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Die Siegerfaust geballt: Jannik Sinner zeigte am Samstag ein grandioses Match. © BELGA / LAURIE DIEFFEMBACQ

Ganz großes Tennis: Sinner zieht ins Finale ein

Es ist beeindruckend, was Jannik Sinner bei den European Open (ATP 250) im belgischen Antwerpen am Samstagnachmittag abgeliefert hat. Sein Halbfinalsieg war eine Machtdemonstration, eine Tennis-Lehrstunde, dank der er nun am Sonntag um seinen fünften ATP-Titel kämpft.

Lloyd Harris ist zwar „nur“ die Nummer 32 der Welt, doch zurzeit gilt er als einer der formstärksten Spieler auf der Tour. Dass er von Jannik Sinner (ATP 13) am Samstag in nur 1.27 Stunden mit 6:2, 6:2 weggeschnupft wurde, zeigt, wie stark der Sextner aktuell drauf ist. Mit seinem Gegner spielte der 20-Jährige teilweise Katz und Maus und bot über das gesamte Match Tennis nahe an der Perfektion. Es war eine der besten Partien, die der junge Pusterer in diesem Jahr gespielt hat. Die Belohnung: Sein insgesamt sechstes ATP-Finale, das fünfte in dieser Saison.


Dieses wird am Sonntag ab 16.30 Uhr über die Bühne gehen. Gegner ist dann der argentinische Star Diego Schwartzman, der in der Weltrangliste an Position 14 steht und in Antwerpen hinter Sinner an Nummer 2 gesetzt ist. Der 29-Jährige aus Buenos Aires gewann das Halbfinale gegen den US-Boy Jenson Brooksby (ATP 70) klar mit 6:4, 6:0 und trifft nun erstmals auf den Südtiroler. Die Bilanz in den Endspielen macht Sinner jedenfalls Mut: Bei fünf Matches ging er vier Mal als Turniersieger vom Platz.

Sinner verzückt das Publikum
Dass sich der Shootingstar aus dem Pustertal aktuell vor keinem Gegner fürchten muss, zeigte sein Auftritt am Samstag. Sinner ließ auf dem schnellen Untergrund in der Halle von Antwerpen im gesamten Match nahezu kein Zeichen von Schwäche erkennen, die ersten Aufschläge (die Problemzone der letzten Wochen) kamen wie aus einem Guss, die Vorhand war sowieso zum Zungenschnalzen und die leichten Fehler ließen sich an einer Hand abzählen. Verständlich, dass der Youngster das Publikum verzückte. Weniger begeistert war sein Gegner Harris, der schon zu Beginn immer wieder ratlos den Kopf schüttelte – eine Geste, die sich über das ganze Spiel permanent durchzog.

Im ersten Satz zog Sinner mit zwei Breaks im Eiltempo auf 4:0 davon und machte den Satz nach etwas mehr als 40 Minuten zu. Der zweite Abschnitt begann in derselben Tonart. Der nicht schlecht spielende Harris versuchte verzweifelt, irgendwie Zugriff zu bekommen, doch das sollte ihm nicht gelingen. Mit zwei kassierten Breaks lag der Südafrikaner schnell mit 1:4 zurück. Bei eigenem Service zitterte Sinner nur ein Mal kurz, als er im sechsten Game drei Breakchancen abwehren musste. Hier behielt der großgewachsene Pusterer im Stile eines Champions die Nerven und verwandelte wenig später seinen ersten Matchball.

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