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Jannik Sinner warf in Melbourne alles in die Waagschale – am Ende vergebens. © APA/afp / WILLIAM WEST

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Jannik Sinner warf in Melbourne alles in die Waagschale – am Ende vergebens. © APA/afp / WILLIAM WEST

Im Endlos-Krimi: Djokovic wirft Sinner raus

Die Titelverteidigung ist dahin! Jannik Sinner hat ein dramatisches Marathon-Match gegen Novak Djokovic verloren und damit den Einzug ins Finale der Australian Open verpasst. Es war die große Show des Altmeisters.

Es war nicht Top-Favorit und Titelverteidiger Jannik Sinner, der am Freitag 4 Stunden und 12 Minuten lang Tennis-Spektakel lieferte. Nein, es war der Erfolgreichste aller Zeiten, der 38-jährige Novak Djokovic. Er gewann das Halbfinale der Australian Open mit 3:6, 6:3, 4:6, 6:4, 6:4. Viele der 15.000 Zuschauer in der Rod Laver Arena trauten ihren Augen kaum.


Es war der Tag der epischen Halbfinal-Duelle: Zuerst rang Carlos Alcaraz Alexander Zverev in einem fünfeinhalbstündigen Duell mit 3:2 nach Sätzen nieder, dann lieferten sich Djokovic und Sinner einen harten Fight, der schließlich erst weit nach 1 Uhr Ortszeit beendet war. Es war ein Fight mit tausend Wendungen, einer der ganz großen Emotionen. Einer, den der 24-fache Grand-Slam-Champion und 10-fache Australian-Open-Sieger am Ende für sich entschied.

Djokovic wie in alten Zeiten

Jannik Sinner wäre der erste Spieler gewesen, der Djokovic sechs Mal in Folge besiegt hätte. Doch Sinner kam an diesem denkwürdigen Abend nur selten an seine Bestform heran. Er kämpfte, biss und glänzte phasenweise, doch gleichzeitig machte er ungewöhnlich viele Fehler von der Grundlinie, ging nur selten volles Risiko. Djokovic dagegen spielte wie in alten Zeiten: nervenstark, clever und intensiv. Der Serbe nahm geschickt Tempo raus, pausierte, gestikulierte, sprach mit dem Schiedsrichter – und schlug dann aber immer wieder gnadenlos zu. Sinner fand in ihm seinen Meister.

Dabei setzte Sinner Djokovic zu Beginn des Spiels noch extrem unter Druck. Während der Südtiroler mit hoher Intensität spielte, fand der Serbe nur langsam in die Partie. Trotz einer Steigerung im Satzverlauf konnte Djokovic den frühen Aufschlagverlust nicht mehr korrigieren, da Sinner in der Schlussphase nochmals zulegte.

Sinner hatte 8 Breakbälle im letzten Satz

Im zweiten Satz zeigte sich Djokovic deutlich stabiler. Ein frühes Break gab dem Serben Sicherheit, er hielt dem Druck stand und stellte verdient den Satzausgleich her. Auch im dritten Durchgang blieb das Duell lange offen. Sinner tat sich schwerer als gewohnt, erhöhte aber in der entscheidenden Phase das Tempo und holte sich erneut die Satzführung.

Novak Djokovic ließ seiner Freude nach Spielende freien Lauf. © ANSA / JAMES ROSS

Novak Djokovic ließ seiner Freude nach Spielende freien Lauf. © ANSA / JAMES ROSS

Dann war wieder Djokovic dran: Mit einem furiosen Start in den vierten Satz riss der Serbe das Publikum mit, er verteidigte das frühe Break mit viel Kampfgeist und Emotionen und erzwang einen fünften Abschnitt. Dieser wurde zum blanken Nervenspiel. Sinner ließ im Entscheidungssatz insgesamt acht (!) Breakbälle ungenutzt – Djokovic reichte ein einziger, um beim Stand von 3:3 das entscheidende Break zu landen. Danach ließ der Weltranglistenzweite mehrfach die Chance ungenutzt, nochmal ins Spiel zurückzukommen. So jubelte am Ende der Altmeister.

Djokovic steht damit überraschend zum elften Mal im Finale der Australian Open. Bislang hat er das Endspiel noch nie verloren. Ob das so bleibt, wird sich am Sonntag (9.30 Uhr MEZ) zeigen, dann trifft der „Djoker“ zum Turnierabschluss auf den Weltranglistenersten Carlos Alcaraz. Für ihn ist es übrigens die erste Finalteilnahme in Melbourne.

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