
Matteo Berrettini tröstete seinen Landsmann Flavio Cobolli in Wien. © Felice Calabrò
Diese Tennis-Tränen rühren Italien: „Es tut mir leid“
Es sind Bilder, die unter die Haut gehen: Beim ATP-500-Turnier in Wien musste Italiens Tennis-Hoffnung Flavio Cobolli unter Tränen aufgeben.
30. Oktober 2026
Von: sn
Im Achtelfinal-Duell gegen seinen römischen Landsmann und Freund Matteo Berrettini war beim Stand von 2:5 im ersten Satz Schluss. Eine Verletzung an der linken Hüfte zwang den 24-Jährigen zum vorzeitigen Ende. Auf der Bank zog Cobolli sein Handtuch über den Kopf und brach in Tränen aus. Berrettini reagierte sofort, setzte sich zu seinem verzweifelten Freund und nahm ihn tröstend in den Arm. Die sportliche Entscheidung rückte dabei völlig in den Hintergrund.
Nach der Partie fand Berrettini bewegende Worte für seinen Landsmann. „Es tut mir so leid für ihn. Ich war schon so oft in dieser Situation, vielleicht zu oft. Deshalb bin ich emotional geworden“, erklärte der 30-Jährige. Die beiden verbindet eine lange Freundschaft: Schon als Kinder spielten sie gemeinsam an den Wochenenden in Rom Tennis. Berrettini erinnerte sich sogar an den Moment, als Cobolli sich für Tennis und gegen Fußball entschied.
ATP Finals in Gefahr
Besonders bitter ist der Zeitpunkt der Verletzung, denn Cobolli kämpft um die Teilnahme an den ATP Finals in Turin. Als Sechster der Jahreswertung hat er gute Chancen auf einen Platz beim Saisonabschluss der besten acht Spieler. Wie schwer die Verletzung tatsächlich ist, müssen weitere Untersuchungen zeigen.„Es tut mir so leid für ihn. Ich war schon so oft in dieser Situation, vielleicht zu oft. Matteo Berrettini
Auch die Teilnahme an den kommenden Turnieren steht deshalb zunächst infrage. Berrettini hofft jedenfalls, dass es nichts Ernstes ist: „Das Letzte, was du willst, ist eine Verletzung ein paar Wochen davor.“
Für ihn war die Begegnung in Wien eigentlich eine Gelegenheit, die gemeinsame Tennisreise mit seinem Freund zu feiern. Am Ende blieb jedoch ein Moment, der weit über den Sport hinausging: Ein Gegner, der zum Freund wird, und eine Umarmung, die mehr sagte als jedes Ergebnis. In Wien zeigte sich einmal mehr, dass im Tennis nicht nur Siege und Niederlagen zählen, sondern auch Menschlichkeit.
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