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Der Aufschlag als Matchwinner: „So wird es schwer“

Jannik Sinner hat am Mittwochabend seinen Siegeszug bei den ATP Finals fortgesetzt. Zum siebten Mal in Serie überließ der 24-Jährige in Turin seinem Gegner keinen Satz. Dabei spielte Alexander Zverev auf der Gegenseite des Netzes ein exzellentes Match. Der Unterschied: Sinners Kaltschnäuzigkeit.

Aus Turin

Von:
Leo Holzknecht

Zwölf Asse, 71 Prozent der Aufschläge, erneut kein zugelassenes Break – Jannik Sinners Aufschlagleistung konnte am Mittwoch nicht hoch genug eingeschätzt werden. Laut dem Datendienstleister Tennis Insights hat der Sextner in dieser Saison auf der ATP Tour sogar noch nie so gut aufgeschlagen. Dies war der Hauptgrund, warum Zverev keinen der sieben Breakbälle nutzen konnte. Jedes Mal brachte er den ersten Aufschlag ins Feld, wobei Zverev nur einmal den Ballwechsel beginnen konnte. „Und da hat er einen Vorhandwinner platziert“, sagte der Deutsche.


„Ich habe heute in den wichtigen Momenten sehr gut serviert“, bilanzierte der Südtiroler. „Wenn ich heute nicht so aufgeschlagen hätte, weiß keiner, was passiert wäre, denn von der Grundlinie hat er außergewöhnlich gut und aggressiv gespielt. Sowohl im ersten als auch im zweiten Satz haben wenige Punkte den entscheidenden Unterschied ausgemacht.“ Dem pflichtete Zverev bei, der der Meinung war, dass das Match enger war, als es das Ergebnis vermuten ließe. „Ich hatte mehr Breakchancen als er. Der Unterschied war, dass er sie genutzt hat und ich nicht. So läuft es hin und wieder. Seine große Stärke ist seine Vorhand, seine Rückhand, seine Beweglichkeit. Wenn er auch noch so aufschlägt, wird es schwer“, erklärte Zverev auf der Pressekonferenz.

Zverev will eine Revanche

Dazu kommt: Sinner sei laut Zverev nicht nur ein unglaublicher Aufschläger, sondern auch einer der besten Rückschläger. „Wenn man ein wackliges Game einstreut und er die Chancen nutzt, dann kommt am Ende ein solches Endergebnis heraus“, brachte Zverev auf den Punkt. Das Verwerten von Breakbällen sei im Tennis nun mal eine sehr wichtige Sache.

Haderte mit der Chancenauswertung: Alexander Zverev © APA/afp / MARCO BERTORELLO

Haderte mit der Chancenauswertung: Alexander Zverev © APA/afp / MARCO BERTORELLO


Sinner war der Meinung, dass Zverev die Taktik im Vergleich zu den letzten Duellen etwas verändert und vor allem auf der Vorhand mehr Druck erzeugt habe. „Aber ich habe mich mit dem Team gut darauf vorbereitet und die richtigen Dinge gemacht“, so der Sextner, der hinzufügte: „Es gab heute nicht so viele Ballwechsel wie gestern Abend bei Lorenzos Match (Musetti, Anm. d. Red.). Und auch das Niveau war wohl nicht so hoch. Ich bin jedenfalls sehr froh, dass mir jeweils ein Break pro Satz gereicht hat und ich im Halbfinale stehe.“ Zverev schloss hingegen seine Pressekonferenz ab, indem er sagte: „Ich hoffe, ich sehe ihn diese Woche wieder.“

Dazu könnte es aber erst im Finale kommen. Zuvor muss der 28-Jährige noch sein letztes Match gegen Felix Auger-Aliassime gewinnen, um das Halbfinalticket zu lösen. Sinner trifft im dritten Vorrundenspiel hingegen auf den bereits ausgeschiedenen Ben Shelton. Auf dem Spiel stehen dabei 200 Weltranglistenpunkte sowie knapp 400.000 Dollar.

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