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Jannik Sinner fand in Carlos Alcaraz seinen Meister. © ANSA / YOAN VALAT

Herber Rückschlag: Sinner unterliegt Alcaraz

Die Hoffnungen von Jannik Sinner, an den ATP-Finals in Turin teilzunehmen, sind entscheidend kleiner geworden. Am Mittwoch unterlag der 20-Jährige beim Masters-1000-Turnier in Paris-Bercy dem spanischen Ausnahmetalent Carlos Alcaraz in zwei umkämpften Sätzen.

Zur Verwunderung vieler fand das von der ganzen Tennis-Welt mit Spannung erwartete Duell nicht auf dem Center Court, sondern auf einem kleineren Nebenplatz statt. Sinner dürfte das gefallen haben, da die Bedingungen auf dem Court 1 etwas schneller als auf dem Hauptplatz sind. Letztlich spielte das jedoch nur eine Nebenrolle, traten doch die zwei Akteure aufeinander, die die unbestritten härtesten Schläge auf der ganzen ATP-Tour besitzen. Weil die Youngsters (noch) nicht die besten Aufschläger sind und es zu vielen Ballwechseln kam, wurden den Fans eine ganze Menge davon geboten. Letztendlich gewann jener Spieler, der öfters die Initiative ergriff und dabei weniger Fehler produzierte: Carlos Alcaraz. Der Spanier siegte mit 7:6, 7:5.


Die Trainer-Gurus Riccardo Piatti und Juan Carlos Ferrero hatten ihre Schützlinge mit einer klar erkennbaren Taktik auf den Platz geschickt. Sie sollten versuchen, den Punkt mit dem ersten Schlag nach dem Aufschlag respektive nach dem Return zu diktieren, den Gegner in die Defensive zu drängen, damit dieser nicht seine Power entfalten kann. So entwickelte sich von Beginn an ein zähes Ringen: Die ersten zwei Games, die mit ebenso vielen Breaks endeten, dauerten exakt eine Viertelstunde. Insgesamt fand Alcaraz etwas besser ins Spiel, konnte sich aber keinen entscheidenden Vorteil erkämpfen.

Alcaraz lässt nichts zu
So brachten beide – nach der hart umkämpften Startphase – ihre Aufschlagspiele souverän durch. Es ging in den Tiebreak, in dem Alcaraz zu Beginn eine Reihe unglaublicher Punkte spielte, mit zwei Netzrollern zudem das nötige Glück auf seiner Seite hatte, uneinholbar auf 4:0 davonzog und den Satz nach 66 Minuten für sich entschied. Sinner verließ daraufhin den Platz, um sich zu sammeln.

Carlos Alcaraz bestritt ein überragendes Match. © ANSA / YOAN VALAT


Als er zurückkam, änderte sich die Gangart auf dem Platz nicht. Keiner konnte sich einen Vorteil erspielen. Weder der weiterhin groß aufspielende Alcaraz, noch Sinner, der nicht ganz an seine überragenden Leistungen der letzten Wochen anknüpfen konnte, etwas müde wirkte. Aber er kämpfte – und wehrte in den ersten drei Games des zweiten Satzes insgesamt sechs Breakchancen ab. Dennoch fand er nie in den gewünschten Rhythmus, leistete sich in den eigenen Servicegames – im Gegensatz zu Alcaraz – einfach zu viele Fehler und kassierte beim Stand von 5:5 das entscheidende Break. Der Spanier hatte anschließend keine Probleme, den Sack bei eigenem Aufschlag zuzumachen.
Hoffen und Bangen
Durch die Niederlage hat Sinner wichtige Punkte hinsichtlich der ATP-Finals liegen gelassen – vor allem in Anbetracht der Ergebnisse seiner schärfsten Konkurrenten. Casper Ruud, Hubert Hurkacz und Cameron Norrie stehen in Paris nämlich alle im Achtelfinale – und verfügen zudem über eine gute Auslosung. Will Sinner nach Turin, muss er auf ein baldiges Ausscheiden seiner Widersacher in Paris hoffen und in der nächsten Woche beim ATP-250-Turnier in Stockholm groß punkten.

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