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Jelena Rybakina ist die erste Grand-Slam-Siegerin ihres Landes. © ANSA / NEIL HALL

Jelena Rybakina ist die Wimbledon-Königin

Jelena Rybakina gewann das Wimbledon-Finale gegen die Weltranglisten-Zweite Ons Jabeur. Damit schrieb die 23-Jährige Tennisgeschichte: Als erster Tennisprofi aus Kasachstan holte sie einen Grand-Slam-Titel.

Jelena Rybakina ballte die Faust, pustete kurz durch und feierte ihren Wimbledon-Triumph im ersten Moment ohne große Regung. Auch als die erste kasachische Grand-Slam-Turniersiegerin die Venus-Rosewater-Dish als Trophäe aus den Händen von Herzogin Kate erhielt, wirkte die 23-Jährige noch überwältigt von ihrem unerwarteten Premieren-Erfolg.


„Ich bin sprachlos, ich war super-nervös vor dem Spiel und während des Spiels“, sagte Rybakina. „Ich bin froh, dass es vorbei ist, so etwas habe ich noch nie gefühlt. Sie drehte das Finale am Samstag gegen die Weltranglisten-Zweite Ons Jabeur aus Tunesien mit 3:6, 6:2, 6:2 und durfte sich über den größten Erfolg ihrer Karriere freuen.

Im Finale wird Tennis-Geschichte geschrieben
Jabeur, Halbfinal-Bezwingerin von Tatjana Maria, dominierte die Partie zunächst. Rybakina kämpfte sich vor den Augen von Prominenz wie Schauspieler Tom Cruise mit ihrem kraftvollen Spiel jedoch wieder zurück. Die gebürtige Russin, die 2018 ihre Nationalität gewechselt hatte, erhält für ihren Triumph zwei Millionen britische Pfund (umgerechnet 2,36 Millionen Euro).

Jabeur bekommt 1,05 Millionen Pfund und verpasste den ersten Grand-Slam-Titel einer arabischen und afrikanischen Spielerin. „Ich bin froh, dass ich so viele Generationen aus meinem Land inspiriert habe“, sagte die 27-Jährige, die immer wieder betont hatte, dass sie für alle arabischen und afrikanischen Spielerinnen spiele. „Du bist eine Inspiration nicht nur für Junioren, sondern für jeden“, schwärmte Rybakina über ihre Gegnerin. „Du hast ein unglaubliches Spiel, ich genieße es so sehr, gegen dich zu spielen.“

Ons Jabeur begann ausgezeichnet, ließ dann aber entscheidend nach. © APA/afp / SEBASTIEN BOZON

Wegen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine waren Profis aus Russland und Belarus in Wimbledon ausgeschlossen gewesen. Die in Moskau geborene Rybakina hatte mehrfach während des Turniers betont, glücklich zu sein, Kasachstan zu repräsentieren. „Sie haben an mich geglaubt. Es gibt keine Frage mehr, wie ich mich fühle. Ich bin seit langer Zeit auf einer Reise als kasachische Spielerin.“ Angesprochen auf den Krieg sagte sie, dass sie wolle, dass dieser „so schnell wie möglich zu Ende ist“. Nach ihrem Sieg bedankte sie sich beim kasachischen Verbandspräsidenten für das Vertrauen.
Vor dem Finale war sie Fragen nach ihrem Wohnort Moskau ausgewichen. Durch ihre vielen Reisen als Profisportlerin sei sie eigentlich auf der Tour zuhause. „Die meiste Zeit verbringe ich auf der Tour. Ich trainiere zwischen den Turnieren in der Slowakei, habe Camps in Dubai. Ich lebe also nirgendwo, um ehrlich zu sein.“
Ein hart umkämpftes Wimbledon-Finale
Schnell war klar, dass es für Jabeur ein ganz anderes Spiel als noch im Halbfinale gegen Maria werden würde, das von Finesse und vielen Unterschnitt-Duellen auf beiden Seiten geprägt gewesen war. Rybakina setzte wie gewohnt auf ihren mächtigen Aufschlag und kraftvolle Grundschläge. Im Gegensatz zum beeindruckenden Halbfinal-Erfolg gegen die frühere Siegerin Simona Halep aus Rumänien zeigte sie jedoch Nerven und kam dazu mit dem Slice ihrer Gegnerin schlecht zurecht. Nach einem Rückhandfehler der Kasachin holte sich Jabeur das erste Break zum 2:1 und hüpfte vor Freude.

Rybakina blieb in einem umkämpften Spiel dran, konnte aber bei Aufschlag Jabeur zu wenig Druck auf ihre Gegnerin ausüben. So nutzte die Tunesierin bereits nach 32 Minuten ihren ersten Satzball zum zweiten Break und dem verdienten 6:3.

Rybakina punktete mit dem Aufschlag und mit ihren harten Grundschlägen. © APA/afp / SEBASTIEN BOZON

Rybakina zeigte sich zunächst unbeeindruckt, nahm ihrer Gegnerin direkt mit der ersten Chance das erste Mal das Service ab. Jabeur hatte trotzdem Spaß, spielte einen Ball nach dem Punkt mit dem Kopf, returnierte einen Lob im Zurücklaufen durch die Beine. Doch Rhythmus, Konzentration und wenig später auch der zweite Satz waren weg. Auch im entscheidenden Durchgang hatte Rybakina weniger Probleme mit den Stoppbällen ihrer Gegnerin als zu Beginn und holte sich sofort das Break. Jabeur verzweifelte zusehends, vergab drei Breakbälle beim Stand von 2:3. Stattdessen gab sie erneut ihren eigenen Aufschlag ab und erlaubte sich beim ersten Matchball Rybakinas einen Fehler.

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