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Djokovics Stuhl wird immer heißer. © APA/afp / WILLIAM WEST

„Er ist doch kein Mörder“: Djokovic droht sogar Gefängnis

Im Tauziehen um Novak Djokovics Teilnahme an den Australian Open hat sich nun auch die Mutter des Weltranglisten-Ersten zu Wort gemeldet. Dem Tennis-Star droht im schlimmsten Fall sogar eine Haftstrafe.

Dijana Djokovic forderte die australische Regierung am Mittwoch auf, das Visum ihres Sohnes nicht noch in letzter Minute aufzuheben und ihn die Australian Open spielen zu lassen. „Werfen Sie ihn nicht raus. Er ist kein Politiker, er ist ein Tennisspieler. Er ist kein Krimineller, er ist doch kein Mörder“, sagte sie dem Sender Channel 7.


Dem 34-Jährigen war in der vergangenen Woche die Einreise nach Down Under verweigert worden, weil er nicht gegen das Coronavirus geimpft ist und den Behörden die Dokumentation seiner medizinischen Ausnahmegenehmigung nicht ausreichte. Am Montag konnte er vor Gericht aber einen ersten Sieg einfahren und seinen vorübergehenden Aufenthalt erwirken.

Entscheidung könnte vertagt werden
Doch kann Einwanderungsminister Alex Hawke das Visum des Serben noch immer aufheben. Dijana Djokovic betonte, es sei nicht fair, dass Hawke allein über das Bleiberecht ihres Sohnes bestimmen dürfe. „Ich verstehe nicht, wie ein einziger Mann diese Entscheidung fällen darf.“

Wie geht es mit Djokovic nun weiter? © ANSA / JAMES ROSS

Am Mittwoch wird die Entscheidung über den Verbleib von Djokovic wohl noch nicht gefällt werden. Der Tennis-Profi war nämlich durch weitere Details aus einem Einreiseformular erneut in Bedrängnis geraten. Demnach soll der Tennis-Star entgegen seiner Angaben in dem Dokument in den 14 Tagen vor dem Flug nach Australien auf Reisen gewesen sein. Darüber hinaus offenbarte er am frühen Mittwochmorgen in seinem Geständnis, dass er wissentlich – trotz positiven Corona-Tests – die vorgeschriebene Isolation missachtet hatte. Die Auslosung der Australian Open beginnt übrigens am frühen Donnerstagmorgen um 5 Uhr. Die Zeit wird also immer knapper.
Kritik aus Serbien – Auch eine Haftstrafe steht im Raum
Für das Verhalten der Nummer Eins der Welt hat auch die serbische Premierministerin Ana Brnabic kein Verständnis mehr. „Das ist ein klarer Regelbruch, weil – wenn du positiv bist – du in Isolation musst“, unterstrich sie in einem Interview mit der BBC.
„Das ist ein klarer Regelbruch , weil – wenn du positiv bist – du in Isolation musst.“ Ana Brnabic

Pikant: In Serbien ist auf den Bruch der Sicherheitsbestimmungen hinsichtlich einer Corona-Infektion sogar eine saftige Strafe ausgesetzt. Demnach würden Djokovic im schlimmsten aller Fälle bis zu drei Jahre Haft drohen. „Wer während einer Epidemie nicht nach Vorschriften, Beschlüssen oder Anordnungen handelt, die Maßnahmen zu ihrer Unterdrückung oder Verhütung festlegen, wird mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft“, heißt es im serbischen Strafgesetz. Für Djokovic könnte es nun also äußerst eng werden.



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