
Alexander Bublik ist in Turin der erste Ersatzspieler. © APA/afp / DIMITAR DILKOFF
Der lukrative, aber pflichtenreiche Alltag der Ersatzspieler
Sollte ein Spieler bei den heurigen ATP Finals – wie Jannik Sinner im Jahr 2024 – alle fünf Matches gewinnen, würde er über fünf Millionen Dollar absahnen. Doch nicht nur der Champion freut sich über ein üppiges Preisgeld, sondern auch die Ersatzmänner.
10. November 2025
Aus Turin
Von:
Leo Holzknecht
Vor wenigen Tagen sorgte ein Video für Schmunzeln, in dem Carlos Alcaraz seinem Trainingspartner den Mittelfinger zeigte. Dieser war jedoch nicht etwa einer der vielen Junioren, die sich dieser Tage in Turin mit den Superstars einschlagen. Nein, dabei handelte es sich um keinen Geringeren als Alexander Bublik, der zurzeit die Nummer 11 der Welt ist und in dieser Saison vier Titel gewonnen hat. Doch was steckt hinter seiner Anwesenheit in der Inalpi Arena?
Nun: Um eventuellen Verletzungen zuvorzukommen, verpflichtet die ATP jährlich einen Reservespieler, der bei Absagen einspringt. Weil Novak Djokovic und Jack Draper angeschlagen passen mussten, ist Bublik der sogenannte „first Alternate“. Als solcher stehen dem Kasachen 155.000 Dollar zu. Dieses Geld ist jedoch mit zahlreichen Pflichten verbunden. So muss er in Turin – wie alle anderen Spieler – zur ersten Pressekonferenz erscheinen und vor jedem einzelnen Vorrundenmatch einsatzbereit sein. Sollte sich ein Spieler tatsächlich zurückziehen, hätte Bublik dann die gleichen Chancen wie alle anderen. Ein Gruppensieg würde ihm nicht nur 200 Weltranglisten-Punkte bescheren, sondern auch zusätzliche 396.500 Dollar.
Auch Ruud in Turin
Dass es ein Ersatzspieler ins Halbfinale schafft, ist unterdessen höchst unwahrscheinlich. Seit der Jahrtausendwende ist dies keinem einzigen Akteur geglückt. Und übrigens: Der letzte „Alternate“, der ein Match gewann, war ausgerechnet Jannik Sinner im Jahr 2021, als er Hubert Hurkacz mit 6:2, 6:2 vom Platz fegte. Damals rutschte der Sextner für den verletzten Matteo Berrettini ins Teilnehmerfeld.Casper Ruud ist der zweite Ersatzmann. © TT NEWS AGENCY / MAGNUS LEJHALL
Bublik ist dieser Tage in Turin jedoch nicht der einzige Reservespieler. Denn die ATP kann einen zweiten Profi nominieren, wenn sie das für nötig erachtet. Casper Ruud hat diese „Einladung“ angenommen, obwohl sie für ihn – anders als für Bublik – nicht verpflichtend war. Mehr als 150.000 Dollar sind somit auch ihm sicher.
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