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Hat sein erstes Turnier im Jahr 2022 gewonnen: Jannik Sinner. © AFP / TIZIANA FABI

Grandioser Turniersieg: Sinner ist wieder der Winner!

280 Tage nach seinem letzten Turniersieg auf der ATP-Tour hat Jannik Sinner wieder zugeschlagen – und das im ganz großen Stil. In Umag an der kroatischen Adriaküste holte sich der Sextner seinen ersten Titel auf Sand – und zwar gegen Wunderkind Carlos Alcaraz.

Ein altes Sprichwort besagt: „Ein Finale spielt man nicht. Ein Finale gewinnt man!“ Diesen Leitsatz hat Jannik Sinner (ATP 10) offenbar tief verinnerlicht. Sieben Mal stand er bisher im Endspiel eines ATP-Turniers, sechs Mal ging er als Sieger vom Platz. Sein jüngster Erfolg datiert vom Sonntagabend: Beim ATP-250-Turnier in Umag setzte er sich im Duell der Jungstars gegen Carlos Alcaraz (ATP 5) mit 6:7 (5), 6:1, 6:1 durch und holte sich seinen ersten Sandplatz-Titel. Es war überdies sein erster Turniersieg seit Antwerpen im Oktober 2021.


Ein Triumph, der Sinner besonders schmecken wird. Denn ein Sieg gegen Carlos Alcaraz ist immer etwas ganz Spezielles. Der 19-jährige Spanier gilt als Wunderkind, als designierter Nachfolger von Rafael Nadal und als das größte Talent im Tennis-Zirkus – neben Jannik Sinner. Denn der Südtiroler hat den Iberer nun zum zweiten Mal binnen weniger Wochen geschlagen. Bereits im Achtelfinale von Wimbledon hatte der Südtiroler die Oberhand behalten. Für Alcaraz war es unterdessen die zweite Finalniederlage in Folge gegen einen Azzurro: Vor einer Woche musste er sich in Hamburg Lorenzo Musetti geschlagen geben.

Break-Monster Jannik Sinner
Für Sinner herrschte am Sonntagabend im Goran-Ivanisevic-Stadion quasi Heimspiel-Atmosphäre. Zahlreiche Fans aus Italien waren nach Umag gekommen, das nur 50 Autominuten von Triest entfernt liegt. Die Anhänger bekamen zu ihrer Freude einen großartigen Sinner zu sehen, der den ersten Satz zwar im Tie Break verlor, danach aber eine Machtdemonstration ablieferte und 6:1, 6:1 gewann. Besonders beeindruckend war die Coolness des Pusterers: Während Sinner neun von neun Breakchancen abwehrte (sechs davon in einem einzigen Game), verwandelte er selbst fünf von neun sich bietenden Möglichkeiten. Alcaraz wurde mit Fortdauer des Spiels immer nervöser, dagegen zog Südtirols Sportler des Jahres sein Spiel konsequent durch und machte den Sieg nach 2.25 Stunden perfekt.

Carlos Alcaraz musste gegen Jannik Sinner eine Niederlage einstecken. © AFP / THOMAS SAMSON


Im ersten Satz ließen beide Kontrahenten ihre Aufschlagmuskeln spielen. Bedeutet: Bei eigenem Service zeigte keiner auch nur den Hauch einer Schwäche. Ballwechsel und Games waren von kurzer Dauer, Breakchance gab es im gesamten ersten Durchgang keine einzige. Und so ging es in den Tie Break, der enorm spannend verlief. Zwar zeigte Sinner Kämpferherz und verkürzte nach 1:5-Rückstand auf 4:5, doch den Satz schnappte sich Alcaraz nach einem Eigenfehler des Pusterers.
Alcaraz wird nervös, Sinner mit jedem Punkt besser
Das hat Sinner offenbar weh getan. Denn im zweiten Durchgang hatte er gehörige Startschwierigkeiten. So boten sich Alcaraz prompt die ersten Breakchancen des Spiels. Insgesamt waren es nicht weniger als sechs (!) – doch Sinner wusste alle zu entschärfen. Das war der Knackpunkt des Matches. Während der Spanier nun immer wieder Fehler einstreute, wurde der Schützling von Simone Vagnozzi mit jedem Punkt stärker. Der Sextner nahm seinem Gegenüber den Service zum 2:1 ab und wehrte anschließend zwei Breakmöglichkeiten ab. Während Alcaraz ob des grandiosen Sinner-Spiels teilweise ratlos aus der Wäsche schaute, zog der Südtiroler auf 6:1 davon!

>>> Hier gibt's den gesamten Spielverlauf zum Nachlesen <<<

Es ging also in den dritten Satz. Und hier nutzte der Pusterer das Momentum, wehrte einen weiteren Breakball ab und zeigte sich bei Alcaraz' Service angriffslustig. Vom frenetischen Publikum beflügelt, streckte Sinner schließlich um 22.34 Uhr die Siegerfaust in den Himmel.

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