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Andreas Seppi trug zu einem hochklassigen Finale bei (FB: Gerry Weber Open) Siegerfaust: Roger Federer bleibt der König von Halle

Finale in Halle: Federer ringt Seppi nieder

Andreas Seppi hat sein erstes Finale bei einem ATP-500-Turniers verloren. Der Kalterer bot jedoch einen streckenweise überragenden Auftritt und verlangte dem besten Rasenspieler aller Zeit, seiner "Majestät" Roger Federer, im Endspiel der "Gerry Weber Open" in Halle/Westfalen alles ab. Seppi unterlag am Ende einer ausgeglichenen Partie mit 6:7 und 4:6.

Obwohl er als krasser Außenseiter in sein achtes ATP-Finale ging, war bei Seppi von Beginn an keine Spur von Nervosität. Mit viel Ruhe und präzise herausgespielten Punkten bot er Roger Federer im gesamten ersten Satz Paroli.


Seppi zeigt sich cool und abgeklärt


Der Südtiroler zeigte besonders bei eigenem Aufschlag kaum Schwächen - auch nicht als das Spiel beim Stand von 3:3 und 40:40 aufgrund des beginnenden Regens für knapp 13 Minuten unterbrochen werden musste, um das Stadiondach zu schließen. Seppi brachte seinen Service durch und zog auf 4:3. Im anschließenden Game hatte er seinen ersten Breakball, konnte diesen aber nicht nutzen und musste nur Augenblicke später den neuerlichen Ausgleich hinnehmen. Die nächste Chance zum Break sollte jedoch gleich danach folgen, als der Sartori-Schützling bei Federers Aufschlagspiel zwei Satzbälle vorfand. Der 33-Jährige aus Basel machte diese jedoch mit zwei Assen zunichte und sicherte das Game zum 5:5. In der Folge war Seppi wieder am Zug: Mit teils spektakulären Punkten stellte er auf 6:5. Aber auch Federer war dem Druck neuerlich gewachsen und so musste das Tiebreak für die Entscheidung im ersten Satz sorgen. Diese fiel schließlich zugunsten von Federer aus, der die Zügel nun merkbar anzog und nach einem Doppelfehler von Seppi mit 7:1 die Oberhand behielt.


Das erste Break sorgt für die Entscheidung


Im zweiten Durchgang ging es in der selben Gangart weiter: Beide Kontrahenten lieferten sich mitreißende, für Rasenverhältnisse unüblich lange Ballwechsel und blieben bei eigenem Service nahezu makellos. Seppi vergab zwar beim Stand von 2:2 einen Breakball, konnte dafür aber wenig später beim 3:4 drei Mal den Aufschlagverlust abwenden. Dieses Kunststück sollte ihm kurz danach verwehrt bleiben, als Federer beim Stand von 5:4 zwei Matchbälle hatte. Den ersten konnte der 31-jährige Überetscher noch abwehren, beim zweiten war er aber machtlos. Somit war dieses begeisternde Finale nach exakt 109 Spielminuten beendet. Federer verteidigte seinen Vorjahrestitel und entschied das Rasenturnier in Westfalen zum achten Mal für sich. Im Duell mit dem Südtiroler hält er nun bei zwölf Siegen und einer Niederlage


172.100 Euro Preisgeld und 300 ATP-Punkte

Abgesehen vom tosenden Applaus, den er nach der Begegnung erntete, kann sich Seppi mit einem Preisgeld von von 172.100 Euro und insgesamt 300 Weltranglisten-Punkte trösten. Somit zieht er im ATP-Ranking an Fabio Fognini vorbei und steigt zum bestplatzierten italienischen Tennisspieler auf. Er wird am Montag bis auf Platz 27 klettern, wodurch er in zwei Wochen in Wimbledon ein Platz in der Gesetztenliste sicher ist.

Seppi wird bereits am Montag nach England reisen, wo er in der kommenden Wochen beim Rasenturnier in Nottingham gemeldet hat. Der Kalterer genießt in der ersten Runde ein Freilos.



Seppis acht Endspiele auf der ATP-Tour (3:5-Siege):

Gstaad 2007: -Paul Henri Mathieu (Frankreich/ATP-Nummer 28) 7:6, 4:6, 5:7
Eastbourne 2011: +Janko Tipsarevic (Serbien/30) 7:6(5), 3:6, 5:3 Aufgabe
Belgrad 2012: +Benoit Paire (Frankreich/96) 6:3, 6:2
Eastbourne 2012: -Andy Roddick (USA/33) 3:6, 2:6
Metz 2012: -Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich/7) 1:6, 2:6
Moskau 2012: +Thomaz Bellucci (Brasilien/41) 3:6, 7:6(3), 6:3
Zagreb 2015: -Guillermo Garcia Lopez (Spanien/33) 6:7(4), 3:6
Halle 2015: -Roger Federer (Schweiz/2) 6:7(1), 4:6

Autor: sportnews

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