
Matteo Berrettini ist am Aufstieg des italienischen Tennis-Sports stark beteiligt. © ANSA / MOHAMMED BADRA
Goldene Ära: Italien als Tennis-Nation Nummer 1
Während Italien im Fußball seit vielen, vielen Jahren den eigenen Ansprüchen hinterherläuft, boomt der Tennissport im Stiefelstaat wie noch nie zuvor. Im Moment sind sie sogar die Besten ihres Fachs. Das belegen Zahlen und Fakten.
07. Juni 2026
Von: dl
Bei den French Open standen auch ohne den Besten der Szene, Jannik Sinner, drei Azzurri im Viertelfinale. Finalist Flavio Cobolli hat sich rechnerisch den Einzug in die Top 10 der Weltrangliste gesichert, die am Montag veröffentlicht wird. Es geht also weiter steil bergauf. Begonnen hat die mehr als nur positive Entwicklung des Tennis-Sports in Italien aber bereits im Jahr 2019 mit Fabio Fognini und Matteo Berrettini.
Der eine, inzwischen 30 Jahre alt und nach zahllosen Verletzungen, hat in Paris gezeigt, dass noch immer Energie und Talent in ihm stecken. Der andere hat mit 39 Jahren eine Karriere als Manager begonnen und genießt das Familienleben mit der US-Open-Siegerin Flavia Pennetta. Vor sieben Jahren schafften es beide erstmals unter die zehn besten Spieler der Welt.
Flavio Cobolli zog erstmals in die Top-Ten ein. © APA/afp / THOMAS SAMSON
Damit beendeten sie eine 40-jährige Abwesenheit Italiens in den Top 10 seit Corrado Barazzutti und schlossen symbolisch die Lücke zur Generation der Ausnahmeathleten, die Italien den ersten historischen Davis-Cup-Sieg sowie Adriano Panattas Doppelerfolg in Rom und Paris beschert hatte. Seit 2019 hat Italien insgesamt fünf Spieler in die Elite des Herreneinzels gebracht: Berrettini, Fognini, Sinner, Lorenzo Musetti und eben jetzt Cobolli.
Die beste Nation der letzten Jahre
Cobolli ist bereits sicher die Nummer zehn der Welt und könnte sogar auf Rang fünf vorrücken, sollte er seinen ersten Grand-Slam-Titel gewinnen. In den letzten acht Jahren hat Italien damit genauso viele Top-Ten-Spieler hervorgebracht wie in seiner gesamten vorherigen Tennisgeschichte. Keine andere Nation war im Tennis seit 2019 erfolgreicher als Italien.Der aktuell Beste der Szene: Jannik Sinner. © APA/afp / ALAIN JOCARD
Mit dem Einzug Cobollis hat Italien die USA überholt, die im selben Zeitraum vier Top-10-Spieler hervorbrachten (Fritz, Tiafoe, Paul und Shelton), und Russland mit drei Spielern (Khachanov, Medvedev und Rublev) hinter sich gelassen. Spanien, um das Italien früher beneidete, kommt lediglich auf zwei Spieler (Bautista Agut und Alcaraz).
Ein System dahinter
Der große Erfolg ist das Ergebnis eines erfolgreichen Programms, das seit fast einem Jahrzehnt konsequent verfolgt wird. Es basiert auf heimischen Talenten, einer engen Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor sowie der Weitsicht des italienischen Tennisverbandes FITP, der durch große Turniere Einnahmen generiert und diese wieder in die technische Entwicklung und die Nachwuchsarbeit investiert. Nicht umsonst hat Italien zuletzt auch drei Mal in Folge den Davis Cup gewonnen – einmal sogar ohne Sinners Beteiligung.Profil bearbeiten
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