
Jannik Sinner absolviert am Sonntag das Achtelfinale. Sein Gegner zollte ihm davor großen Respekt. © ANSA / NEIL HALL
Ehrfurcht beim Gegner: „Jannik ist für mich eine Berühmtheit“
Wenn Jannik Sinner am Sonntag sein Achtelfinale beim Rasen-Klassiker in Wimbledon absolviert, trifft er auf einen Kontrahenten, der die große Bühne nicht gewohnt ist. Das wird auch anhand jener Aussagen sichtbar, die dieser vor dem Duell gegen den Weltranglistenersten tätigte.
04. Juli 2026
Von: leo
Rafael Jodar, Ethan Quinn, Luciano Darderi, ja sogar Denis Shapovalov wurden vor dem Turnier als mögliche Viertrundengegner für Jannik Sinner genannt. Letztendlich heißt der Kontrahent des Titelverteidigers Shintaro Mochizuki. Ein Name, der nur Tenniskennern ein Begriff ist.
Der Japaner stellt mit Körpermaßen von 1,75 Metern und nur 70 Kilogramm eine Ausnahme auf der Herrentour dar. Nur zehn Asse in den ersten drei Runden (Sinner steht bei 66) und eine Durchschnittsgeschwindigkeit der Vorhand von nur 111 Kilometern pro Stunde sind der Beweis, dass die Wucht und das hohe Tempo nicht sein Metier sind. Dafür verfügt der 23-Jährige, der in dieser Saison kein einziges Match auf der ATP Tour gewonnen hat, über Qualitäten, die im modernen Tennis rar sind.
Shintaro Mochizuki steht erstmals im Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers. © ANSA / ADAM VAUGHAN
Bei seinem Drittrundensieg gegen Rafael Jodar (ATP 26) stürmte Mochizuki 46 Mal ans Netz – und gewann 40 Punkte. Das spricht für sein Positionsspiel und seine Volleys. Zudem besitzen die Grundschläge des Japaners so gut wie keinen Topspin – heißt, dass die Bälle extrem flach abspringen, was ihm auf dieser Spielunterlage sehr entgegenkommt. Abgerundet wird sein Paket mit einer exzellenten Beinarbeit, die ihn zu einem sehr guten Defensivspieler macht.
Ein wieselflinker Netzspieler
„Es ist sehr seltsam, jetzt gegen Jannik spielen zu können, weil er für mich eine Berühmtheit ist“, sagte er am Freitag auf der Pressekonferenz. „Ich habe vor Wimbledon nicht viele Matches gewonnen und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich es bis ins Achtelfinale geschafft habe. Aber ich will es einfach weiter genießen.“Wie kommt Sinner mit dem einzigartigen Spiel seines Gegners zurecht? © ANSA / NEIL HALL
Darauf angesprochen, wie er den Sextner vor Probleme stellen will, antwortete er: „Ich bin sicher, dass er sehr schnell spielen und versuchen wird, mich zu zerstören. Angesichts dessen werde ich alles tun, um ihn aus der Komfortzone zu bringen. Denn wenn wir nur normales Tennis von der Grundlinie spielen, kann ich ihn nicht schlagen. Bedeutet: Den Ball tief halten und oft ans Netz kommen. Ich glaube nicht, dass er es gewohnt ist, gegen einen solchen Spielertypen anzutreten“, so Mochizuki.
Abschließend sagte der Asiate: „Entweder wird es ein sehr interessantes Match – oder er wird mich einfach zerstören.“ Sicher ist: Mit seiner unorthodoxen Spielweise und seinem erfrischenden Auftreten hat der Weltranglisten-151. schon viele neue Fans dazugewonnen.
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