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Jannik Sinner erntet nach seinem Olympia-Verzicht viel Kritik. © AFP / MARTIN BUREAU

CONI-Boss schießt gegen Sinner: „Hat mir nicht gefallen“

Die Olympia-Absage von Jannik Sinner lässt weiter die Wogen hochgehen. Nun schaltet sich auch Italiens höchster Sportfunktionär in die Diskussion ein – und das mit klaren Worten.

Am Wochenende hat Jannik Sinner seinen Verzicht auf die Sommerspiele in Tokio bekanntgegeben. Zwar ist er nicht der einzige Weltklassespieler, der nicht nach Japan reist, doch bei kaum einem anderen sorgte die Absage für derart viel Diskussionsstoff.


Da Sinner zuletzt weit von seiner Bestform entfernt war und noch immer am Beginn einer langen Entwicklung steht, scheint der Beschluss aus sportlicher Sicht durchaus schlüssig. Der Zeitpunkt der Absage und die großen Hoffnungen, die viele Tennisfans in Sinner gesteckt hatten, ließen den 19-Jährigen dennoch ins Kreuzfeuer der Kritik rutschen.

Diesen Tönen schließt sich nun auch Giovanni Malagò, der Präsident des italienischen Olympischen Komitees (CONI), an. Er habe sich mit Sinner via Textnachrichten ausgetauscht und respektiere persönlich die Wahl des Südtirolers, allerdings schob er hinterher: „Als CONI-Präsident, als Italiener kann ich diese Entscheidung aber nicht teilen.“

Giovanni Malagò und das Olympische Komitee hatten große Hoffnungen in Sinner gesteckt.


Italiens Tokio-Delegation hatte Sinner mit viel Vorschusslorbeeren bedacht, der Tennisverband warb sogar mit seinem Gesicht für Olympia. Deshalb kann sich Malagò eine weitere Speerspitze nicht verkneifen: „Musetti wird sich sicher gut schlagen und Sinner nicht nachtrauern lassen. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack.“
Barazzutti: „Besser er bleibt zuhause“
Noch deutlich härter geht eine italienische Tennis-Ikone mit Sinner ins Gericht: Laut dem langjährigen Davis-Cup-Teamchef Corrado Barazzutti sei sein Entschluss eine „Abwertung des weltgrößten Sportwettbewerbs“. Er sagt auch: „Wenn jemand sich nicht an gewissen Werten richtet, ist es besser, er bleibt zuhause.“

Sinner hatte zwar bei seiner Begründung für den Olympia-Verzicht von einer „schwierigen Entscheidung“ gesprochen und ausdrücklich betont, dass die Teilnahme für ihn eine große Ehre gewesen wäre, ob er sich aber einen so starken Gegenwind erwartet hatte, darf bezweifelt werden. Fest steht allerdings auch: Bleibt Sinner derart fokussiert auf den Tennissport, wird er auch an diesen schwierigen Momenten wachsen und in Zukunft durchaus noch die Chance bekommen, bei Olympia sein Können unter Beweis zu stellen.

Schlagwörter: Tennis

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