige Zweifel an der Verfassung des Spaniers gegeben. Gegen Ende der vergangenen Saison hatte er sich völlig überraschend von seinem Erfolgscoach Juan Carlos Ferrero getrennt. Noch immer ist nicht ganz geklärt, warum es zum Ende der zumindest von außen her betrachtet perfekten Zusammenarbeit gekommen ist. Ferrero macht in Interviews keinen Hehl daraus, dass ihn die Trennung enttäuscht hat. Dem Vernehmen nach soll es um Geld und ein paar Eitelkeiten gegangen sein.

Alcaraz hat nun sieben Grand-Slam-Titel gesammelt. © APA/afp / IZHAR KHAN

Alcaraz hat nun sieben Grand-Slam-Titel gesammelt. © APA/afp / IZHAR KHAN


Nach dem verwandelten Matchball in der Rod Laver Arena und einer freundschaftlichen Umarmung mit Djokovic rannte Alcaraz zu seinem Team und fiel besonders seinem neuen Coach Samuel López um den Hals. Den Namen Ferrero, der ihn zu dem dominanten Spieler geformt hat, der er aktuell ist, nahm er an diesem historischen Abend in Melbourne kein einziges Mal in den Mund. Das Thema Ferrero ist Vergangenheit.

Frage nach dem Tattoo

Nun wolle er seinen ersten Sieg in Melbourne auch ein bisschen genießen. „Tennis ist ein wunderbarer Sport, aber seine schlechte Seite ist, dass es Woche für Woche Turniere gibt. Und deshalb realisiert man manchmal gar nicht, was man gerade geschafft hat“, sagte Alcaraz.

Am Tag nach seinem historischen Triumph konnte er den Titel zumindest noch etwas genießen. Am Royal Exhibition Building posierte Alcaraz mit dem Norman Brookes Challenge Cup. Und dann musste er noch eine ganz wichtige Tradition fortsetzen. Für jeden Grand-Slam-Titel lässt sich der Spanier ein Tattoo stechen. Was also ziert seinen muskulösen Körper in Zukunft als Erinnerung an den historischen Triumph von Melbourne? Auch darauf hatte Alcaraz eine Antwort parat. „Es wird ein kleines Känguru.“

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