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Andreas Seppi bot eine bewegende Leistung. © Challenger Gröden

Heroischer Kampf: Seppis Karriere ist zu Ende

Zum Abschluss seiner aktiven Laufbahn bot Andreas Seppi am Dienstagabend beim Challenger-Turnier in Gröden noch einmal eine Leistung, auf die er stolz sein kann. Dass es schlussendlich nicht zum Sieg reichte, konnte der Routinier verkraften.

Aus der Tennishalle St. Ulrich

Von:
Leo Holzknecht

Hunderte Fans aus allen Landesteilen sind am Dienstag in die Tennis-Halle in St. Ulrich gepilgert, um den letzten Auftritt von Andreas Seppi live mitzuerleben. Auf der rappelvollen Tribüne saßen auch die Familie um Ehefrau Michela, Landeshauptmann Arno Kompatscher und nicht zuletzt Coach Massimo Sartori. Sie alle blickten gespannt auf den Center Court, wo ihr Schützling versuchte, seine Karriere noch etwas zu verlängern. Obwohl sein Gegner Yannick Hanfmann (ATP 154) dies verhinderte, überwog am Ende die Freude. Die Freude über eine Laufbahn, die national und international ihresgleichen sucht. Der 7:5, 3:6, 4:6-Endstand zugunsten seines Konkurrenten war nur eine Randnotiz.



Wer dachte, dass Seppi seine letzte Partie ohne den gewohnten Biss angehen würde, sah sich getäuscht. Der 38-Jährige legte alles ins Zeug, feuerte sich kontinuierlich an und tat alles, um siegreich vom Platz zu gehen. Nach einem ausgeglichenen Beginn war es jedoch Hanfmann, der sich als Erster einen Vorteil erkämpfte. Er profitierte von einer niedrigen Aufschlagquote des Südtirolers, konnte dadurch viel Druck von der Grundlinie ausüben und entlief so auf 5:2. Als er dann bei eigenem Aufschlag zwei Satzbälle vorfand, schien der Durchgang gelaufen. Doch Seppi gab sich nicht geschlagen, breakte und stellte – nachdem er zwei weitere Satzbälle mit zwei Assen abwehrte – auf 5:5. Nun wurde es auf den Rängen laut. Das Publikum spornte den Lokal-Hero, der nun sein bestes Tennis zeigte, an. Beflügelt von den Fans schaffte Seppi noch ein Break – und machte den Sack mit 7:5 zu.

Ein Auf und Ab

Zum Start des zweiten Abschnittes zollte Seppi seinen Strapazen Tribut. Er geriet schnell mit 0:3 in Rückstand und kassierte in der Folge beinahe das Doppelbreak. Doch er ließ nicht locker und schnappte sich das Break schnell zurück. Zum Leidwesen seiner Fans gab er dieses allerdings sofort wieder ab. Der nun stark aufschlagende Hanfmann ließ sich diesen Vorsprung nicht mehr nehmen und glich so in den Sätzen aus. Es begann nun ein echter Krimi.

In diesem erkämpfte sich Seppi unter dem tosenden Applaus des Publikums mit einem maßgenauen Passierball die erste Breakchance – und verwertete diese sofort. In einem kräftezehrenden Game hatte der Kalterer dann mehrere Chancen, um auf 4:1 davonzuziehen. Doch stattdessen kam der immer weiterkämpfende Hanfmann zurück. Dieses Game erwies sich als wegweisend. Der Deutsche schaltete mehrere Gänge hoch, machte keine Fehler und breakte Seppi. Die Entscheidung? Mitnichten! Der Kalterer bäumte sich noch einmal auf, er holte sich das verlorene Aufschlagspiel zurück, gab es aber sofort wieder ab.

Emotionales Ende

Hanfmann behielt danach kühlen Kopf, als er zwei Breakchancen löschte und seinen ersten Matchball nach knapp zwei Stunden verwertete. Die Enttäuschung stand Seppi ins Gesicht geschrieben, als er sich bei den Fans für die minutenlange Standing Ovation bedankte. Er hielt noch eine Ansprache, ehe er sich in den Kabinentrakt zurückzog. Damit war seine Tennis-Karriere zu Ende. Offiziell verabschiedet wird der Südtiroler aber erst am Freitag, wenn um 20.30 Uhr ein Fest geplant ist.

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