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Carlos Alcaraz steht im Finale der Australian Open. © APA/afp / WILLIAM WEST

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Carlos Alcaraz steht im Finale der Australian Open. © APA/afp / WILLIAM WEST

Drama pur: Alcaraz zieht Kopf aus der Schlinge

Carlos Alcaraz fehlt nur ein Sieg, um als jüngster Spieler aller Zeiten den „Karriere-Slam“ zu fixieren.

Der Weltranglistenerste entschied am Freitag einen fast fünfeinhalb Stunden dauernden Halbfinalkrimi bei den Tennis-Australian-Open gegen den Deutschen Alexander Zverev mit 6:4,7:6(5),6:7(3),6:7(4),7:5 für sich und darf weiter von seinem Premierenerfolg in Melbourne träumen.


Dabei hatte der Weltranglisten-Erste aus Spanien ab Ende des dritten Satzes mit großen körperlichen Problemen zu kämpfen. Zwar waren die Temperaturen in Melbourne mit etwas mehr als 30 Grad deutlich angenehmer als an den großen Hitzetagen mit bis zu 45 Grad zuvor. Dafür war es sehr schwül, was Alcaraz offensichtlich große Probleme bereitete. Zverev schlug im fünften Satz zum Matchgewinn auf, brachte den Sieg aber nicht ins Ziel.


Alcaraz verwandelte nach 5:27 Stunden seinen ersten Matchball. Zverev, der im vergangenen Jahr im Endspiel gegen Jannik Sinner verloren hatte, muss damit weiter auf seinen ersten Grand-Slam-Titel warten. Alcaraz trifft nun im Endspiel am Sonntag entweder auf Titelverteidiger Sinner oder Rekord-Grand-Slam-Champion Novak Djokovic aus Serbien. Die Partie gibt es hier im Liveticker.

Alcaraz mit körperlichen Problemen

Gegen Alcaraz war Zverev fast drei Sätze lang nahezu chancenlos, ehe der Spanier plötzlich große körperliche Probleme bekam. Beim Stand von 4:4 im dritten Satz hatte Alcaraz auf einmal mit Krämpfen zu kämpfen. Nachdem der Spanier seinen Aufschlag mit Mühe durchgebracht hatte, ließ er sich beim Seitenwechsel behandeln und nahm eine medizinische Auszeit.

Alexander Zverev regte sich über die medizinische Auszeit von Alcaraz auf. © APA/afp / WILLIAM WEST

Alexander Zverev regte sich über die medizinische Auszeit von Alcaraz auf. © APA/afp / WILLIAM WEST


Sehr zum Unmut von Zverev. „Das ist unglaublich. Das gibt es nicht. Das kann nicht euer Ernst sein“, kommentierte Zverev die Behandlungspause des Spaniers in der entscheidenden Phase des dritten Satzes im Gespräch mit dem Oberschiedsrichter. Behandlungen sind eigentlich nur bei Verletzungen gestattet, nicht aber bei Krämpfen. Alcaraz hatte aber wohl angegeben, dass er einen Stich im Oberschenkel gespürt hatte.

Alcaraz kann kaum laufen

Alcaraz hatte nun deutlich Probleme, sich zu bewegen. Doch Zverev konnte daraus zunächst kein Kapital schlagen. Dem 28-Jährigen unterliefen ein paar leichte Fehler, sodass sich der Spanier in den Tiebreak retten konnte. Dort endlich nutzte Zverev die körperlichen Schwierigkeiten seines Gegners aus und ließ den Spanier laufen. Nach 3:03 Stunden Gesamtspielzeit holte er sich den dritten Satz.

Carlos Alcaraz humpelte über den Platz und musste sich behandeln lassen. © APA/afp / DAVID GRAY

Carlos Alcaraz humpelte über den Platz und musste sich behandeln lassen. © APA/afp / DAVID GRAY


Alcaraz ließ sich auch danach massieren und war nach wie vor weit von seiner normalen Fitness entfernt. Zverev schien der strauchelnde Gegner aber eher zu irritieren. Die deutsche Nummer eins versäumte es weiter, Druck auf Alcaraz auszuüben. Beim Stand von 3:2 hatte Zverev zwei Breakbälle, die Alcaraz aber bravourös abwehrte. Wieder musste die Entscheidung im Tiebreak fallen. Hier spielte Zverev nun sein bestes Tennis und schaffte nach 4:07 Stunden den Satzausgleich. Auf einmal war in der Rod Laver Arena wieder alles offen.

Unfassbares Niveau im fünften Satz

Im fünften Satz hatte sich Alcaraz dann weitgehend wieder erholt. Doch Zverev spielte nun großes Tennis und schaffte ein frühes Break. Beim Stand von 2:1 lieferten sich Zverev und Alcaraz dann einen erbitterten Kampf. Das Aufschlagspiel des Deutschen dauerte mehr als zehn Minuten. Zverev wehrte zwei Breakbälle des Spaniers ab und brachte sein Service schließlich durch.

Alcaraz zog erstmals in Finale von Melbourne ein, Zverev (links) ist sichtlich sauer. © APA/afp / IZHAR KHAN

Alcaraz zog erstmals in Finale von Melbourne ein, Zverev (links) ist sichtlich sauer. © APA/afp / IZHAR KHAN


Das Drama nahm weiter seinen Lauf. Beim 5:4 schlug Zverev zum Matchgewinn auf, kassierte aber das Break. Alcaraz ließ sich von den Zuschauern feiern und nutzte die Emotionen, um das Spiel doch noch zu drehen.

Eine historische Chance

Dieser Finaleinzug ist der erste in seiner Karriere bei den Australian Open und ein großer Schritt in Alcaraz’ Bestreben, einen Career Grand Slam zu vollenden – also alle vier Grand Slam-Turniere mindestens einmal zu gewinnen. Diese historische Chance wäre ein außergewöhnlicher Meilenstein für den 22-Jährigen und würde ihn zu einem der jüngsten Spieler überhaupt machen, die dieses Kunststück vollbringen.

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