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Der nächste Stern am Tennishimmel? Lorenzo Musetti hat das Zeug dazu. © APA/afp / RICCARDO ANTIMIANI

Das nächste Supertalent: Lorenzo Musetti auf Sinners Spuren

Fußball, Schwimmen, Volleyball: Das sind nur einige Sportarten, wofür Italien bekannt ist. Schon bald könnte sich dies ändern, denn neben Jannik Sinner zieht zurzeit ein weiteres Tennis-Supertalent die Aufmerksamkeit auf sich. Ein Supertalent, das auch hierzulande einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

12. November 2019: Während hunderte Zuschauer in der Tennishalle Runggaditsch gespannt auf Jannik Sinners erstes Match beim Challenger in St. Ulrich warten, schlägt ein gewisser Lorenzo Musetti auf dem Nebenplatz – abseits des Troubles – fast ungeachtet den jetzigen Top-90-Spieler Gianluca Mager glatt in zwei Sätzen. Jener Lorenzo Musetti, der 2019 die Australian Open der Buben in einem dramatischen sowie hochklassigen Finale gewann. Jener Lorenzo Musetti, der am Dienstag im Foro Italico in Rom beim ATP-1000-Turnier den dreimaligen Grand-Slam-Sieger Stan Wawrinka mit 6:0, 7:6 vom Platz fegte. Jener Lorenzo Musetti, der so viel und gleichzeitig so wenig mit dem um ein Jahr älteren Jannik Sinner gemeinsam hat.

Zurück zu den Wurzeln
Der 18-jährige aus Carrara ist ein Spieler der alten Schule. Heißt, dass sein Repertoire weit größer als Aufschlag, Rückhand und Vorhand ist. Musetti zeichnet sich durch sein variables Spiel und seiner unglaublich feinen Hand aus. Ob Slice, punktgenaue Stop-Bälle oder bombensichere Volleys – der Italiener ist schon in jungen Jahren ein kompletter Spieler. Selbst Sinner sagt, dass Musetti „womöglich die besseren Schläge, das größere Potenzial hat.“ Letzter entgegnet, er habe noch viele Schwächen, die Worte des Sextners spornen ihnen aber an.

Jannik Sinner pflegt zu Lorenzo Musetti ein freundschaftliches Verhältnis. © APA/afp / RICCARDO ANTIMIANI


Nicht nur die einhändige Rückhand unterscheidet den Mann aus der Toskana vom Südtiroler. Sein ganzes Auftreten ist ein anderes: Während Sinner auf dem Tennisplatz die Ruhe selbst ist, entspricht Musetti dem typischen Klischee des Italieners, der seinen Emotionen freien Lauf lässt. Dass beide Arten zum Erfolg führen, wird zurzeit in Rom ersichtlich. Stefanos Tsitsipas und Stan Wawrinka können ein Lied davon singen.
Die Wege kreuzen sich
Auf ihrem Weg nach oben haben beide Akteure die Challenger-Tour, die Turnierserie unter der ATP-Tour, für sich genützt. Je mehr Partien man auf hohem Niveau bestreitet, desto größer die Entwicklung, heißt das Erfolgsrezept beider Spieler, die sich in ihrer jungen Karriere bereits einmal gegenüberstanden – und das ausgerechnet in Rom. In der Vorqualifikation zum Masters des letzten Jahres schlug Sinner Musetti nach Abwehr eines Matchballes mit 6:7, 7:6 und 6:3. Experten sehen in dieser Partie den Anfang einer langjährigen, gesunden Rivalität.

Nach diesem Match setzte Sinner zum Höhenflug an. Um Musetti, der zuvor höher eingestuft wurde, wurde es dagegen ruhiger. „Alle Scheinwerfer waren nach den Australian Open auf mich gerichtet. Zum Glück hat sich das mit Janniks Erfolgen geändert“, zeigt sich der Toskaner erleichtert. Spätestens nach seinem Sieg gegen Kei Nishikori am Donnerstagabend (6:3, 6:4) hat sich das verändert: Der Schützling von Simone Tartarini ist in den Gazetten in aller Munde – und wird das voraussichtlich auch bleiben.
Bodenständigkeit eint sie
Während die Tifosi in Zukunft von einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Supertalenten träumen, bleiben Sinner und Musetti mit ihren Füßen auf dem Boden – wohlwissend, dass sie auf ihrem Weg in die Weltspitze noch einen langen Weg vor sich haben.

Autor: leo

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