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Andreas Seppi kämpfte in der Auftaktrunde wortwörtlich bis zum Umfallen. © ATP Tour

Grandios! Seppi feiert denkwürdigen Sieg in New York

Was für ein legendärer Fight von Andreas Seppi bei den US Open. Der „Tennis-Oldie“ aus Kaltern hat den Zuschauern in Flushing Meadows einen regelrechten Krimi geboten und diesen nach mehr als vier Stunden Spielzeit mit einem unerwarteten Ende abgeschlossen.

Zum sage und schreibe 18. Mal lief Seppi an Dienstagabend (MESZ) bei den US Open auf, es ist das 66. Grand-Slam-Turnier seiner außergewöhnlichen Karriere. Von Altersmüdigkeit ist bei ihm dennoch keine Spur – im Gegenteil! In der Auftaktrunde rang er den in der Weltrangliste deutlich besser platzierten Marton Fucsovics mit 15:13 (!) im entscheidenden Tiebreak nieder. Mit dem 2:6, 7:5, 6:4, 2:6, 7:6 folgt Seppi Jannik Sinner in die zweite Runde. Dieser hatte kurz zuvor seinen ersten Sieg überhaupt in New York eingefahren.


Im Duell zwischen der Nummer 41 der Welt und dem im ATP-Ranking an Position 89 geführten Seppi waren die Rollen zunächst klar verteilt. Fucsovics zog souverän sein Allround-Spiel auf, während der erste Satz an Seppi vollkommen vorbeilief. Mit Beginn des zweiten Spielabschnitts fing sich der Südtiroler aber. Nun entwickelte sich ein spannendes Duell, das fortan komplett auf Augenhöhe geführt wurde. Beim Stand von 5:5 verwertete Seppi seinen ersten Breakball in diesem Spiel und ebnete sich dadurch den Weg zum Satzgewinn.

Durch dieses Erfolgserlebnis wurde die Brust des Routiniers deutlich breiter, jetzt zeigte er phasenweise sein bestes Tennis und zwang seinen Gegenüber immer wieder zu Fehlern. Ein Beispiel? Seppis geduldiges und makelloses Spiel im zehnten Game des dritten Abschnitts, als er bei gegnerischem Aufschlag den Satzgewinn eintütete. Fucsovics' Nerven lagen daraufhin dermaßen blank, dass er den Zorn an seinem Spielgerät ausließ.

Seppi annulliert 5 Matchbälle
Mit seinem Wutausbruch sorgte der Ungar aber selbst für einen Hallo-Wach-Ruf. Fortan war er nämlich wieder deutlich präsenter im Spiel. Das Ergebnis: Ein deutliches 6:2 und ein folgender Entscheidungssatz. Dieser entwickelte sich zu einer wahren Nervenschlacht, in der Seppi seinem Gegner zunächst den Aufschlag entriss, prompt aber das Re-Break kassierte. Beim Stand von 6:5 vergab der 37-Jährige dann seinen ersten Matchball, indem er einen einfachen Rückhand-Slice nicht übers Netz brachte.

Doch auch wenn Fucsovics in der Folge den Tiebreak erzwang – Seppi ließ sich von seiner vergebenen Großchance nicht aus dem Konzept bringen. Vielmehr blühte er bei den entscheidenden Ballwechseln regelrecht auf und trug dazu bei, dass der Tiebreak zur großen Show wurde, in der beide Kontrahenten reihenweise Matchbälle annullierten.
Ungewohnte Jubelszenen
Das Duell schien in diesen Augenblicken unendlich – bis Seppi nach vier Stunden und acht Minuten den Schlusspunkt setzte. Beim Stand von 14:13 verwertete er seinen sechsten Matchball in diesem Spiel. Was folgte, war ein regelrechter Gefühlsausbruch des ansonsten so coolen Südtirolers, der zunächst zu Boden sank und später nach dem Shakehands mit geballter Faust über den Platz sprang.

Spätestens da war jedem Beobachter klar: Seine 18. US-Open-Teilnahme ist schon jetzt etwas ganz besonderes – egal wie Seppis Zweitrundenmatch gegen den an Nummer zehn gesetzten Hubert Hurkacz ausfallen mag.

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