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Ajla Tomljanovic ließ ihrem Ärger freien Lauf. © APA/afp / AELTC/JOE TOTH

Heftiger Disput in Wimbledon: „Du hast keinen Respekt“

Dispute zwischen Profis sind im Tennis so alt wie der Sport selbst. Das neueste Kapitel haben zwei Damen in Wimbledon geschrieben. Der Auslöser: Eine vorgetäuschte Verletzung.

Am diesem Montag geht in Wimbledon der letzte Manic Monday der Geschichte über die Bühne. Heißt, dass wegen des spielfreien Sonntags, der im kommenden Jahr abgeschafft wird, alle Achtelfinals an einem Tag stattfinden. Mit dabei ist auch Ajla Tomljanovic, die Freundin der italienischen Nummer 1 Matteo Berrettini. Die 28-jährige Australierin mit kroatischen Wurzeln hat erstmals die zweite Woche bei einem Grand Slam erreicht – trotz oder gerade wegen eines heftigen Disputs mit ihrer Drittrundengegnerin Jelena Ostapenko.


Die als Geheimfavoritin gehandelte Lettin war im Duell gegen Tomljanovic die klare Favoritin, gewann den ersten Satz standesgemäß mit 6:4 und führte auch im zweiten Durchgang mit einem Break. Dann aber drehte die in Zagreb geborene Tomljanovic auf und gewann ab dem 4:4 im zweiten Satz satte sechs Games in Folge. Zu viel für die French-Open-Siegerin von 2017: Sie, die schon in zahlreichen kontroversen Matches verstrickt war und als emotionales Pulverfass gilt, rief beim Stande von 0:4 aus ihrer Sicht den Physiotherapeuten. Das brachte Tomljanovic in Rage, zumal dies gewöhnlich nur bei einem Seitenwechsel getan werden darf – es sei denn, es liegt eine schwere Verletzung vor.

Alles nur vorgetäuscht?
„Wir wissen alle, dass sie lügt“, beklagte die Weltranglisten-75. gegenüber der Stuhlschiedsrichterin und forderte, dass sie den Supervisor auf den Platz rufe. Diese blieb jedoch stur, der Physio kam und behandelte Ostapenko, obwohl Tomljanovic sich weiterhin heftig dagegen wehrte. „Ziehst du in Betracht, dass sie für anderthalb Stunden völlig okay aussah und sich nun plötzlich akut verletzt hat?“, so die Berrettini-Freundin.

Im Mittelpunkt der Debatte: Jelena Ostapenko © APA/afp / BEN STANSALL


Nach einer überdurchschnittlich langen Pause ging das Match mit einem Break zugunsten von Ostapenko weiter, die den Rückstand aber nicht mehr wettmachen konnte. Tomljanovic gewann mit 6:2 und ließ sich zurecht für den größten Sieg ihrer Karriere feiern, bevor es zum viel diskutierten Handschlag kam. „Dein Verhalten ist erbärmlich“, schimpfte Ostapenko. Ihre Gegnerin konterte mit einem „du bist diejenige, die redet“, worauf die Lettin meinte, dass Tomljanovic keinen Respekt habe. Und weiter: „Du bist die schlimmste Spielerin auf der Tour.“ Die Wogen glätteten sich in der Folge, ehe die Australierin in der Pressekonferenz noch einmal für einen Rundumschlag ausholte und Ostapenkos Verhalten als „schändlich“ bezeichnete.

Letzten Endes wird Tomljanovic diesen Disput schnell vergessen und den Fokus auf das Achtelfinale gerichtet haben. In diesem trifft sie auf die 18-jährige Britin Emma Raducanu.


Das Video:

https://www.youtube.com/watch?v=AEE7CGgdNFk

Schlagwörter: Tennis

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