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Patrick Prader (links) und Christian Fellin standen sich im Finale gegenüber.

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Patrick Prader (links) und Christian Fellin standen sich im Finale gegenüber.

Fellin und Visentin krönen das Trienter Tennisfest

Die 66. Auflage des „Città di Trento“ mit 258 gemeldeten Einzelspielern und einem Preisgeld über fast 8.000 Euro wurde für den gastgebenden CT Trento zum Erfolg auf ganzer Linie.

Christian Fellin triumphierte im Herren-Open, Elisa Visentin setzte ihre beeindruckende Siegesserie fort. Auch abseits der beiden Hauptbewerbe dominierte der Traditionsverein auf den vier Plätzen inmitten der Piazza Venezia das Geschehen.


Ein besseres Drehbuch hätte man sich beim CT Trento kaum wünschen können. Das traditionsreiche „Città di Trento“, das heuer erstmals Teil der Mountain Tennis Trophy war, bot hochklassigen Tennissport, zahlreiche spannende Duelle und einen Gastgeber, der auf der eigenen Anlage an der Piazza Venezia groß aufspielte.

Im Mittelpunkt standen Christian Fellin und Elisa Visentin. Während Fellin im rein Südtiroler Herrenfinale den vierfachen Turniersieger Patrick Prader bezwang, setzte sich Visentin im Damenendspiel souverän gegen Monica Cappelletti durch. Drei weitere Einzeltitel in den hinteren Kategorien gingen ebenfalls an den CT Trento.

Fellin behält im entscheidenden Moment die Nerven

Im Herrenfinale trafen zwei Generationen aufeinander: Auf der einen Seite der 22-jährige Brixner Christian Fellin, auf der anderen der 40-jährige Partschinser Patrick Prader. Fellin spielt für den CT Trento, Prader war in der Vergangenheit für den Verein sogar in der Serie A im Einsatz und erreichte während seiner Profikarriere Rang 714 der ATP-Weltrangliste.

Fellin erwischte den besseren Start und entschied den ersten Satz klar mit 6:2 für sich. Im zweiten Durchgang zeigte Prader jedoch, weshalb er das Turnier bereits viermal gewonnen hat. Der Routinier führte mit 5:3 und erspielte sich drei Satzbälle. Fellin wehrte alle drei ab, kämpfte sich zurück und entschied anschließend den Tiebreak mit 7:3 für sich.

Das Interesse war groß.

Das Interesse war groß.


„Es war ein hartes Spiel. Ich habe stark begonnen, aber Patrick gibt einfach nie auf. Beim Stand von 3:5 musste ich drei Satzbälle abwehren“, erklärte Fellin. „Hier zu spielen, ist für mich wie daheim. Ich fühle mich auf dieser Anlage sehr wohl und die Leute unterstützen mich unglaublich.“

Für Fellin war es der erste Titel beim „Città di Trento“. Vor zwei Jahren hatte er das Finale gegen Nicola Rispoli verloren, im vergangenen Jahr war Prader für ihn noch eine Nummer zu groß gewesen. Diesmal ließ sich der Brixner die Gelegenheit nicht mehr nehmen.

Der Erfolg passt zu Fellins starker Saison. Er konzentriert sich derzeit vor allem auf wenige, ausgewählte Open-Turniere. Diese Strategie zahlt sich aus. Zusätzlichen Grund zum Feiern gab es für Fellin heuer auch mit der Mannschaft: Mit dem Serie-B2-Team des CT Trento gelang Fellin der direkte Aufstieg in die Serie B1.

Visentin seit einem Jahr ungeschlagen

Auch im Damenfinale standen sich zwei Spielerinnen gegenüber, die sich bestens kennen. Elisa Visentin und Monica Cappelletti sind beide 27 Jahre alt, gemeinsam auf den Tennisplätzen im Trentino aufgewachsen und verfügen über internationale Erfahrung. Cappelletti, ehemalige Nummer 804 der WTA-Weltrangliste, lernte beim CT Trento das Tennisspielen.

Im Endspiel ließ Visentin kaum Zweifel aufkommen. Nach einer Stunde und 19 Minuten stand ihr 6:2, 6:2-Erfolg fest. „Wir sind zusammen aufgewachsen und hatten schon lange nicht mehr gegeneinander gespielt. Deshalb war es für uns beide ein emotionales Duell“, sagte Visentin. „Vielleicht haben wir nicht unser bestes Tennis gezeigt, aber wir haben alles gegeben.“

Cappelletti (links) und Visentin.

Cappelletti (links) und Visentin.


Die Spielerin des CT Rovereto, die in der Serie B für den TC Rungg aufschlägt, ist damit auf Open-Ebene seit einem Jahr ungeschlagen. Ihre bislang letzte Niederlage bei einem nationalen Turnier kassierte sie ausgerechnet beim „Città di Trento“ 2025 gegen Marion Viertler. Seither kennt Visentin bei Open-Turnieren nur noch Siege.

Ihr nächster großer Auftritt könnte beim WTA-125-Turnier ihres Vereins in Rovereto folgen, wo sie voraussichtlich mit einer Wildcard in das Hauptfeld einziehen wird. Ihr langjähriger Trainer Luca Stoppini kommentierte den nächsten Erfolg mit einem Augenzwinkern: „Sie hatte eben immer gute Trainer.“

Gemeinsam mit ihrem Freund Lorenzo Schmid gewann Visentin am Vorabend auch den gemischten Doppelbewerb. Im Finale ließen die beiden Simone Signorini und Elena Covi beim 6:0, 6:0 keine Chance.

Drei weitere Titel für den Gastgeber

Die Dominanz des CT Trento setzte sich in den hinteren Kategorien fort. Eugenio Candioli gewann die dritte Kategorie der Herren, Lucrezia Maffei triumphierte bei den Damen. In der vierten Kategorie der Herren setzte sich Riccardo Paoli durch. In allen drei Endspielen standen sich ausschließlich Spieler des CT Trento gegenüber.

Bei den Damen der vierten Kategorie verpasste Margherita Maistri einen weiteren Heimsieg. Sie unterlag Federica Gabrieli vom Napoli Tennis Center mit 0:6, 2:6.

Vereinspräsident Stefano Sembenotti führte mit Klasse und viel Humor durch die Siegerehrung. „So stark wie heuer waren wir mit unserem Verein noch nie. Das spricht für die großartige Arbeit unserer Trainer und des gesamten Staffs“, betonte er.

Auch FITP-Trentino-Präsident Luca Avancini zog eine durchweg positive Bilanz: „Es war ein tolles Event mit sehr vielen Spielern. Gemeinsam mit Kaltern ist das Città di Trento das größte Turnier innerhalb der Mountain Tennis Trophy. Wir hoffen, in den kommenden Jahren noch weiter wachsen zu können.“

Mit diesem Turnier endet auch die Etappenphase der Mountain Tennis Trophy. Die jeweils acht Besten je Kategorie treffen nun beim großen Masters vom 14. bis 19. September beim TC Kaltern aufeinander.
Damit endete die 66. Auflage mit einem sportlichen Ausrufezeichen und mit der Erkenntnis, dass der CT Trento auf der eigenen Anlage derzeit nur äußerst schwer zu schlagen ist.

Schlagwörter: Tennis

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