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Jannik Sinner gewinnt den bislang höchsten Titel in seiner Karriere. © APA/getty / Mitchell Layton

Der nächste Sinner-Meilenstein: Turniersieg in Washington

Jannik Sinner hat den nächsten Meilenstein seiner noch jungen Tennis-Karriere gesetzt. Der Sextner holte sich in der Nacht auf Montag (MESZ) in Washington den Turniersieg und feierte damit den bislang größten Erfolg seiner Laufbahn.

Von wegen Krise: Sinner hat diese Woche beim Turnier in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten gezeigt, aus welchem Holz er geschnitzt ist. In einem hochspannenden Finale setzte sich der Pusterer gegen Mackenzie McDonald nach 2:54 Stunden Spielzeit mit 7:5, 4:6 und 7:5 durch. Sinner hat damit nicht nur seine Negativserie von zuletzt drei Auftaktniederlagen in Folge zertrümmert, nein: Er kürte sich mit 19 Jahren (er wird in einer Woche 20) in Washington zum jüngsten Sieger eines ATP-500-Turniers (diese Kategorie gibt es seit 2009).


Sinner ging gegen McDonald als Favorit ins Spiel – auch, wenn der US-Amerikaner auf dem Weg ins Finale namhafte Spieler wie Benoit Paire, Nick Kyrgios oder Kei Nishikori ausgeschaltet hatte. Schlussendlich wurde es das erwartet schwere Match. Bereits im 1. Durchgang lieferten sich Sinner und McDonald einige hochkarätige Ballwechsel. Beide nahmen sich gegenseitig je zwei Mal das Aufschlagspiel ab. Dabei war Sinner eigentlich immer der tonangebende Spieler. Doch sein Kontrahent hatte Nerven wie aus Stahl und wehrte zahlreiche Break- und Satzbälle ab.

McDonald kämpft wie ein Löwe
Beim Stand von 6:5 aus der Sicht von Sinner wurde es dann neuerlich interessant. Der Südtiroler lag bei Aufschlag McDonald mit 40:0 in Front. Doch dann machte der Mann aus Kalifornien anschließend drei Punkte hintereinander. Sinner ließ sich aber auch davon nicht aus dem Konzept bringen. So konnte der Südtiroler schlussendlich nach 1:07 Stunden Spielzeit seinen 11. Satzball verwandeln.

Mackenzie McDonald machte Jannik Sinner das Leben schwer. © APA/getty / Mitchell Layton

Im 2. Durchgang brachten beide ihre Aufschlagspiele bis zum Stand von 3:3 durch. Dann wackelte Sinner, während McDonald, der einen wahnsinnigen Aufwand betrieb, seinen ersten von zwei Breakbällen in diesem Game gleich nutzte. In der Folge konnte der Südtiroler dem US-Amerikaner den Service nicht mehr abnehmen. Damit entschied McDonald den 2. Satz mit 6:4 für sich. Für Sinner war es der 1. Satzverlust bei diesem Turnier.
Ein hochklassiges Finale – Sinner bleibt cool
Für Sinner war das jetzt eine schwierige Situation, zumal sein Kontrahent wie ein Löwe kämpfte und fast jeden Ball erlaufen konnte. Zudem ist es Sinner auf der Tour normalerweise gewohnt der Fanliebling zu sein. Dies war gegen Lokalmatador McDonald klarerweise nicht der Fall. Doch Sinner wäre nicht Sinner, wenn er nicht auch bei so einer Konstellation die Ruhe bewahren würde. Der 19-Jährige meldete sich im entscheidenden 3. Satz in alter Stärke zurück und nahm seinem gut 6 Jahre älteren Gegner gleich den ersten Service ab. Anschließend ließ er seinen Emotionen kurz freien Lauf. Die Erleichterung war dem Pusterer anzumerken, zumal er in diesem Spiel bis dato unzählige Breakchancen verpasst hatte.

Beim Stand von 3:1 brachte Sinner dann einige Male den ersten Aufschlag nicht aufs Feld. Aufgrund dieses Umstandes kam McDonald dann zu insgesamt drei Breakmöglichkeiten. Sinner blieb jedoch ruhig, schraubte seine Quote beim 1. Aufschlag wieder hoch und entschied das Game doch noch für sich. Beim Stand von 5:2 hatte Sinner dann zwei Matchbälle, doch das Wort Druck ist für McDonald dieser Tage ein Fremdwort. Der 26-Jährige wehrte nicht nur zwei Matchbälle und die Breakbälle 19 und 20 ab, sondern holte sich prompt auch das Re-Break.

Jannik Sinner musste viele Rückschläge einstecken. © APA/getty / Mitchell Layton

Damit war das Momentum wieder auf der Seite des Lokalmatadors. Doch Sinner schüttelte sich kurz und holte bei Aufschlag McDonald einige spektakuläre Punkte. Der Südtiroler hatte jedoch zwei Mal Pech mit der Netzkante und so glich McDonald zum 5:5 aus. Die 7.500 Zuschauer in Washington waren spätestens nach diesem Game total aus dem Häuschen, weil beide Spieler ihr Glück in der Offensive suchten und in der Defensive keinen Ball aufgaben. Es war ein ausgeglichenes Match auf hohem Niveau, das an Spannung nicht zu überbieten war. Schlussendlich verwandelte Sinner gegen das Stehaufmännchen McDonald bei dessen Aufschlag seinen 3. Match- und 21. Breakball zum 7:5.
Sinner klettert hoch
Sinner gewinnt damit den bislang höchsten Titel in seiner Karriere. In seiner Laufbahn hatte er bisher zwei Turniere auf ATP-Niveau gewonnen, nämlich in Sofia und in Melbourne (beides waren 250er). Mit seinem Triumph in Washington arbeitete sich Sinner in der Weltrangliste bis auf Rang 15 vor. Der Südtiroler machte somit in dieser Woche gleich 9 Positionen gut. Damit steht er jetzt so weit vorne wie noch nie. Übrigens: Gegner McDonald wird im ATP-Computer nun an Position 67 geführt. Zuvor war der US-Amerikaner die Nummer 107 der Weltrangliste.

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